Jakob Schroth

Jakob Schroth

  • 2. Januar 1933, Verabschiedung von Stadtrat Kiesecker, Grunderwerb durch die Stadt

    ( ) Niederstetten, 2. Jan. Während der hiesige Gemeinderat sonst ein Freund der Tat ist und in den Sitzungen wenige Reden gehalten werden, gab doch die letzte Sitzung des Jahres 1932 Veranlassung zu solchen. Und dies mit voller Berechtigung. Herr Stadtrat Kiesecker sieht in diesen Tagen auf eine 25jährige Tätigkeit als Stadtrat zurück. Den Platz des Jubilars schmückte ein herrlicher Blumenkorb. Herr Bürgermeister Schroth sprach dem Jubilar die herzlichsten Glückwünsche aus. Er dankte ihm für sich sowohl als auch für den Gemeinderat und die ganze Stadt für seine unermüdliche Tätigkeit zum Wohle der Gesamtgemeinde diese lange Zeit hindurch. Mit den besten Wünschen schloß Herr Bürgermeister Schroth. — Herr Stadtrat Kiesecker dankte dem Stadtvorstand für die Worte der Anerkennung und für die Blumenspende. Er schloß mit dem Wunsche für ein weiterhin einträchtiges Zusammenarbeiten des Gemeinderats. Am Schluß der Sitzung ergriff Herr Bürgermeister Schroth noch einmal das Wort. Er wies auf die Bedeutung hin, welche das vergangene Jahr durch den großen Grunderwerb für die Stadt habe. Das seien schwere Entschlüsse gewesen, aber er hoffe und glaube, daß er und der Gemeinderat dieselben wohl verantworten können. Herr Bürgermeister Schroth dankte dem Gemeinderat für das ihm allezeit entgegengebrachte Vertrauen und schloß in der Hoffnung, daß die Arbeiten des Gemeinderates auch im kommenden Jahre der Stadt zum Segen gereichen mögen. Herr Stadtrat Kiesecker dankte namens des Gemeinderats für die wohlmeinenden Worte des Stadtvorstandes.

    (Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 2, 3. 1. 1933, S. 3)

     

  • 2. September 1932. Sichertshausener und Ermershäuser Schüler jetzt in Niederstetten

    () Niederstetten, 2. Sept. Nachdem es durch die neue Gemeindeordnung möglich war, die Muttergemeinde Niederstetten mit ihren Teilgemeinden Sichertshausen und Ermershausen zu einem organischen Ganzen fest zusammenzuschließen, war die Stadtverwaltung bestrebt, auch die Schulgemeinde dadurch einheitlich zu gestalten, daß die Schüler von Sichertshausen hier eingeschult würden. (Sichertshausen gehörte in Kirche und Schule nach Ettenhausen). Dieses Bestreben war erfolggekrönt. Gestern am ersten gemeinsamen Schultag ließ die Stadtgemeinde die Sichertshäuser Schüler und ihre Eltern, sowie den um die Einigung verdienten Herrn Anwalt Kleiter im Auto einholen. Auf dem Schulhof hatte die evangelische Volksschule mit ihren Lehrern u. Herrn Bürgermeister Schroth Aufstellung genommen. Nach Absingung eines Liedes wandte sich Herr Oberlehrer Wahl mit herzlichen Begrüßungsworten an Schüler und Eltern. Auch an die bisherigen Schüler der Schule wandte sich deren Schulvorstand und ermahnte sie, die neuen Schüler gut aufzunehmen. Dann erhielten die neu eintretenden Sichertshäuser Schulkinder jedes einzelne von ihren nunmehrigen Klassenkameraden einen Blumenstrauß überreicht. Auch Herr Bürgermeister Schroth widmete den Sichertshäuser Schülern und Eltern Worte des Empfanges. Der Zweck der Einschulung sei der, die Stadt und ihre Teilgemeinden immer enger zusammenzuschließen. Herr Bürgermeister Schroth bat Lehrer und Schüler, jeder möge das Seine dazu beitragen, daß den neuen Schülern die Umschulung nicht schwer falle. Hierauf wurden die neuen Schüler in ihre Schulzimmer geleitet.

    (Vaterlandsfreund, Nr. 206, 3. 9. 1932)

  • 20. März 1935. 83. Geburtstag Gottlob Euler - Heldengedenkfeier

    Niederstetten, 20. März. Küfermeister Gottlob Euler begeht heute seinen 83. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische. Herr Euler kann sein Handwerk noch tagtäglich ausüben. Wir wünschen dem Jubilar auch fernerhin Gesundheit und Wohlergehen.
    Heldengedenkfeier. Am vergangenen Sonntag gedachte die Gesamtgemeinde in würdevoller Weise ihrer im Weltkriege für das Vaterland gefallenen Toten. Die Formationen und die Bevölkerung zogen um 11 Uhr zum Kriegerdenkmal, an welchem zuerst Richard Knenlein seiner Frontkameraden gedachte, Bürgermeister Schroth legte zum Zeichen des Dankes einen Kranz nieder. Zum Abschlusse spielte die Kreismusikkapelle das Lied vom guten Kameraden.

    Der Franke, Nr. 68, 21. 3. 1935

  • 21. März 1933, Nationale Kundgebung in Niederstetten

    Nationale Kundgebungen im Bezirk
    [...]
    Niederstetten, 22. März. In reichem Flaggenschmuck zeigte sich gestern [21. 3.] unsere Stadt und bekundete damit ihre Solidarität mit der neuen Zeit. Während in der Reichshauptstadt auf geweihtem Boden der neugewählte Reichstag zusammen trat, will man auch hier wie allerwärts in deutschen Landen tätigen Anteil haben. Auf Veranlassung der Ortsgruppe der NSDAP. fand am Abend ein Fackelzug unter Beteiligung der SA. des freiw. Arbeitsdienst-Lagers Eichhof-Albrechtshöhe, der Behörden, Vereine und Schulen statt. Unter der Marschmusik von 3 Musikkapellen bewegten sich die nach vielen Hunderten zählenden Teilnehmer unter den wehenden Fahnen und dem lodernden Flammenschein der Fackeln durch die Straßen d. Stadt zum Marktplatz. Eine unübersehbare Menschenmenge fand sich auf d. Marktplatz zusammen, der noch durch eine besonders angelegte Lichtleitung erhellt war. Ein würdiger Rahmen war geschaffen für diese nationale Kundgebung, die durch Salutschüsse des Kríegervereins eingeleitet wurde. Der Ortsgruppenführer Fr[itz]. Thomas begrüßte die Erschienenen und zeichnete in kurzen Strichen die Entwicklung der hiesigen nationalsozialistischen Bewegung. Er erinnerte an die geschichtliche Bedeutung des 21. März, der auch im Jahre 1871 der Tag des Zusammentritts des ersten deutschen Reichstags des geeinten Deutschen Reiches war. Herr Bürgermeister [Jakob] Schroth führte u. a. aus, daß die alte Reichsfahne schwarz-weiß-rot, das Symbol für Reinheit, Ehrlichkeit und Pflichterfüllung, nunmehr geeint sei mit dem Hakenkreuzbanner des jungen Deutschland, dessen Führer, der Reichs- und Volkskanzler Adolf Hitler, die Gewähr für diese alten deutschen Tugenden biete. Dankbar müsse das ganze Volk sein, daß der greise Feldmarschall Reichspräsident von Hindenburg am 30. Januar 1933 diese nationale Regierung unter des Kanzlers Adolf Hitlers Führung berufen habe. Sein Hoch galt dem Reichspräsidenten u. Reichskanzler, d. begeistert aufgenommen wurde. Entblößten Hauptes wurde das Deutschlandlied gesungen. Alsdann sprach noch Pg. Hermann Fischer über das Wollen des Nationalsozialismusses im neuen dritten Reich. Der Redner geiselte mit aller Schärfe das Treiben der internationalen Dunkelmänner in- und außerhalb Deutschland, die ihre Heimat in den Konzentrationslagern (Heuberg usw.) finden sollen. Sein Sieg-Heil galt den beiden obersten Führern des Reiches. Mit dem Horst Wessel-Lied fand diese große Kundgebung einen würdigen Abschluß. Möge die Einigkeit dieser Stunde in allen Zeiten, und besonders in Zeiten der Not und Gefahr, über alle Klassenunterschiede und konfessionellen Zwiespältigkeiten hinweg, sich geschlossen hinter die Regierung stellen, dann wird und muß es wieder vorwärts und aufwärts gehen in unserem Volk und Vaterland.

