Jakob Schroth

Jakob Schroth

  • 7./8. April 1930. Einzug Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg - Vortrag zu Zeileis-Methode

    () Niederstetten, 7. April. Seine Durchlaucht Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg hielt heute seinen Einzug auf Schloß Haltenbergstetten. Das Schloß und seine Umgebung waren beflaggt, auf dem Schloß weht die rot-weiße Standarte. Am Vormittag fand ein feierlicher Gottesdienst in der katholischen Kirche statt, an welchem sich verschiedene Audienzen u. a. des Stadtvorstandes u. der Vertreter der Konfessionen anschlossen. Bei dem Empfang des Herrn Stadtschultheißen Schroth überreichte der Fürst demselben die hohe Summe von 500 M für die Armen der Stadt Niederstetten ohne Unterschied der Konfession. Heute abend wird der Männergesangverein eine Serenade im Schloßhofe darbringen.

    () Niederstetten, 8. April. Wie aus unserem Anzeigenteil der letzten Tage ersichtlich, wirft Zeileis bis hierher seinen Schatten. Bekanntlich hat in der letzten Zeit eine große Aktion der- Aerzte gegen Zeileis eingesetzt. Herr Gistel, München, Ridlerstraße 28, von der Sanolux-Gesellschaft hatte es nun unternommen, uns etwas von Zeileis zu erzählen. Zeileis nennt Erdstahlkraft und Sonnenstahlkraft die Elemente des Lebens. Nimmt der Mensch zu wenig von beiden auf, so kann er seine Funktionen nicht mehr erfüllen, besonders die Arbeitszellen im Zellengewebe kommen ihrer Tätigkeit, das Blut zu reinigen nicht mehr nach. Zeileis stellt den Menschen daher unter Strom und wo die Röhre beim Vorbeistreifen am Körper nicht aufleuchtet, ist ein krankes Organ. Darauf beruht die blitzschnelle Diagnose Zeileis'. Die Behandlung ist daher bei allen Patienten gleich und wegen der Höhe der Spannung ist die Bestrahlung nur von kurzer Dauer. So führte der Redner in das Wesen der Hochfrequenzapparate ein. Am Sana-Lux-Apparat demonstrierte der Redner dann die vielseitige Verwendbarkeit der Apparate. Der gute Vortrag hätte ein zahlreicheres Publikum verdient. Da aber nachmittags die Körnerversammlung und der Gewerbeschulschluß stattfanden und das benachbarte Oberstetten einen Bezirkskriegertag hatte, so war der schwache Besuch nicht zu verwundern.

    Der Vaterlandsfreund, Nr. 83, 9. 4. 1930

  • 8. Januar 1931. Jugendfeier des Turnvereins

    () Niederstetten, 8. Jan. Den Beschluß der Weihnachtsfeiern bildete die Jugendfeier des Turnvereins. Die Turnhalle war von Freunden der Jugend und deren Eltern, nicht zuletzt von der Jugend selbst dicht besetzt. Ein reichhaltiges Programm führten uns die jüngsten Turner und Turnerinnen vor. Bei den Freiübungen der Knaben und Mädchen muß festgestellt werden, daß alle mit ganzem Ernst bei der Sache waren und mit äußerster Pünktlichkeit jede Uebung ausführten. Lieblich graziös waren die Tänze und Spiele der weiblichen Jugend, mit ganz erstaunlicher Gewandtheit turnten die kleinen Turner am Pferd und am Barren. Das Langbankturnen zeigt, daß die turnerischen Möglichkeiten noch lange nicht erschöpft sind. Eine Reihe schöner Turnermahnungen und patriotische Gedichte fanden durch die Kleinen sehr gute Wiedergabe. In „König Drosselbart“ zeigten die Knaben und Mädchen ihre schauspielerischen Künste. Alle haben für alles volles Lob verdient. Herr Bürgermeister Schroth wandte sich mit einer wohldurchdachten Rede an Eltern und Kinder. Alle Eltern sollten ihre Kinder in die Turnvereine schicken. Denn dort kommen Kinder aller Stände zusammen und die im Leben so häufige Trennung nach Stand und Rang werde dadurch abgeschwächt. Die Kinder gewinnen dort körperliche und was eben so wichtig sei, auch sittliche Kraft. Dem Turnverein und besonders seinen Funktionären sprach Herr Bürgermeister Schroth für ihre Arbeit an der Jugend den Dank der Eltern aus. Allen Darbietungen folgte der dankbare Beifall der zahlreichen Teilnehmer und Teilnehmerinnen an der Festlichkeit.