    (Vaterlandsfreund (Gerabronn), Nr. 69, 23. 3. 1933, S. 3-4)

  • 22. Januar 1931. Roßmarkt

    () Niederstetten, 22. Jan. Es war heute nicht das richtige Glatteisroßmarktswetter, aber der Hohenloher Bauer und die Landwirte der an Württemberg grenzenden Gebiete von Bayern und Baden lassen es sich doch nicht nehmen, den Niederstettener Roßmarkt, wohl den ältesten Roßmarkt weit und breit, zu besuchen. So herrschte denn heute wieder auf den Straßen und in den Wirtschaften ein großes Gedränge. Besonders auf den Straßen war es durch die vorgeführten Pferde und den Autoverkehr oft recht ungemütlich, aber so wollen es ja die Niederstettener haben. Recht zahlreiche Losverkäufer versuchten zwischenhinein, auch den Rest der Lose an den Mann zu bringen. Ganz dürfte das nicht gelungen sein. Schon vom frühen Morgen an walteten die Preisrichter ihres schwierigen Amtes. Die Zufuhr an Pferden vom Lande war sehr groß, außerdem hatten die bekannten Händlerfirmen 52 sehr schöne Pferde zum Markte gebracht. Von einer Prämiierung der Händlerpferde hat der Gemeinderat in diesem Jahr abgesehen, um jede Unzufriedenheit zu vermeiden. Dagegen wurde für jedes zum Markte- gebrachte Händlerpferd eine Auftriebprämie von 3 RM. bezahlt. Es ist für die Händler auch besser, wenn ihre Pferde durch die doch immerhin einige Stunden dauernde Prämierung nicht festgehalten werden. — Um 10 Uhr fand der Ankauf der Pferde für die Lotterie statt. Der Festzug hatte durch die große Beteiligung ein sehr stattliches Ansehen. Die Stadtkapelle spielte flott voraus, Vorreiter und Stadtfahne vervollständigten das Bild. Der Handel war besser als in den Vorjahren, es wechselten viele Pferde den Besitzer. Im allgemeinen zeigte sich große Nachfrage nach mittelwertigen, jungen Arbeitspferden. Für hochwertige Pferde wurden den Händlern oft nur Verlustpreise geboten. — Die Prämiierung fand um drei Uhr vor dem Rathause durch Herrn Bürgermeister Schroth statt. Nachstehend die Resultate der Prämiierung: [Rest des Artikels fehlt]

    Vaterlandsfreund, Nr. 18, 23. 1. 1931

  • 22. November 1931. Gedenken für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs

    () Niederstetten, 22. Nov. Unsere Gefallenen in Weltkriege wurden auch in unserer Stadt in würdiger Weise geehrt. In den Gotteshäusern der drei Konfessionen fanden Trauergottesdienste statt. Um 11 Uhr bildete sich vor dem Rathause ein höchst ansehnlicher Zug. Der Musik folgten alle Vereine mit umflorten Fahnen, die Vertreter der Konfessionen, der Stadtvorstand mit dem Gemeinderat, die Angehörigen der Gefallenen, die Beamtenschaft, ein Teil der Schuljugend und der größte Teil der Bürgerschaft. Vor dem Kriegerdenkmal sang der Männergesangverein ein stimmungsvolles Lied. Dann hielt Herr Bürgermeister Schroth eine Gedenkrede, welche durch den aus tiefster Ueberzeugung kommenden Vortrag und durch die Tiefe ihres Inhaltes gewaltigen Eindruck auf alle Zuhörer machte. In der Hoffnung, auf ein einiges, großes Deutschland, legte der Redner einen Kranz im Namen der Gesamtgemeinde an der Gedenkstätte unserer teueren Gefallenen nieder. — Mit dem gemeinsamen Gesang des Liedes: „Ich hatt' einen Kameraden“ schloß die Feier und wiederum unter Vorantritt der Stadtkapelle zog der Zug zum Rathaus zurück.

    Vaterlandsfreund, Nr. 274, 23. 11. 1931

  • 23. August 1937. Ehrenbürgerschaft für Albert Sammt

    Niederstetten, 23. Aug. (Luftschiffkapitän Sammt Ehrenbürger seiner Vaterstadt.) Die höchste Ehrung, die eine Gemeinde einem Volksgenossen erteilen kann, ist das Ehrenbürgerrecht. Mit dieser Auszeichnung wollte die Stadt Niederstetten auch ihren Sohn, Luftschiffkapitän Albert Sammt-Frankfurt am Main für seine Verdienste um die Luftschiffahrt und damit für das Vaterland, ehren. Die reich geschmückte Turnhalle faßte am Samstagabend kaum die erschienenen Gäste, welche Zeugen der Uebergabe des Ehrenbürgerbriefes sein wollten. Unter den Anwesenden, welche sich aus Volksgenossen der Gesamtgemeinde, sowie dem näheren Umgebung zusammensetzten, bemerkte man auch Kreisleiter Seiz-Bad Mergentheim, den älteren Bruder und eine Schwester von Luftschiffkapitän Sammt. Eine Streichkapelle der SS.-Standartenkapelle "Deutschland"-Ellwangen leitete die Feierstunde ein und trug einen erheblichen Teil zur Ausgestaltung des Abends bei, gut unterstützt vom Männergesangverein Niederstetten. Bei der Uebergabe des von Künstlerhand ausgeführten Ehrenbürgerbriefes durch Bürgermeister Weber an Luftschiffkapitän Sammt, welcher mit seiner Frau erschienen war, brachte ersterer zum Ausdruck, daß diese Ehrung einem verdienten Sohne der Stadt zuteil werde und daß sie Anlaß sein möge, die Verbundenheit mit ihr noch zu stärken, besonders gedachte er seiner glücklichen Errettung bei der Katastrophe des Luftschiffes "Hindenburg" und wünschte ihm noch volle Genesung von seiner hierbei erlittenen Verwundung. Luftschiffkapitän Sammt dankte in herzlichen Worten für die erhaltene Auszeichnung, die er voll würdige. Richard Knenlein sprach im Namen der gleichaltrigen Jugendgenossen von Albert Sammt und. seine Ausführungen zeigten, wie stolz sie alle auf ihren Gefährten aus der Jugendzeit seien. Der mit seinem Freunde Albert Sammt und dessen anwesenden Bruder Fritz verlebten Jahre in Niederstetten gedachte Bürgermeister Schroth und hob hervor, wie Sammt sich vom einfachen Handwerker durch zähen Fleiß und Einsatzbereitschaft sich seine heutige Stellung bei der Zeppelinluftschiff-Reederei errungen habe und wie die ganze Gemeinde gebangt hätte um ihren Heimatsohn, als die Nachricht von der Luftschiffkatastrophe eintraf und wie die Anwesenden wohl nun zum erstenmale in unserem Vaterlande aus berufenem Munde Einzelheiten darüber erfahren werden. In einer längeren Ausführung schilderte dann Luftschiffkapitän Sammt, ausgehend von seinem letzten Vortrage mit Film und Lichtbildern, den er hier im Jahre 1930 hielt, die Entwicklung des Luftschiffbaues und dann besonders eindringlich mit beredten Worten seine letzte Fahrt, welche zugleich auch die Katastrophenfahrt des Luftschiffes "Hindenburg" war. Gespannt lauschten die Zuhörer der ergreifenden Schilderung der 37 Vernichtungssekunden und der glücklichen Rettung aus dem brennenden Luftschiff, wenn auch mit schweren Brandwunden. Gegen Schluß des Abends erschien überraschend und freudig begrüßt ein Kamerad unseres Ehrenbürgers Albert Sammt, Luftschifführer Ladewig, der bei seinem Ferienaufenthalt in Rothenburg o. Tauber von der heutigen Ehrung erfuhr.

    Der Franke, 24. 8. 1937

  • 23. Januar 1937. Roßmarkt-Bericht

    Niederstetten, 23. Jan. (Roßmarkt.) Am Donnerstag wurde bei günstigem Wetter der alljährliche Roßmarkt abgehalten. Der Besuch der Bauern aus der Umgebung war überaus lebhaft. Der Auftrieb an Pferden war sehr gut und betrug insgesamt 157 Stück und zwar: 71 Händler, 20 Warmblut-, 23 Kaltblutpferde, eine Familie mit 3 Pferden und 40 Fohlen (Kalt- und Warmblut). Der Markt stellte sich mit dieser Zahl nicht hinter die Bedeutung seiner Vorgänger. Schon am Morgen setzte ein lebhafter Handel ein; die Händler verkauften ungefähr die Hälfte ihres Bestandes, aber auch die übrigen Pferde, welche zum Verkauf gestellt waren, fanden guten Absatz. Die Prämiierung war dieses Jahr nicht im Hofgarten, sondern auf dem Sportplatze, wodurch eine bessere Uebersicht erzielt wurde. Die große Zahl der zur Prämiierung gekommenen Pferde machte den Preisrichtern ihr Amt sehr schwer, ebenso hatte der Umzug durch die Stadt, an welchem sich 90 Pferde beteiligten, über eine Stunde Verspätung. Am Nachmittag fand die Verteilung der Preise statt, welche nur durch freiwillige Spender ermöglicht wurde und zwar beteiligten sich daran die Kreisbauernschaft, die Landw.- und Gewerbebank Gerabronn, das Elektrizitätswerk Hohebach-Ingelfingen, die Kreissparkasse und die hiesigen Wirte und Metzger. Bürgermeister Schroth begrüßte die Anwesenden namens der Stadt und dankte besonders. auch dem Preisgericht für seine Mühe. In seinen Ausführungen betonte er, daß von den Landwirten Bedauern darüber ausgesprochen wurde, daß das Wirtschaftsministerium, Abt. Landwirtschaft die Wiedereröffnung der seit Jahrzehnten bestandenen Beschälstation Niederstetten abgelehnt hat, weil die Stadt sich nicht dazu bereit erklären konnte, den etwaigen Abmangel der Beschälstation Weikersheim zu tragen. Bürgermeister Schroth forderte aber die Landwirte auf, ihre Pferde trotzdem zu den Platten Weikersheim und Blaufelden zu führen, um dem Wirtschaftsministerium zu beweisen, daß die Errichtung einer dritten Platte zu Niederstetten eine unbedingte Notwendigkeit darstelle. Wir glauben bestimmt, mit Hilfe der Stutenbesitzer zur Hebung der Pferdezucht im Rahmen des Vierjahresplanes beizutragen, einen schönen Anfang hierzu zeigte das wirklich prächtige Fohlenmaterial, das auf dem Roßmarkt gezeigt wurde.

    Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis:

    Warmblut: Gebrauchspferde.
    I. Preise: Friedrich Hofmann-Niederweiler für Braunstute, Ludwig Münz-Herrentierbach für Rappstute, Paul Löblein-Eichhof für Fuchsstute.
    II. Preise: Friedrich Gackstatter-Könnbronn für Kohlfuchsstute, Leonh. Köthmann-Niederweiler für Schwarzbraunstute, Leonhard Beck-Rinderfeld für Braunwallachen, Fürstl. Domäneverwaltung Bartenstein für Rappwallachen.
    III. Preise: Leonh. Federolf-Pfitzingen für Schwarzbraunwallachen, Joh. Höppel-Bronn für Braunwallachen, Fürstl, Domäneverwaltung Bartenstein für Rappwallachen, Georg Lang-Neubronn für Braunwallachen, Karl Balbach-Rinderfeld für Schwarzbraunwallachen.

    Warmblutfamilienpferde:
    II. Preis: Georg Bach-Adolzhausen für Braunstutfamilie.

    Kaltblutgebrauchspferde.
    I. Preise: Gottlob Hesser-Amlishagen für Fuchsstute, Georg Herz-Lillstadt für Braunstute, Paul Zeller-Rot, Kr. Mergentheim, für Braunstute, Karl Wirt-Rinderfeld für Fuchsstute, Leonh. Streng-Rinderfeld für Kohlfuchsstute, Leonh. Horn-Wermutshausen für Fuchswallachen.
    II. Preise: Georg Bach-Adolzhausen für Fuchsstute, Gottlob Hesser-Amlishagen für Fuchsstute, Friedr. Gackstatter-Könnbronn für Kohlfuchsstute, Jakob Mönikheim-Ebertsbronn für Fuchsstute, Otto Osiander-Sichertshausen für Braunstute, Friedr. Kellermann-Schrozberg für Fuchswallachen.
    III. Preise: Friedr. Herbst-Vorbachzimmern für Braunstute, Karl Striffler-Wertmutshausen für Braunstute, Johann Emmert-Rinderfeld für Braunstute.

    Fohlen: Warmblut:
    I. Preise: Paul Löblein Eichhof für Braunstutfohlen, Ludwig Münz-Herrentierbach für Rappwallachfohlen.
    II. Preise: Georg Herz-Lillstadt für Fuchsstutfohlen, Rudolf Schmidt-Staigerbach für Fuchshengstfohlen, Johann Hachtel-Vorbachzimmern für Braunwallachfohlen, Friedrich Klenk-Wermutshausen für Fuchshengstfohlen.
    III. Preise: Fritz Rollmann-Streichental für Fuchsstutfohlen, Georg Lang-Neubronn für Braunstutfohlen, Paul Habel-Neubronn für Fuchshengstfohlen, Karl Balbach-Rinderfeld für Fuchsstutfohlen, Paul Löblein-Eichhof für Braunwallachfohlen, Luise Marquardt, Witwe, Wildentierbach für Rappstutfohlen, Friedrich Wolz-Niederweiler für Fuchshengstfohlen, Karl Wirth-Rinderfeld für Braunstutfohlen.

    Fohlen - Kaltblut:
    I. Preise: Leonh. Kleider-Hachtel für Braunstutfohlen, Leonh. Kleider-Hachtel für Fuchswallachfohlen.
    II. Preise: Josef Fach-Dreischwingen für Fuchsstutfohlen, Josef Fach-Dreischwingen für Fuchswallachfohlen, Georg Leidenberger-Wildentierbach für Rotschimmelstutfohlen.
    III. Preise: Leonh. Kleider-Hachtel für Kohlfuchsstutfohlen, Friedr. Klenk-Wermutshausen für Braunhengstfohlen, Friedr. Wunderlich-Herbsthausen für Fuchsstutfohlen, Georg Herz-Lillstadt für Braunstutfohlen.

    Der Franke, 23. 1. 1937

  • 23. Juni 1936. BM Schroth nach Herrenberg berufen - Weingärtner Frieß gestorben - Bezirksnotar Kunkel ernannt

    Niederstetten, 23. Juni. (Berufung. - Verschiedenes.) Wie ein Lauffeuer durcheilte die Kunde unsere Stadt, daß Herr Bürgermeister Schroth lt. ministeriellem Beschluß als kommissarischer Bürgermeister nach Herrenberg berufen wurde. Diese Stelle mußte Herr Bürgermeister Schroth schon am gestrigen Montag antreten. Die Verwaltung unserer Gemeinde wird vorerst so geregelt, daß Bürgermeister Schroth Samstag und Sonntag hier die Geschäfte versieht und an den übrigen Tagen der stellv. Bürgermeister, Herr Fr. Melber, dieselben übernimmt. Am Donnerstag berief Bürgermeister Schroth eine Sitzung mit den Beigeordneten und Ratsherren zusammen, in welcher er offiziell seine Versetzung zur Kenntnis brachte. Von den Anwesenden wurde zum Ausdruck gebracht, daß Bürgermeister Schroth unserer Gemeinde erhalten bleiben möge. – Am Freitag, den 19. Juni starb der älteste Einwohner, Weingärtner Friedr. Frieß, im hohen Alter von 94 Jahren. Bei der Wahl am 29. März ließ es sich Herr Frieß nicht nehmen, zu Fuß zur Wahlurne zu gehen und seiner Pflicht zu genügen. – Obersekretär Kunkel von Heilbronn wurde zum Bezirksnotar in Niederstetten ernannt.

    Der Franke, 23. 6. 1936

  • 23. Juni 1936. Konzert der SS-Standarten-Kapelle "Deutschland" - Segelfliegertaufe

    Niederstetten, 23. Juni. (Militärkonzert und Segelflugzeugtaufe.) Am Sonntag, 14. Juni, veranstaltete die Ortsgruppe der NSDAP. ein Gartenkonzert auf dem Sportplatz. Für dieses Konzert war die SS.-Standarten-Kapelle "Deutschland", Ellwangen, unter der Stabführung von Obersturmführer Fliege, gewonnen worden. Auf die musikalischen Darbietungen der Kapelle braucht nicht näher eingegangen zu werden, da die Leistungen derselben hier nun schon bekannt sind und daß sie auch gewürdigt werden, zeigte der überaus zahlreiche Besuch der Veranstaltung, besonders auch von den umliegenden Ortschaften. — Verbunden mit dem Militärkonzert war die Taufe des von dem Fliegerstützpunkt Niederstetten erstellten Segelflugzeuges. Die Taufe nahm Herr Bürgermeister Schroth vor, in welchem das Flugzeug den Namen "Stadt Niederstetten" erhielt. Anschließend sprach Ortsgruppenleiter Thomas, Fliegerstützpunktleiter Sigelen und für die Fliegerortsgruppe Schwäb. Hall Ortsgruppenleiter Wagner, Schwäb. Hall.