    Vaterlandsfreund, Nr. 6, 9. 1. 1931

  • 8. November 1929. Sommerschafweide. Gemeinderäte Gottlob Baumann, Ludwig Ziegel, Friedrich Kießecker. Pfarrer Umfrid

    () Niederstetten, 8. Nov. Die Verpachtung der Sommerschafweide ist nun doch erfolgt und zwar haben sich die Gebote wesentlich gebessert. Die Sommerweide bringt der Stadt jetzt 1500 M. Mit Rücksicht auf die niederen Wollenpreise und die niederen Preise des Schafviehs ist dies noch ein recht schöner Preis. — In der heutigen Gemeinderatssitzung fand die Einführung des Herrn Gemeinderates Gottlob Baumann statt, welcher an Stelle des verstorbenen Herrn Gemeinderates Ziegel in den Gemeinderat eintritt. Herr Stadtschultheiß Schroth sprach Herrn Kaufmann und Gemeinderat Kießecker die Glückwünsche des Gemeinderats zu dessen 40jährigem Geschäftsjubiläum aus.

    () Niederstetten, 8. Nov. Am Mittwoch traf hier aus Kaisersbach der neuernannte Herr Stadtpfarrer Umfried ein. Im Pfarrhof fand eine herzliche Begrüßung des Geistlichen seitens der evang. Gemeinde statt. Die Amtseinsetzung des Herrn Stadtpfarrer Umfried findet am kommenden Sonntag vormittags 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche zu St. Jakob statt. An die Amtseinsetzung schließt sich ein Festessen im Gasthof zur Post an.

    Vaterlandsfreund, Nr. 265, 9. 11. 1929

  • 8. Oktober 1929. Niederstettener Winzertänzer in Wertheim

    () Niederstetten, 8. Okt. Einer Einladung folgend, machten vorgestern unsere Winzertänzer einen Ausflug in zwei Autoomnibussen nach Wertheim. Ueberall, wo die Winzer und Winzerinnen in ihrer schmucken Tracht hinkamen, wurden sie freudig begrüßt. Nach einer Besichtigung der Gamburg (der Empfang seitens des Besitzers war nicht so freundlich) ging es nach Wertheim, wo der Verkehrsverein die „Schteitemer“ umso freundlicher in Empfang nahm. Eine kostenlose, aufmerksame Führung durch alle Sehenswürdigkeiten der Stadt schloß sich an. In Wertheim war große Messe und Trachtenfest, aber außer unseren Winzertänzern waren wenige Trachten zu sehen. Umso größer waren Jubel und Beifall, als vor tausenden von Zuschauern der Winzertanz vorgeführt wurde. Der Schauplatz war die Festwiese auf dem Sportplatz. Jetzt waren unsere Winzer und Winzerinnen die Helden des Tages. Vom Verkehrsverein in das Hotel zum badischen Hof eingeladen, verlebten sie noch recht frohe Stunden, wobei der Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins Wertheim, Herr von Jahn, die Niederstettener und Herr Stadtschultheiß Schroth die Wertheimer hochleben ließen. Die Wertheimer werden im nächsten Jahr den Besuch erwidern.

    Vaterlandsfreund, Nr. 238, 9. 10. 1929

  • 8./9. Mai 1930. Verbandsversammlung der Elektrizitätswerke Ingelfingen-Hohebach

    Niederstetten. Am 8. und 9. Mai ds. Js. fanden die Verbandsversammlungen der Gemeindeverbände Elektrizitätswerk Ingelfingen in Ingelfingen und Elektrizitätswerk Hohebach in Niederstetten statt. Aus den von der Geschäftsführung und den Ausschüssen erteilten Berichten ist zu entnehmen, daß die Zusammenlegung der Verwaltungen und Werkstätten der beiden Betriebe sich weiterhin gut bewährt, sodaß trotz des Rückganges der Wasserkräfte und der allgemeinen schlechten Geschäftslage die Jahresabschlüsse besser ausfielen, als im Jahre 1928. Die Stromerzeugung ergab nur etwa die Hälfte von der des Jahres 1927. Der Stromverkauf entwickelte sich weiter erfreulich aufwärts, sodaß die Mehrausgaben durch die Mehreinnahmen aus Stromverkauf und die Senkung der Stromverluste gedeckt werden konnten. Durch planmäßige Verbesserung der Fernleitungen und Ortsnetze, teilweise durch neue Linienführung wurden die im Netz auftretenden Verluste wesentlich verringert. Die Steigerung des Stromverkaufs ist nur dem Grundgebührentarif zu danken und erstreckt sich im Wesentlichen auf Gewerbe-, Licht- und Wärmebetrieb. Die Verwendung von Elektrowärme macht weiter erfreuliche Fortschritte. Eine größere Anzahl neuer Kücheneinrichtungen wurden im letzten Jahr verkauft. Aber auch die Ausnützung der kleinen Wärmeapparate, wie Bügeleisen, Schnellkocher und Aehnliches ist deutlich am Stromverkauf zu spüren. Die Gemeinde Dörzbach ist an das Drehstromnetz angeschlossen. Drei weitere Dreschgesellschaften mit größeren Motoren haben sich im abgelaufenen Jahr gebildet. Außerdem wurde vom Ueberlandwerk eine Dreschmaschine mit Strohpresse als Leihmaschine in Betrieb genommen. Im Betrieb Ingelfingen stiegen die Anlagewerte bei Hochspannungsleitungen um 7700 RM, bei Ortsnetzen um 2510 RM und bei Zählern um 16 530 RM. Demgegenüber wurden an den Fernleitungen und Ortsnetzen 21 654 RM abgeschrieben, Die Stromlieferung betrug 186 824 RM, der der Strombezug 18 316 RM. An Kraftwerken, Grundstücken, Wasserbauten und Gebäuden wurden 12 240 Reichsmark abgeschrieben. Beim Betrieb Hohebach sind die Zugänge bei Fernleitungen 11503 RM, bei Ortsnetzen 9500 RM. An Abzahlungen wurden auf das alte Leitungsnetz 7 970 RM geleistet. Demgegenüber stehen an Abschreibungen 24 711 RM. Der Stromverkauf ergab 230 800 RM. der Strombezug 73 001 RM. Auf Wasserwerk, Grundstücke und Gebäude wurden 10 160 Reichsmark abgeschrieben. Für die 20 000 Voltleitung konnten weitere 7 000 RM zurückgestellt werden, sodaß hierfür jetzt insgesamt 27 000 RM zur Verfügung stehen. Der Verband Ingelfingen hat außerdem für Verbesserungen am Oberkanal eine erste Rate von 10 000 RM bereitgestellt. In beiden Verbänden wurden Ersatzwahlen für die Gesellschafterversammlung der Ueberlandwerk Ingelfingen-Hohebach G. m. b. H. vorgekommen. Die ausgeschiedenen Mitglieder Schultheiß Karges-Belsenberg, Landwirt Kuhn-Marlach und Verwaltungsaktuar Röder-Künzelsau für den Verband Ingelfingen, Stadtschultheiß Schroth-Niederstetten, Schultheiß Striffler-Vorbachzimmern und Schultheiß Scheuenstuhl-Finsterlohr für den Verband Hohebach wurden wiedergewählt. Für den verstorbenen Schultheiß Seyboth-Weißbach wurde Stadtschultheiß Schon-Niedernhall in die Gesellschafterversammlung entsandt. Im Verband Hohebach waren Neuwahlen für die Verbandsversammlung und für den Verbandsausschuß. In sämtlichen Gemeinden wurden die alten Vertreter wiedergewählt, mit Ausnahme von Hollenbach, das als neues Mitglied Gemeinderat Renner II bestimmte. In den Verbandsausschuß Hohebach wurden die seitherigen Mitglieder Stadtschultheiß Schroth-Niederstetten, Schultheiß Striffler-Vorbachzimmern, Schultheiß Schamann-Neubronn, Schultheiß Scheuenstuhl-Finsterlohr und Schultheiß Hofmann-Stuppach wiedergewählt. An Stelle von Schultheiß Pflüger-Hollenbach wurde als Vertreter des Bezirks Künzelsau Anwalt Meinikheim-Heßlachshof (Hohebach) gewählt. Der Vorsitzende dankte Herrn Schultheiß Pflüger für seine rührige Mitarbeit bei der Gründung und den ersten 6 Jahren des Gemeindeverbands und stellte mit Befriedigung fest, daß Herr Pflüger Mitglied der Gesellschafterversammlung bleibt. Die Voranschläge für das Jahr 1930 wurden vorgelegt und genehmigt. Den Ausschüssen und der Geschäftsführung wurde Entlastung erteilt. Die beiden Verbandsversammlungen stellten mit Befriedigung fest, daß sie durch ihre günstige Wirtschaftslage im Stande sind, die Stromabnehmer wesentlich billiger zu versorgen als die meisten Werke der Nachbarschaft und des Landes. Eine Vereinigung mit anderen größeren Werken scheint keinerlei Vorteile für die Stromabnehmer zu versprechen, sodaß das Hauptaugenmerk darauf gerichtet werden soll, den eigenen Betrieb gesund und leistungsfähig zu erhalten.