    Der Franke, Nr. 143, 23. 6. 1936

  • 24. Mai 1937. Verabschiedung von Bürgermeister Jakob Schroth

    Abschiedsfeier für Bürgermeister Schroth
    Niederstetten, 24. Mai. In einer am 14. Mai stattgefundenen Versammlung der Bürgermeister des Kreises Gerabronn haben dieselben von ihrem Kollegen, Bürgermeister Schroth-Niederstetten, welcher als Bürgermeister nach Herrenberg kommt, Abschied genommen. In einer Ansprache des Kreisleiters wurden die Verdienste des Scheidenden gewürdigt. Am gestrigen Abend hatte sich nun die Bevölkerung Niederstettens und besonders auch der Teilgemeinden in einer großen Zahl in die festlich geschmückten Turnhalle versammelt, um von ihrem Bürgermeister Abschied zu nehmen, Was Bürgermeister Schroth während seiner 20jährigen Tätigkeit als Amtsvorsteher von Niederstetten geleistet hat, kam in den zahlreichen Reden des Abends zum lebhaften Ausdruck, ebenso seine Verbundenheit und der seiner Familie mit der Bevölkerung. Landrat Wöhrle-Gerabronn und Kreisleiter Niklas-Riedbach waren erschienen, um den Dank abzustatten für die von Bürgermeister Schroth geleistete Arbeit als Kommunalbeamter und in dieser Eigenschaft als Kreisamtswalter der NSDAP. Zum äußeren Zeichen der Anerkennung seiner Verdienste um das Gemeindewohl überreichte der stellvertretende Bürgermeister Melber ein Gemälde, Niederstetten mit Aussicht auf das Schloß darstellend, von einem Heimatsohne, Kunstmaler Gehring-Stöckenburg. Studienrat Maier sprach für die Lehrer und dankte für die Initiative beim Bau der neuen Schule und übergab als kleines Zeichen des Dankes ein Bild der Schule. - Ortsgruppenleiter Thomas nahm in herzlichen Worten Abschied von seinem Parteigenossen. Herr Gräter-Hermuthausen und Direktor Roesler-Igelfingen sprachen für den Elektrizitäts-Gemeindeverband Ingelfingen-Hohebach und gedachten seiner als dem Gründer desselben. Aus dem gleichen Anlaß dankten die Vorstände der Weingärtnergenossenschaft und der Milchverwertung. Für das volle Verständnis und die entgegenkommende Förderung ihrer Belange dankten die Vorstände des Turn- und Männergesangvereins, sowie des Kyffhäuserbundes. Stadtpfleger Pflüger sprach für die städt. Angestellten und betonte das gute Einvernehmen und verständnisvolle Arbeiten mit ihrem Vorgesetzten. Bürgermeister Striffler-Vorbachzimmern hob die Verdienste des Scheidenden um das nachbarliche gute Einvernehmen in Schulfragen hervor. Stadtpfarrer Göltenboth sprach für die ev. Kirchengemeinde. Die ganze Feier wurde festlich umrahmt durch Darbietungen gesanglicher und musikalischer Art durch den Männergesangverein und die Kreismusikkapelle. Tiefbewegt dankte Bürgermeister Schroth allen Erschienenen und besonders den Rednern für ihre Beweise der Anerkennung seiner Arbeit und bemerkte, wie ungern er aus diesem seinem liebgewordenen Wirkungskreise scheide, sei ihm doch Niederstetten eine zweite Heimat geworden, mit der er auch durch Grund und Boden verbunden sei und bleiben werde. Die ihm dargebrachten Glückwünsche für sein und seiner Familie ferneres Wohlergehen erwiderte er für die ganze Einwohnerschaft .Am Abend zuvor fanden sich auch Aufsichtsrat und Vorstand der Landw.- und Gewerbebank Gerabronn bei Aufsichtsratsmitglied Marquardt z. "Krone", um mit dem scheidenden Herrn Bürgermeister Schroth noch im engeren Kreise etwas beisammen zu sein. Bei dieser Gelegenheit ergriff Bankvorstand Rühling das Wort, um namens der Genossenschaft Herrn Schroth für dessen Tätigkeit und Unterstützung als Vorstandsmitglied seit 1926 den wärmsten Dank zu sagen. Herr Rühling entwarf dabei auch einen recht interessanten Rückblick auf die Entwicklung der Genossenschaft und insbesondere der Filiale in Niederstetten. So ist die Zahl der Mitglieder in Niederstetten von 1923-1936 von 71 auf 203 gestiegen und die geführten Konten in Spareinlagen, laufender Rechnung und Darlehen von 217 auf 1511 angewachsen. In seiner Erwiderung betonte der Scheidende starke Verbundenheit mit der Genossenschaft, die er auch gerne als überzeugter Genossenschaftler aufrecht erhalten werde. Auch der Leiter der Bankfiliale in Niederstetten, Herr Willy Schuster brachte in herzlicher Weise seinen Dank für die schöne Zusammenarbeit mit Herrn Bürgermeister Schroth zum Ausdruck. Die an der Feier teilnehmenden Herren der Bank gaben dem Scheidenden ihre besten Wünsche für seinen neuen Wirkungskreis mit auf den Weg.

    Der Franke, 24. 5. 1937

  • 24. November 1932. Leserbrief zur Totengedenkfeier

    Eingesandt
    (Außer Verantwortung der Redaktion).
    Zur Totengedenkfeier in Niederstetten. Bei der Totengedenkfeier in Niederstetten ereigneten sich Zwischenfälle, die wegen ihrer Einzigartigkeit einer breiten Oeffentlichkeit nicht vorenthalten werden dürfen. Als Unterzeichneter, der im Auftrag der nat.-soz. Ortsgruppe einen Kranz am Heldendenkmal niederlegte, in seinen Ausführungen neben den Gefallenen des Weltkriegs auch der ermordeten S.A.-Kameraden gedachte, ohne jedoch irgendwelche polemische Wendungen gegen Persönlichkeiten oder Parteien zu gebrauchen, wurde er von jüdischer Seite offenbar in provozierender Absicht wiederholt durch laute Zurufe unterbrochen. Statt daß nun Herr Bürgermeister Schroth die Zwischenrufer auf das Ungebührliche ihres Tuns aufmerksam gemacht und sie des Platzes verwiesen hätte, machte er sich deren Ansicht zu eigen und wußte nichts besseres zu tun, als den Redner andauernd durch Zwischen-Bemerkungen am Weiterreden zu hindern. Nicht nur die nat.-soz. Bewegung, das ganze nationale Deutschland gedachte am Totensonntag der von Marxisten gemordeten 400 S.A.-Leute in der Ueberzeugung, daß es in erster Linie ihnen zu verdanken ist, daß die Welle des Bolschewismus nicht unser Vaterland überflutete. In Niederstetten sollte dies unmöglich gemacht werden, obwohl - wie ausdrücklich bemerkt werden muß - die Erlaubnis zu sprechen, von keinerlei Bedingungen abhängig gemacht worden war. Im Oberamtsbezirk Gerabronn verfügt die NSDAP. über die absolute Mehrheit, die nationalen Parteien vereinigen 90 Prozent aller Stimmen auf ihre Listen. Herr Bürgermeister Schroth hat durch sein Verhalten die Gefühle der Mehrheit aufs tiefste verletzt.
    Wildentierbach, den 29. Nov. 1932.
    cand. phil. Manfred Traub.

    (Vaterlandsfreund, Nr. 276, 24. 11. 1932)

  • 25. Januar 1936. Bericht vom Roßmarkt

    Roßmarkt Niederstetten am 23. Januar 1936.

    Trotz des nassen Winterwetters erfreute sich der heurige Roßmarkt wieder eines sehr guten Besuchs aus unserer näheren und weiteren fränkisch-hohenloheschen Heimat. Die im Umzug mitgeführten Pferde und Fohlen waren durchweg sehr schöne Tiere. Sie legten Zeugnis ab von dem allgemein guten Pferdematerial, das zum Markt aufgetrieben wurde. Sehr lebhaft war der Handel. Es wurden wohl noch selten so viele Käufe abgeschlossen, als beim heurigen Markt. Die Preise bewegten sich zwischen 600-1500 RM. für Arbeitspferde, je nach Qualität. Im ganzen wurden 65 Pferde und Fohlen zur Prämiierung vorgeführt. Ausnahmsweise stark waren die Händler mit 102 Pferden vertreten. Bei der stattgehabten Prämierung erhielten nachgenannte Landwirte Preise:

    Warmblut: Gebrauchspferde:
    I. Preis 12.- RM.: Ludwig Münz, Bauer in Herrentierbach, für Rappstute. Fritz Gackstatter, Bauer in Könbronn, für Fuchsstute. Karl Wirth, Bauer in Rinderfeld, für Hellfuchsstute. Peter Kief, Landwirt in Herbsthausen, für Hellbraunstute. Friedrich Hofmann, Bauer in Niederweiler, für Braunstute. Gottlob Hesser, Gutspächter in Amlishagen für Fuchsstute. Karl Wirth, Bauer in Rinderfeld, für Kohlfuchsstute. Fürstl. Domänenverwaltung Bartenstein, für Rappwallach.
    II. Preise a 8.- RM.: Friedrich Grün, Bauer in Eichswiesen, für Braunwallach. Leonhard Streng, Bauer in Rinderfeld, für Fuchsstute. Georg Bach, Bauer in Adolzhausen, für Braunstute. Margarete Oberndörfer, Bauers-Witwe in Sichertshausen, für Fuchsstute. Fürstl. Domänenverwaltung Bartenstein, für Dunkelbraunwallachen. Anton Lieb, Bauer in Neuses, für Braunwallachen. Fritz Rollmann, Bauer in Streichental, für Braunwallachen. Friedrich Reiß, Bauer in Herrentierbach für Braunwallachen.
    III. Preise a 5,- RM. Johann Balbach, Bauer in Ebertsbronn, für Fuchsstute. Georg Bauer, Bauer in Weilerhof, für Rappwallachen.