    Der Vaterlandsfreund, Nr. 116, 20. 5. 1930

  • 9. Oktober 1934. Kelterweihe mit Herbstfeier

    Kelterweihe mit Herbstfeier in Niederstetten

    Bei schönstem Herbstwetter beging die Stadtgemeinde Niederstetten am Sonntag die Einweihung der Kelteranlage der neugegründeten Weingärtnergenossenschaft. Wie die Tbztg. hierüber berichtet, gestaltete sich die Einweihung zu einer rechten Herbstfeier und zu einem freudigen festlichen Ereignis für die ganze Stadt und für alle, die von auswärts daran teilnahmen. Am Nachmittag um 2 Uhr bewegte sich vom Bahnhof aus ein Festzug durch die reich beflaggten Straßen zum schmucken Keltergebäude. Außer Musik, SA., HJ., BdM., Fliegersturm und Vereinen mit ihren Fahnen gaben Winzer und Winzerinnen und eine Bauernhochzeit in Hohenloher Tracht beim Festzug ein recht farbenreiches Gepräge. Auch Festwagen, eine Weinkelterei und eine Heckenwirtschaft darstellen, wurden mitgeführt.

    Auf dem Festplatze begrüßte Bürgermeister Schroth im Namen der Stadt und der Weingärtnergenossenschaft die Teilnehmer am Feste herzlich. Er begrüßte insbesondere die Herren Vertreter der Regierung und Behörden und der Firmen, die am Bau und der Einrichtung der Keltereianlage beteiligt waren, Wirtschaftsminister Lehnich, Landesbauernführer Arnold und Stabsleiter Jäckle mit anderen Herren der Regierung seien mit dem Kreisbauernführer schon am Samstag nachmittag hier gewesen, um die Einrichtung zu besichtigen u. ihre Glückwünsche zu überbringen. Wegen anderer Verpflichtungen könnten sie an der heutigen Feier leider nicht teilnehmen. Die Herren haben auch die neue Schule besichtigt und sprachen sich über diese sowohl, als über die Keltereinanlage sehr anerkennend aus.