    Warmblutfamilienpferde.
    II. Preis mit 15.- RM.: Paul Löblein, Siedler im Eichhof, für Fuchsstutfamilie

    Kaltblutgebrauchspferde.
    I. Preis a 12.- RM.: Jakob Mönikheim, Bauer in Ebertsbronn, für Fuchsstute.
    II. Preise a 8.- RM.: Fritz Gackstatter, Bauer in Könbronn, für Kohlfuchsstute. Leonhard Horn, Bauer in Wermutshausen, für Fuchswallachen. Georg Leidenberger, Bauer in Wildentierbach, für Rotschimmelstute.
    III. Preise a 5.- RM.: Walter Mönch, Gutspächter in Kreuzfeld, für Fuchsstute. Eugen Nörr, Adlerwirt und Bauer in Niederstetten, für Braunstute. Karl Streitberger, Werksbesitzer in Niederstetten, für Braunstute. Johann Emmert, Bauer in Rinderfeld, für Braunstute. Leonhard Nagel, Bauer in Rinderfeld, für Kohlfuchsstute. Otto Nicklas, Bauer in Naicha, für Braunwallachen. Friedrich Herbst, Bauer in Naicha, für Braunstute. Fr. Stahl, Bauer in Münster, für Kohlfuchsstute. Gottlob Hesser, Gutspächter in Amlishagen, für Fuchsstute. Joseph Baier, Bauer in Roth, für Fuchswallachen. Johann Schmidt, Bauer in Vorbachzimmern, für Kohlfuchsstute.

    Fohlen: Warmblut:
    I. Preis a 10,- RM. Leonhard Köthmann, Bauer in Niederweiler, für Rapphengst.
    II. Preise: a. 7. - RM. Karl Pratz, Bauer in Kälberbach, für Braunstute. Karl Balbach, Bauer in Rinderfeld, für Dunkelbraunwallachen. Friedrich Wolz, Bauer in Niederweiler, für Braunhengst. Fritz Rollmann, Bauer in Streichental, für Schwarzbraunstute.
    III. Preise a 6,- RM. Fritz Ziegler, Bauer in Adolzhausen, für Braunstute, Fritz Thürauf, Bauer in Adolzhausen, für Braunstute. Karl Münz, Bauer in Hollenbach, für Fuchsstute. Georg Weigel, Bauer in Blaufelden, für Braunstute.

    Kaltblut: Fohlen:
    I. Preis a 10.- RM.: Gottlob Hesser, Gutspächter in Amlishagen, für Kohlfuchshengst.
    II. Preis a 7.- RM.: Leonhard Kleider, Bauer in Hachtel, für Braunstute.
    III. Preise 5.- RM.: Joseph Hitzfelder, Bauer in Apfelbach, für Fuchsstute. Georg Leidenberger, Bauer in Wildentierbach, für Rotschimmelstute. Leonhard Kleider, Bauer in Hachtel, für Fuchshengst. Friedrich Wunderlich, Bauer in Herbsthausen, für Fuchsstute.

    Anläßlich der Preisverteilung dankte Herr Bürgermeister Schroth den Stiftern der Ehrenpreise, den Preisrichtern und allen, die sich am Markte beteiligt haben. Er betonte, daß zur Prämiierung heuer besonders gutes Pferdematerial in Warmblut und Fohlen aufgetrieben wurde und daß es deshalb den Preisrichtern schwer gefallen ist, die Preise zu verteilen. Die im letzten Jahre ausgesprochene Hoffnung auf Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse hat sich erfüllt. Der Führer hat uns die Wehrfreiheit wieder geschenkt und damit unser deutsches Volk wieder auf die Lebensgrundlage gestellt, die für ein ges. Gedeihen unserer wirtschaftl. Verhältnisse, insbes. auch in d. Landwirtschaft notwendig ist. - Wir wollen seinen Wahlspruch für 1936, von einem neuen heiligen Eifer zur Arbeit und Eintritt für Volk und Vaterland erfüllen helfen und für die so notwendige Nährfreiheit unseres Volkes mit allen Kräften kämpfen. Bürgermeister Schroth schloß seine Ausführungen mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer und auf unser deutsches Vaterland.

    Der Franke, Nr. 20, 25. 1. 1936

  • 25. März 1933, Gemeinderatssitzung. Hitler und Hindenburg Ehrenbürger, Straßenumbenennung Hindenburgstraße und Adolf-Hitler-Straße

    Niederstetten, 25. März. Wohl die interessanteste Gemeinderatssitzung hat soeben stattgefunden. Bei Beginn der Sitzung forderte Bürgermeister Schroth auf, sich von den Sitzen zu erheben, um dann der großen Volkserhebung und deren großem Führer zu gedenken. Mit ersten Worten hob er hervor, daß jeder auf seinem Platz seine Pflicht zu tun und die Anordnungen zu befolgen habe, die die Reichsregierung in dieser schweren Zeit zu erlassen gezwungen sei. Nur so, wenn jeder seine Pflicht und Schuldigkeit tue, können die großen Ziele, die unsere nationale Regierung sich gestellt habe, von Erfolg begleitet sein und zum Segen unseres geliebten deutschen Vaterlandes sich auswirken. Alsdann hat der Gemeinderat einmütig die beiden hohen Führer Hindenburg und Adolf Hitler angesichts ihrer schweren Aemter zu Ehrenbürgern ernannt und ferner die beiden Hauptstraßen Niederstettens mit Hindenburg- und Hitlerstraße bezeichnet.

    (Vaterlandsfreund (Gerabronn), 25. 3. 1933)

  • 26. Januar 1931. Tanzkurs-Schlußball - Generalversammlung des Turnvereins - Erste-Hilfe-Vortrag

    () Niederstetten, 26. Jan. Ueber einen Schlußball eines Tanzkurses berichten wir im allgemeinen nicht. Wenn ein Tanzkurs aber 23 Paare hat und diese 23 Paare andere 92 Paare aus allen Teilen der Bürgerschaft zum Schlußball einladen, dann wird dieser Schlußball auch für eine kleine Stadt ein gesellschaftliches Ereignis. Das war denn auch der am Samstag stattgehabte Schlußball der Tanzschule Geiger-Mergentheim in den Löwensälen. An der Mitteltafel ein Kranz lieblicher Jugend, gehoben durch die zahlreichen Sträuße herrlicher Blumen, rings herum die Ballmütter und Ballväter und noch viele tanzlustige Jugend. Die jungen Leute zeigten auch, daß sie vorzüglich tanzen gelernt hatten — ihr erstes Debut auf dem Parkett (eigentlich Pitch-pin) der Gesellschaft verlief recht erfolgreich u. hoffentlich gelingt es ihnen auf dem Parkett des Lebens ebenso erfolgreich zu werden. Der Jugend gehört ja die Zukunft. Erfreulich war auch zu sehen, daß der alte Walzer wieder hoch in Ehren steht. Herr Oberndörfer-Sichertshausen begrüßte recht nett die Gäste, das Tanzlehrerehepaar Greiner-Geiger, die Tanzschüler des Tanzkurses „Liebeswalzer“ und überreichte dem Tanzlehrerehepaar ein schönes Geschenk. Die Musik stellte Herr Fleckenstein-Mergentheim und er wirkte selbst mit. Daß das eine gute und keine gewöhnliche Tanzmusik war, kann man sich denken. Von allen Stücken sei nur die glänzend gespielte Francaise aus der „Fledermaus“ genannt.

    () Niederstetten, 26. Jan. Der Turnverein hielt gestern im Melber'schen Saale seine Generalversammlung ab. In Hinsicht auf die Größe und Bedeutung des Vereins wäre eine bessere Beteiligung zu wünschen gewesen. Wohl zum ersten Male war auch die Frauenriege vertreten. Herr Vorstand Streitberger begrüßte die Versammlung und gedachte der Toten des Vereins. Der Jahresbericht des Schriftführers gab ein schönes Bild von erfolgreichem turnerischen Schaffen des Vereines und von gelungenen gesellschaftlichen Veranstaltungen. Der Bericht des Kassierers zeigte, daß der Verein auch finanziell gut gearbeitet hat. Besonders durch die Durchführung der Wirtschaft in eigener Regie konnte ein weiterer Teil der Bauschulden abgetragen werden, Aus den Berichten der Turnwarte ist hervorzuheben: Die Zahl der Jugendturner hat sich nach der letzten Jugendveranstaltung fast verdoppelt. Es wird über mangelnde Beteiligung seitens der aktiven Turner an den Turnstunden geklagt. Der Oberturnwart bemerkte sehr richtig, daß wer turnt, dies nicht dem Verein, sondern sich selbst zu Liebe tut. Die Wahlen ergaben: 1. Vorstand: Streitberger, 2. Vorstand: Hauptlehrer Gerheißer (neu), Kassier: Rüger, Schriftführer: Kreutzmann, Oberturnwart: Kleinhanß, Turnwart: Stadtpfleger Pflüger, Jugendturnwart: Keppler, Frauenturnwart Kleinhanß. Hr. Vorstand Streitberger dankte für die Wiederwahl und dankte zugleich allen Funktionären, der Wirtschaftskommission und den Damen des Vereines, welche sich dieser zur Verfügung gestellt hatten. In der sich anschließenden Aussprache regte Oberturnwart A. Kleinhanß an, die Monatsversammlungen sollten durch gebotene geistige Darbietungen auf turnerischen und allgemeinen Gebieten anregender gestaltet werden. Herr Bürgermeister Schroth regte an, durch Schaffung eines Aufenthaltsraumes mit guter Lesegelegenheit, Gelegenheit zu musikalischer Betätigung und sonstiger geistiger Anregung die Jugend von der Straße fernzuhalten. Die Versammlung nahm einen harmonischen Verlauf.

    () Niederstetten, 26. Jan. Der landw. Hausfrauenverein hatte gestern einen Vortragsabend im Postsaale veranstaltet. Frl. Siebert von der württ. Landwirtschaftskammer hielt einen Lichtbildervortrag über „Erste Hilfe bei Unglücksfällen“. Der Vortrag war durch eine Reihe erklärender Lichtbilder unterstützt. Der Besuch war nicht sehr zahlreich.

    Vaterlandsfreund, Nr. 21, 27. 1. 1931

  • 26. Juni 1936. Amtseinsatzung von Bürgermeister Schroth in Herrenberg

    Niederstetten, 26. Juni. (Zur Amtseinsetzung von Bürgermeister Schroth in Herrenberg.) In der Mittwoch-Ausgabe haben wir bereits kurz über die Amtseinsetzung des Herrn Bürgermeister Schroth als kommissarischer Bürgermeister von Herrenberg berichtet.
    In der bereits erwähnten Sitzung auf dem Herrenberger Rathaus, die vom 1. Beigeordneten, Stadtrat Rauch, mit Begrüßungsworten eröffnet wurde, ergriff, lt. Schw. Tgztg. zunächst Landrat Dr. Zeller das Wort und führte u. a. aus: "Schuld und Schicksal haben sich verflochten und uns vor harte Entscheidungen gestellt. So schmerzlich bewegt wir über die Ereignisse sind, so sehr sind wir auch Willens, als Männer über diese Dinge hinwegzukommen. Es gilt nun, Bilanz zu ziehen und von Neuem zu beginnen, Wenn ich nach reiflicher Ueberlegung für die Führung der Rathausgeschäfte einen Staatskommissar ernannt habe, so ist das nicht als Mißtrauen gegen die Stadt, sondern als freundliche Hilfe zu werten. Daß meine Maßnahme ein Akt der Fürsorge war, ist auch aus der Wahl der Persönlichkeit zu ersehen. Bürgermeister Jakob Schroth ist auf vielen Gebieten der Verwaltung eine erste Kraft. Zeugnisse hoher Behörden- und Parteidienststellen bezeichnen ihn als ausgezeichneten Bürgermeister und vorzüglichen Verwalter. Außer seinem Amt in Niederstetten verwaltet er das Aktuariat verschiedener Gemeinden, ist Verwaltungratsvorsitzender eines Elektrizitätsverbandes, maßgebender Mitarbeiter des dortigen Fleckviehzuchtverbandes und hat darüber hinaus auf mancherlei Gebieten zweckdienliche und reiche Arbeit geleistet. Ich habe von den vorgesetzten Behörden die vollste Bestätigung, daß Bürgermeister Schroth in d. Lage ist, die Prüfg. auf dem Rathause durchzuführen, die Amtsgeschäfte zu übernehmen und den Wagen wieder auf das rechte Geleise zu bringen.
    Landrat Dr. Zeller forderte sodann Beigeordnete, Ratsherren und die Beamtenschaft Herrenbergs zu treuer Unterstützung des neuen Stadtoberhauptes auf und verwies diese darauf auf den Diensteid. Nach der Einsetzung dankte Bürgermeister Schroth für die freundliche Begrüßung und das große Vertrauen, das ihm von den Herrenbergern entgegengebracht wird. "Wenn ich dem Ruf nach Herrenberg Folge geleistet habe", so sagte er u. a, "so kostet mich das zunächst eine Ueberwindung. Ich bin in meiner Gemeinde schon fast 20 Jahre als Stadtvorstand tätig und mit ihr so verwurzelt, daß es mir schwer fiel, dem Ruf meiner vorgesetzten Behörde Folge zu leisten.
    Ich habe mir aber gesagt, daß ich deren Vertrauen nicht ausschlagen darf und daß ich als Nationalsozialist verpflichtet bin, dahin zu gehen, wo man mich braucht und wohin ich gestellt werde. Ich werde dabei so handeln, wie es mein Gewissen mir vorschreibt, wie es dem Interesse der Allgemeinheit förderlich ist und ihr zum Wohle und Segen gereicht. Ich bin willens, wie von jeher denen zu dienen, die mir das Vertrauen schenken und mich erkoren haben. Ich bitte auch, die Bezeichnung Staatskommissar nicht als eine Art Staatsanwalt oder Strafdirektor zu deuten. Ich fasse im Gegenteil mein neues Amt so auf, wie wenn es mir durch das Vertrauen der Bürgerschaft übertragen wäre. Ich gebe Ihnen daher die volle Versicherung, daß ich mich des Vertrauens, das Ihr Landrat in mich gesetzt hat, würdig zeigen werde. Ich werde alles daran setzen, das Amt wieder so in Ordnung bringen, wie es der Wunsch aller ist.
    Es werden allerdings dabei harte Maßnahmen notwendig werden und ich werde an manche Angelegenheit scharf herangehen, doch nicht so, daß Maß und Ziel überschritten wird und ohne Nachteile für einzelne oder die Gesamtheit, sondern nach dem Grundsatz ausgleichender Gerechtigkeit. Ich erwarte und hoffe, daß die Beamtenschaft des Rathauses mir treu zur Seite steht und mir mit offenem Blick und offenem Herzen entgegenkommt. Auch die Herren Beigeordneten und Ratsherren bitte ich, mir alle Angelegenheiten mitzuteilen, die von Wert sind, eine Gemeinschaftsarbeit bis ins Letzte hinaus zu leisten. So werden wir es dann erreichen, daß die Wunden der letzten Tage bald vernarbt sein werden.
    Nach weiteren Worten der Begrüßung und der Zusicherung treuer Mitarbeit und Gefolgschaft von seiten des ersten Beigeordneten und des Stadtpflegers Huppenbauer wandte sich Landrat Dr. Zeller noch an die Bürgerschaft, die er um Vertrauen und Verständnis für die kommenden Maßnahmen des neuen Bürgermeisters bat.

    Der Franke, Nr. 147, 27. 6. 1936

  • 26. März 1933, Schulentlaßfeier der evangelischen Volksschule

    Niederstetten, 3. April. Wie reden heute so viel von der Gemeinschaft und von dem einigenden Band, das uns alle umschlingen sollte. Da ist es besonders wohltuend, wenn man auf irgend einem Gebiet - wenn auch am kleinen Platz - das Ziel verwirklicht sieht. Das war am Sonntag, 26. März, bei der Entlassungsfeier der evangelischen Volksschule Niederstetten der Fall. Seit 13 Jahren hat sich diese Feier - alljährlich wiederkehrend und in steigendem Maße begrüßt - eingebürgert, so daß man von einer wirklichen Gemeinde sprechen kann, in welcher sich Eltern, Schüler und Freunde der Schule mit den Lehrern derselben verbunden fühlen. Ueber 400 Erwachsene hatten sich neben den 150 Kindern in der Turnhalle eingefunden. Der Schulvorstand, Herr Oberlehrer Wahl, wies in seiner Begrüßung darauf hin, daß man auch an einer Entlaßfeier sehen könne, was und in welchem Geist in einer Schule gearbeitet werde. Die Kleinsten, die es kaum erwarten konnten, zeigten zuerst ihre Kunst. Wie selig leuchteten ihre Augen, als sie in dem reizenden Frühlingsspiel "Der Frühling hat sich eingestellt", als Häslein und Vöglein springen und hüpfen, als Blümlein nicken, tanzen und singen durften! Wir Erwachsene selbst fühlten uns da wieder ins Kinderland zurückversetzt, wir empfanden wieder mit Kindern so rein, so unberechnet und natürlich. Die Mittelklasse führte uns ein Märchenspiel vor. Fröhlich singende Wandervögel ließen in uns die Erinnerung an die letzte Schülerwanderung in den Odenwald auftauchen. Eingeflochtene Reigen und Gesänge hörten wir zu unserer Ueberraschung erstmals von Schulflöten begleitet. Im Schulbericht erfuhren wir von der steigenden Raumnot der evangelischen Volksschule, die durch die Umschulung von Sichertshausen und den starken neueintretenden Jahrgang verursacht sei und der bald abgeholfen werden sollte. Dann gedachte der Schulvorstand auch des großen, schicksalhaften Geschehens unserer Tage, das uns eine neue, nationale Regierung gebracht. Er erinnerte daran, wie die Lehrer der Schule schon bisher ihr Ziel in der Erziehung: zum deutschen Menschen gesehen hätten. Vor 12 Jahren sei den Entlaßschülern zugerufen worden: Seid treu! Seid wahrhaftig! Seid deutsch! Seid opferbereit! Das gelte heute mehr als je. Das Wort "Gedenke, daß Du ein Deutscher bist!", das bei der nationalen Schulfeier am 18. März den Schülern mitgegeben worden ist, verpflichte zu ernstem Streben nach Verkörperung all der edlen Eigenschaften, die die bestem Deutschen im Lauf der Jahrhunderte gezeigt hätten. Unseres jetzigen Kultministers Prof. Mergenthalers Ruf an die Entlaßschüler im Sommergarten: "Ans Vaterland, ans teure schließ' dich an", sei den Schülern stets vor Augen gehalten worden. Dann stelle sich auch die rechte Vaterlandsliebe ein, aus der die Gesinnung entspringe, die notwendig sei, um die schweren Zukunftsaufgaben zu meistern. Ein Sprechchor gab in "Deutscher Glaube" von Filix [!] Fischer, unserer heißen Hoffnung auf den Wiederaufstieg unseres geliebten Vaterlandes ergreifenden Ausdruck. Dann wurde uns ein Einblick in das neue Musizieren in der Schule gegeben. Wir sahen etwa 20 Flötenspieler, die mit leuchtenden Augen ihre neue Kunst Eltern und Kameraden vorführen durften. Besonders beifällig wurde "Wilhelmus von Nassaue" aufgenommen. Es war ein schönes Bild einer Schulgemeinschaft, Schüler und Lehrer gemeinsam bei den Gesängen auf Flöten, Cello und Klavier musizieren zu sehen. Daß dieses neue Instrument, die Schulflöte, nicht nur eine Bereicherung der Schulmusik bedeutet, sondern auch Anregung zur besseren Pflege der häuslichen Musik gibt, wurde den Anwesenden klar. Die Menuette von Bach und Beethoven zeigten, daß sich auch Stücke unserer großen Musiker auf ihr darbieten lassen. Zum Schluß wurde die Apfelszene aus Schillers "Wilhelm Tell", von den Schülern des 6.-8. Schuljahres gespielt. Die starke Spannung, die bei Erwachsenen und Kindern bis zum Schluß anhielt, ließ uns die harte Knechtung der Schweizer miterleben. H. Bürgermeister Schroth dankte dann im Namen der Eltern und der Gemeinde den Herren Lehrern sowohl als auch den Schülern für den schönen Abend. Er gab letzteren Worte der Ermahnung mit auf den Lebensweg und betonte den Wert einer guten, bewußt deutschen Erziehung, im Hinblick auf die so notwendige deutsche Volksgemeinschaft. Er gab seiner Freude Ausdruck, daß dieser Abend fast die gesamte Elternschaft und viele Gäste alljährlich so einträchtig vereine. Der gemeinsame Gesang des Liedes "Kein schöner Land" beschloß erst um 11 Uhr die Feier.