    Bürgermeister Schroth gab dann ein Bild über die Entstehung der Genossenschaft und den Bau und die Einrichtung der Keltereianlage und führte dazu u. a. aus: Die Genossenschaft wurde bereits im Jahre 1932 theoretisch gebildet. Sie konnte aber ihre praktische Tätigkeit deshalb nicht aufnehmen, weil der für die Einrichtung einer Kelter notwendige Keller- und sonstige Gebäuderaum fehlte und weil der Neubau einer Kelter für die am Rande des Weinbaugebiets gelegene Genossenschaft zu hohe Kosten und damit ein zu hohes Risiko verursacht hätte. Mit der Einrichtung dieser Kelter konnten wir nicht nur dem langgehegten Wunsche der Weingärtnergenossenschaft Rechnung tragen, sondern es ging damit auch ein wesentlicher Teil der Forderung des dritten Reichs und unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler in Erfüllung. dadurch, daß wir mit diesem Bau zur Arbeitsbeschaffung wesentlich beitrugen. In der Gründungsversammlung 1932 hat insbesondere unser allverehrter Herr Landesökonomierat Mährlen aus seiner reichen Berufs- und Lebenserfahrung im Weinbau heraus es verstanden, die Herzen unserer Weingärtner für eine Genossensaft zu gewinnen. In der sich daran anschließenden Aussprache drehte es sich hauptsächlich darum, ob eine Genossenschaft mit beschränkter oder unbeschränkter Haftpflicht errichtet werden soll. Die große Mehrheit entschied sich für die letztere Form. Nachdem nun die Genossenschaft als solche gegründet und die Verwaltungsorgane berufen waren, konnte an ernstliche Kaufsverhandlungen gegangen werden. Diese wurden dann im Verlauf des Jahres 1933 mit dem fürstlichen Rentamt hier getätigt, und es kam im Frühjahr 1934 zum Abschluß des Kaufvertrags um den Kaufpreis von 15 000 RM für Gebäude und Keller. Als auf 1. 5. ds. Js. die seitherigen Pächter von Scheune u. Keller die Räume um großen Teil freigemacht hatten, gingen Vorstand und Aufsichtsrat dazu über, die Einrichtung der Genossenschaft zu beschaffen. Es würden deshalb von den in Betracht kommenden, uns bekannten, führenden Firmen unter dankbarer Unterstützung der Bauernberatungsstelle des Verbandes landw. Genossenschaften die erforderlichen Maschinen und Einrichtungsgegenstände vergeben. Die Maischbottiche, soweit sie neu sind, wurden von den hiesigen Küfermeistern geliefert. Eine Hauptfrage der Einrichtung war sodann die Beschaffung des Faßraums. Auch hier haben wir wohl das für unsere Verhältnisse geeignetste und finanziell günstigste Angebot vorgezogen. Die sonstige bauliche Einrichtung sowohl des Kelter- als auch des Kellerraums lag in den Händen von Herrn Baumeister Baumann hier und wurde zu unserer vollsten Zufriedenheit in gemeinsamer Arbeit gelöst. Allen denjenigen, welche an diesem Kelterbau in irgend einer Form sich beteiligt haben, sage ich hiermit namens der Weingärtnergenossenschaft für ihre durchweg vorzügliche Arbeitsleistung herzlichen Dank, besonders auch den sämtlichen an diesem Bau beschäftigten Arbeitern. Ihnen wollten wir an Stelle des sonst üblichen Richtschamuses, da es sich ja um keinen Neubau handelt, von unserem sorgfältigst sortierten, naturreinen "Niederstetter" je einen Schoppen gratis verabreichen. Dank sage ich besonders noch allen den Mitgliedern der Genossenschaft und ihrer Organe, die sich während des Baues, während der Kelterzeit und auch jetzt noch manche Unannehmlichkeiten gefallen lassen mußten, voran unserem Vorstand Linder.

    Nun muß ich Ihnen noch darüber Aufschluß geben, was unsere Anlage gekostet hat und wie sie finanziert wurde. Das Gebäude mit Keller kostete uns, wie bereits erwähnt, 15 000 RM., die maschinelle Anlage einschließlich Maischschläuche 12 000 RM., der Faßraum und die Bottiche 14 000 RM., und der sonstige durch bauliche Veränderungen, Anlage der Zufahrt, des Ablieferungsraums usw. notwendige Aufwand beträgt 9.—10 00 RM. (derselbe ist noch nicht ganz abgerechnet), so daß sich also die Gesamtkosten der Genossenschaft, wie vorgesehen, auf ca. 50 000 RM. belaufen, deren Finanzierung in folgender Weise sichergestellt wurde: von der Zentralstelle für die Landwirtschaft bewilligter und bereits bezahlter Kredit aus Reichsweingärtnerkrediten 20 000 RM. Hiefür sei der Zentralstelle ganz besonderer Dank gesagt. Sie hat den Löwenanteil am Verdienst des Zustandekommens unserer Genossenschaft und ihres Kelterbaues. Aus Reichsmitteln wurden 5 000 RM. als Zuschuß verwilligt, welcher bereits bezahlt ist. Rest mit 25 000 RM. wurde durch die Genehmigung eines Kredits in dieser Höhe durch die Landwirtschafts- und Gewerbebank Gerabronn finanziert. Die Genossenschaft hofft mit dieser Lösung ihren Mitgliedern und dem Niederstetter Weinboa gedient zu haben und in Zukunft dadurch zu dienen, daß sie durch sorgfältigste Behandlung der Trauben und des Weins die harte Arbeit und Mühe des Weingärtners durch Erzielung besserer Preise lohnt. Das Jahr 1934 war uns zur Verwirklichung dieser Absicht zugetan und wir sind überzeugt, daß alle diejenigen. welche von unserer Genossenschaft ihre Weinbedürfnisse befriedigen, ständige Kunden werden. Auch können wir im Hinblick auf die verhältnismäßig günstige finanzielle Lösung des ganzen Baues mit Ruhe in die Zukunft blicken. Möge allezeit so wie bisher Gottes Segen auf dem Werke ruhen. Heil Hitler!