     (Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 79, 4. 4. 1933, S. 3)

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    Wilhelmus von Nassaue
    vielleicht
    "Het Wilhelmus („Das Wilhelm[lied]“), auch Geusenhymne genannt, ist die Nationalhymne der Niederlande. Die von ihr abgeleitete Fassung De Wilhelmus („Der Wilhelm“) ist ferner die Hymne der großherzoglichen Familie des Großherzogtums Luxemburg." (Wikipedia)

  • 26. September 1933. Weihetage

    Weihetage in Niederstetten.
    Strahlender Himmel wölbte sich über der Feststadt, als in den frühen Morgenstunden der Weckruf der SA-Kapelle Blaufelden erschallte. Die braunen Sturmscharen sammelten sich und zogen vors Städtchen, um die Zeit bis zum Feldgottesdienst zu Uebungen, Appellen usw. zu benützen. Der Hofgarten gab einen würdigen Rahmen für den Festgottesdienst, der von Stadtvikar Leihenseder abgehalten wurde. Anschließend marschierten die SA-Abteilungen zum Eichhof. Für Zuschauer bei der Uebergabefeier war Pendelverkehr mit Autos eingerichtet worden, sodaß es jedermann möglich war, an dieser Feier teilzunehmen. Inzwischen waren auch die Vertreter der Regierung, Staatssekretär Waldmann und Ministerialrat Dr. Dill, sowie die Vertreter der "württ. Landessiedlung G. m. b. H." eingetroffen. Geschäftsführer Herter konnte die Feier mit der Begrüßung der Ehrengäste eröffnen. Er bat um gerechte Beurteilung des Siedlungswerkes. Es folgte nun ein ausführlicher Bericht über die Entstehung und Einteilung der Siedlung. Auf der 80 Hektar großen fürstlichen Domäne wurden 9 Siedlungsstellen geschaffen, und zwar 3 große Stellen mit je 43 Morgen und 6 kleinere Stellen mit je 30 Morgen Land. 25 Unternehmer und rund 100 Arbeiter waren beschäftigt. Die gesamten Kosten belaufen sich auf 165 000 RM., sodaß eine Siedlerstelle auf 23 400 RM. bezw. 16 000 RM. kommt. Mit dem Dank an alle Mitarbeiter übergab er dann den neuen Weiler in die Obhut der Stadt Niederstetten. Hierauf ergriff Bürgermeister Schroth das Wort. Im Namen der Stadt begrüßte er die hohen Gäste, insbesondere unseren Landsmann Ministerialdirektor Dr. Dill. Die gesamte Gemeinde sei stolz darauf, die erste württ. Bauernsiedlung, die ja für kommende Siedlungen als Muster gelte, zu besitzen und so auch am Wiederaufbauwerk Adolf Hitlers mitgearbeitet zu haben. Mit der Versicherung, die Siedlung gewissenhaft zu betreuen, übernahm Bürgermeister Schroth dieselbe in die Obhut der Stadt. Für seine Kollegen sprach der Siedler Hermann (v. d. Siedlungstelle IV). Der heutige Tag, an dem sie ihre neue Heimat übernehmen, sei für sie ein Ehrentag. Mit den Grundsätzen: "Einer für alle, alle für einen" und "Treue um Treue" wollen sie ihren neuen Lebensabschnitt beginnen. Landrat Wöhrle überbrachte die Glückwünsche des Bezirkes. Die Bevölkerungsziffern des Bezirks in den letzten Jahrzehnten streifend, begrüßte er es, daß dem flachen Lande wieder aufgeholfen werden sollte und daß bereits eine 2. Siedlung im Bezirk in Angriff genommen worden sei. Kreisbauernführer Philipp erinnerte an das Rettungswerk Adolf Hitlers, durch das es ja eigentlich erst möglich war, zu siedeln, das Volk wieder zurückzuführen zu Blut und Boden. Auch den 2. und 3. Bauernsöhnen muß wieder Gelegenheit zur Selbständigmachung gegeben sein. D. Haffa sprach im Auftrag des Landesarbeitsamts Südwestdeutschland. Darauf ergriff Staatssekretär Waldmann das Wort. Er übermittelte die Grüße des leider verhinderten Reichsstatthalters Murr. Als er heute morgen hierher fuhr, sei ihm der Unterschied zwischen Franken und Schwaben so recht zum Bewußtsein gekommen. Begeisterung und Freude sei den Bewohnern des Frankenlandes von den Gesichtern abzulesen gewesen. Dank der guten Vorarbeit von Gauleiter Schmidt und Bürgermeister Stümpfig sei das Hohenloher Land und besonders der Bezirk Gerabronn zu einer Hochburg der NSDAP. geworden. Die Hohenloher seien ja auch sehr zahlreich in der neuen Regierung vertreten. Im Rahmen der Arbeitsbeschaffung mußte auch bei uns in Württemberg der Gedanke der Siedlung aufgegriffen werden. Auf der Suche nach Siedlungsmöglichkeiten kam man auf den Eichhof. Er soll Mustersiedlung für unser Land sein. Hessen führe zur Zeit eine großzügige Landesplanung durch. Die werde vielleicht auch Vorbild für uns werden. Nur durch wirtschaftliche Stärkung kann unser Volk wieder zu seiner äußeren Freiheit gelangen. Ministerialdirektor Dr. Dill gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß er als geborener Niederstettener der Uebergabe des Eichhofes, auf dem er schon als Kind spielte, beiwohnen dürfe. Eine herrliche Anlage sei aus dem früher so einsamen Hof geworden. sein Dank galt dem tatkräftigen Bürgermeister von Niederstetten und dem Freiwilligen Arbeitsdienst, der hier etwas Vorbildliches geschaffen hätte. Siedeln sei eine Schicksalsfrage des deutschen Volkes. Durch die Besiedelung des deutschen Ostens werden die Polen bei ihren Ausdehnungsbestrebungen nach Westen einen starken Wall deutscher Bauern finden. Er grüßte auch im Namen des Innenministers die 9 Siedler, auf die er ein Sieg-Heil ausbrachte. Nach Direktor Jäckle, der die Grüße und Wünsche des dienstlich verhinderten Landesbauernführers überbrachte, ergriff unter stürmischen Beifallkundgebungen der stellvertr. Gauleiter Schmidt das Wort. Der Hohenloher Bauer marschiere immer an der Spitze z. B. einst im Bauernkrieg, heute in der Bewegung Adolf Hitlers. Deshalb hatte der Hohenloher Bauer auch ein gewisses Vorrecht, die erste württembergische Siedlung zu bekommen, er habe auch als erster alte Parteipfähle zum Wanken gebracht. Der Nationalsozialismus sorgt dafür, daß die bäuerliche Existenz gesichert sei. Auch württ. Bauernsöhne sollen bei den 15 000 Siedlungsstellen im Norden und Osten des Reichs entsprechende Berücksichtigung finden. Ein Volk kann nur leben, wenn es einen gesunden Bauernstand hat. Deshalb ist beim Bauer [?] ständische Vertretung durchgeführt worden. Er [?] ein Sieg-Heil auf den schwäbischen Bauern aus. Bürgermeister Schroth dankte allen Rednern und allen, die an der ersten württ. Bauernsiedlung mitgeholfen haben. Voll Zuversicht wollen wir kommenden Zeiten entgegensehen. Mit dem Deutschlandlied fand die Feier ihren Abschluß. Es folgte nun ein Rundgang durch die Siedlung. Eine dichte Menschenmenge wartete inzwischen auf dem Marktplatz auf die Weihe des Horst-Wessel-Brunnens, die Kreisleiter Stümpfig vornahm. Niederstetten gleiche einer neu erwachten Stadt. Ueberall sehe man frohe Gesichter, buntes Leben herrsche in den reich beflaggten Straßen, die nach den Führern des dritten Reiches benannt seien und deren eine ab heute ab den Namen des württ. Führers Wilhelm Murr trage. Auch die Hülle dieses Brunnens möge nun fallen, der den Namen Horst Wessels trage. Durch sein Opfer sei neues Leben in unser Volk gekommen. Von jedem Einzelnen müsse dieselbe Hingabe verlangt werden. Dann übergab Kreisleiter Stümpfig den Brunnen in die Obhut der Stadt. Das Horst Wessellied klang über den Marktplatz. Bürgermeister Schroth dankte dem Kreisleiter für die Uebergabe des Brunnens. Im Sinne Wessels soll er gepflegt u. behütet werden. Pg. Kraushaar, der erste Leiter der hiesigen Ortsgruppe d er NSDAP, wandte sich an die Jugend. Wer den Brunnen schändet, schändet Blut und Boden. Nach dem Lied "Deutscher Glaube" schritt Bürgermeister Schroth zur Ehrung unseres Reichsstatthalters. Als Gegenleistung für die beiden Wahrzeichen, Eichhofsiedlung und heute Wessel-Brunnen, die unserer Stadt heute geschenkt worden seien, wurde Reichsstatthalter Murr zum Ehrenbürger der Stadt ernannt und die künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde an dessen Stellvertreter, Staatssekretär Waldmann, übergeben. Bürgermeister Schroth brachte ein Sieg-Heil auf unseren schwäbischen Führer aus. Die Feier klang mit dem Deutschlandlied aus Am Nachmittag war ein eindrucksvoller Propagandamarsch durch die Straßen der Stadt. 1500 Mann SS, SA, HJ und der freiw. Arbeitsdienst nahmen daran teil. Auf der Jahnwiese erfolgte der Aufmarsch. Es folgte zunächst eine Gefallenengedenkfeier. Kreisleiter Stümpfig eröffnete dann den Kreismitglieder-Kongreß [?] der Spitze z. B. einst im Bauernkrieg, heute in der [?]stellv. Gauleiter Schmidt und Ministerialrat Dr. Dill sprachen über die wichtigsten Aufgaben des nationalsozialistischen Staates. Den Abschluß der Feierlichkeiten bildete die Landung eines Segelflugzeuges, das von Ing. Höges Ingelfingen gesteuert wurde und der historische Winzertanz unter Leitung von Rich. Knenlein. Der Winzertanz fand die besondere Aufmerksamkeit der vielen Zuschauer.

    Vaterlandsfreund, 26. 9. 1933

  • 27. April 1933, Arbeitslager "Albrechtshöhe"

    Das Arbeitslager "Albrechtshöhe" im Eichhof bei Niederstetten.

    Von stolzer Höhe des Vorbachtales, mitten im satten Grün, da wo Weinberge und Wald sich trennen, grüßt unter dem Zeichen des Hakenkreuzbanners das Arbeitslager "Albrechtshöhe". Sonneumstrahlt, luftig und [?] steht es in der schönen, ewigdeutschen Frühlingslandschaft und mahnt zu Ernst, Arbeit und Freude. Soldatische Disziplin, harte Händearbeit und echte, treue Kameradschaft haben dort Einzug gehalten. Täglich, wenn die ersten Sonnenstrahlen grüßen und die Vögel durch ihren Gesang den Tag verkünden, mahnt ein Hornruf den Anbruch des Tagwerks. Kaum ist das Echo im [?] Walde verklungen, zeigt sich auch schon reges Leben im Lager. Es wird gerichtet, geturnt, gegessen und nach kurzer Zeit steht die 50 Mann starke Kolonne zum Abmarsch an die Arbeit bereit. Ein frischer Gesang und schneidiger Marsch gibt Mut und Freude zum guten Gelingen des Tagwerkes.

    Das Arbeitslager "Albrechtshöhe", dessen Träger der Nat. Hilfsdienst e. V., Stuttgart, ist, ist berufen, mitzuwirken an dem großen Unternehmen der landw. Siedlungen, die erstmals mit der "Bauernsiedlung Eichhof" bei Niederstetten in unserem Württemberger Land Eingang gefunden hat. Träger des Siedlung Eichhof ist die Württ. Landsiedlung G. m. b. H., Stuttgart, die berufen ist, die bisherige fürstl. Domäne Eichhof im 9 Bauernstellen aufzuteilen. Zu diesem Zweck wird ein Umbauen der bestehenden Gebäude, sowie die Erstellung von 5 Neubauten notwendig. Die Bauarbeiten der Gebäude werden von Unternehmern ausgeführt, um den bislang noch schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen des Handwerks gerecht zu werden.

    Die Arbeiten des Arbeitsdienstes erstrecken sich im wesentlichen auf Felddrainierungen, Bachverlegung, Wegbau, Wasserleitungs-, Hausentwässerungs- und Planierungsarbeiten. Die Feldbestellungsarbeiten werden von den Siedlern, deren Auswahl bereits erfolgt ist, unter Leitung des Herrn Landesökonomierats Hege-Blaufelden, geleistet.

    Ist dann nach 6 Stunden die Arbeit mit Pickel, Schaufel und Spaten beendet, so folgt der Dienst im Lager. Wehr- und Turnsport sorgen für die körperliche Ertüchtigung der Freiwilligen und lehrreiche Vorträge tragen zur geistigen Ausbildung bei. Kameradschaftsabende bringen manche Freude ins Lager und fördern den kameradschaftlichen Geist. Das Essen im Lager ist reichlich und gut.

    Das Lager "Albrechtshöhe" bildet ein starkes Glied in der Kette unserer Arbeitslager und trägt mit dazu bei, volkswirtschaftliche Werte zu schaffen, die Jugend zu erziehen und zu ertüchtigen.

    An dieser Stelle darf es nicht vergessen bleiben, Dank zu sagen, all denen, die beim Aufbau des Lagers nach Kräften mithalfen. Besonderer Dank gebührt der Gemeinde Niederstetten, ihren Einwohnern und ihren Behörden, insbesondere Herrn Bürgermeister Schroth, die mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln unser Werk förderten und noch heute fördern.

    Aus Anlaß des Feiertags der nationalen Arbeit findet am 1. Mai 1933 nachm. 2 Uhr eine Lagerfeier unter Mitwirkung der Ortsgruppen der NSDAP, der Schulen, der Vereine und der Behörden von Niederstetten auf der "Albrechtshöhe" beim Eichhof statt, die sich sicher eines zahlreichen Besuches von nah und fern erfreuen darf. Heil Hitler!

    (Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 97, 27. 4. 1933, S, 4)

  • 27. April 1935. BDM-Lager eröffnet

    Niederstetten, 27. April. Heute nachmittag wurde ein Sommerlager des BDM.-Umschulungslagers Mistlau eröffnet. Das Lager befindet sih in einem Nebengebäude des fürstlichen Haltenbergstettener Schlosses. Anwesend waren Regierungsassessor Dr. Schulz-Gerabronn, Dr. Bareiß vom Arbeitsamt Bad Mergentheim, Kreisbauernführer Philipp, Bürgermeister Schroth, Ortsbauernführer Osiander und die Abteilungsleiterin, Frau Streitberger. Die Leiterin des Umschulungslagers Mistlau, Frl. Rieber, leitete die erste Flaggenhissung und sprach warme Worte an die Anwesenden. Die zurzeit im Lager befindlichen 18 Mädchen brachten unter der Leitung von Frl. Luß, der Leiterin des Lagers Niederstetten, verschiedene Lieder und Sprechchöre zu. Gehör. Anschließend sprach Bürgermeister Schroth und Kreisbauernführer Philipp. — Frau Josefine Kästle erhielt dieser Tage von einer Ente ein Ei, welches 123 Gramm wog.

    Der Franke, Nr. 100, 30. 4. 1935