    Die Anwesenden sangen dann das von der Musik intonierte Horst Wessel- und das Deutschlandlied. Darnach überbrachte Landrat Wöhrle die Glückwünsche des Kreises. Er bezeichnete den heutigen Tag der Kelterweihe als einen Merkstein in der Geschichte des Weinbaus des Kreises Gerabronn, wünschte, daß die Weinbaufläche noch weiter zunehme und der Weinbau mit der Genossenschaft weiterhin wachse, blühe und gedeihe. Ein Vertreter der Faßlieferfirma überbrachte ebenfalls beste Glückwünsche und erklärte, daß sich die Weingärtnergenossenschaft Niederstetten mit ihrer modernen und guten Einrichtung den großen Genossenschaften am Rhein und in der Pfalz ebenbürtig zur Seite stellen könne. Die ganze Stadtgemeinde dürfe mit der Genossenschaft stolz sein auf diese Anlage. — Johann Reiß brachte dann ein von ihm selbst verfaßtes Gedicht zum Vortrag mit humorvollem Inhalt über die Weingärtnergenossenschaft und die Einrichtung der Kelterei . In seiner Schlußansprache hob Bürgermeister Schroth noch hervor, daß man den Gedanken, mit der Kelterei-Anlage auch die Milchverwertung zu verbinden, fallen ließ, da sich ja Milch und Wein nicht gut vertragen. Er wies dann noch darauf hin, daß sich erst jetzt nach Einrichtung der Genossenschaftskelterei gezeigt habe, wie bedeutend der Weinbau in und bei Niederstetten doch ist. Niederstetten hat eine Weinanbaufläche von rund 80 Hektar. Zu diesem Jahre erhielt die Genossenschaft annähernd 1 500 Hektoliter Wein. Dabei erklären die Weingärtner, daß man nicht einmal einen starken halben Herbst hatte. Man habe außerdem begründete Hoffnung, daß noch neue Flächen mit Wein bepflanzt werden; man beabsichtige auch Drahtanlagen zu machen. Der Weingärtnergenossenschaft von Niederstetten gehören bis heute 118 Weingärtner aus den Gemeinden Niederstetten mit Eichhof, Oberstetten, Pfitzingen und Wildentierbach an. Zum Schluß wünscht der Herr Bürgermeister noch einige frohe Stunden beim Niederstettener Neuen, her an alle Gäste heute 100gradig ausgeschenkt werde. An den Tischen und Bänken, die um und im Kellereigebäude aufgestellt waren, wurde dann auch der vorzügliche Niederstetter ausgiebig probiert. Mit großem Interesse besichtigte in Teil des Publikums die prächtige und moderne Kellerei-Einrichtung und den geräumigen schönen Keller mit den vielen großen Fässern, die bis zu 50 Hektoliter Wein fassen, der – dank der vorzüglichen Einrichtung der Kelterei – nach Graden sortiert (amtlich festgestellte höchste Gradzahl 105,6) eingelagert werden konnte. Mit dem Winzertanz, der um halb 5 Uhr wohlgelungen zur Vorführung kam, wurde den Festteilnehmern eine weitere Freude bereitet. Die Jugend machte am Abend vom Tanze ausgiebigen Gebrauch. So gestaltete sich die Keltereinweihung zu einer frohen Herbstfeier, an die alle Teilnehmer gerne zurückdenken werden.

    Der Franke, Nr. 235, 9. 10. 1934

  • Adreßbuch 1936

    Adressbuch für Stadt und Bezirk Gerabronn. 2. Auflage. Druck und Verlag: Rückert's Buchdruckerei Gerabronn 1936.

    Niederstetten
    mit Ermershausen, Sichertshausen und Eichhof
    Einzelwohnsitze: Eulenhof, Frickenmühle, Haltenbergstetten, Kauzenmühle, Rehhof, Schneidemühle, Ziegelmühle, Dreischwingen

    Stadt

    Einwohnerzahl: 1567, davon prot. 1250, kath. 233, isr. 81, von anderen Bekenntnissen u. religionslos 3
    Finanzamt: Bad Mergentheim
    Amtsgericht: Langenburg
    Autolinie: Mulfingen - Künzelsau
    Bahnstation: Niederstetten
    Post: Niederstetten
    Oeffentliche Sprechstelle: Postamt Niederstetten
    Ortsvorsteher: Bürgermstr. Schroth, Fernsprecher 134
    Beigeordnete: Melber Friedrich, Thomas Fritz
    Ratsherren: Hermann Heinrich, Ermershausen, Knenlein Richard, Linder Johann, Melber Karl, Osiander Otto, Sichertshausen, Streitberger Karl
    Gemeindepfleger: Pflüger Friedrich
    Ortsgruppenleiter der NSDAP.: Thomas Fritz, Niederstetten
    Ortsgruppenwalter der DAF. [Deutsche Arbeitsfront]: Knenlein Eugen
    Ortsgruppenamtsleiter der NSV. [Nationalsozialistisch
    Volkswohlfahrt]: Thomas Karl
    Ortsbauernführer: Melber Karl
    Evang. Stadtpfarramt : Stadtpfarrer Göltenboth Ernst Willy
    Kath. Stadtpfarramt: Stadtpfarrer Mayer Matthias
    Notariat: Niederstetten, Kunkel Eugen, Bezirksnotar.
    Aerzte: Heller Sigm. Dr., prakt. Arzt
    Tierärzte: Holler Rud., Dr.med.vet.

    Handel und Gewerbetreibende

    Architekten

    Baumann, Baumeister

    Autovermietung

    Färber Willy
    Groß Martin
    Marquardt R. z. „Krone“

    Apotheker

    Hermann Mayerhausen (siehe Anzeige unten)

    Bäckereien

    Härterich Johann
    Hirsch Wilhelm
    Dreher Georg
    Federolf Friedrich
    Kleinschrot August
    Rummler Georg
    Scharpf Hermann
    Thomas Johann
    Wagner Karl

    Banken

    Landwirtschafts- und Gewerbebank Gerabronn, Filiale Niederstetten
    Darlehenskassenverein Niederstetten
    Kreissparkasse Gerabronn, Zweigstelle Niederstetten

    Baugeschäfte (Maurer)

    Braungart Josef
    Feinauer Wilhelm

    Baumaterialien

    Dill J.C., Inhaber Karl Bauer
    Baumann, Baumeister

    Bau- und Möbelschreinereien

    Groß Georg
    Groß Karl
    Kästle Gebrüder
    Meider Georg
    Ziegel Hans

    Baumschulen

    Rüger Karl
    Schneider Julius

    Bildhauer

    Schumm Heinrich

    Brennereien

    Striffler Otto

    Buchbindereien und Schreibwaren

    Knenlein Eugen

    Buchhandlungen — Schreibwaren

    Knenlein Eugen
    Knenlein Richard
    Fleck Karl

    Buchdruckereien

    Knenlein Richard

    Brennmaterialien

    Dill J.C., Inhaber Karl Bauer  (siehe Anzeige unten)
    Emmert Friedrich

    Cafés

    Benh Alfred
    Grießer Georg
    Schindwolf Hermann

    Damenschneidereien

    Bosack Rösle
    Dertinger Anna
    Herzog Lilli
    Heilmann Katharine
    Jung Geschwister
    Klenk Elise
    Köppel Ida
    Markert Katharine
    Rupp Wilhelmine
    Schuhmacher Berta

    Dreschmaschinenbesitzer

    Streitberger Karl

    Drechsler

    Abendschein Julius

    Eisenwarenhandlungen

    J. C. Dill, lnh. Carl Bauer
    Mayer Geschwister

    Elektro-Installationsgeschäfte

    Elektrizitätswerk Ingelfingen-Hohebach
    Fischer Richard
    Jäck Marx
    Utz Ernst

    Elektrizitätswerke

    Gemeindeverband Ingelfingen-Hohebach

    Flaschner

    Emmert Alfred
    Freier Georg
    Keppler Karl
    Herz Elise

    Friseurgeschäfte

    Müller Fridolin
    Schneider Wilhelm
    Wild Karl

    Fuhrunternehmer

    Hagelstein Leonhard, Güterbeförderer

    Gasthöfe

    Braun Wolf
    Hermann Bick, Metzgerei und Gasthaus zum Anker (siehe Anzeige unten)
    Gasthof zur „Post”, Niederstetten  (siehe Anzeige unten)
    Fleck Berta
    Marquardt Reinh., z. „Krone“
    Meister Margarete, z. „Hirsch“
    Melber Friedrich
    Nörr Eugen, z. „Adler“
    Pflüger Karl z. „Eisenbahn“
    Streng Friedrich
    Schindwolf Hermann
    Schmidt Frida, z. „Ochsen“
    Schürger Heinrich, z. „Löwen“

    Gärtnereien

    Rüger Karl
    Schneider Julius

    Gerbereien

    Streitberger Karl

    Gipser

    Hellmuth Johann

    Glaser

    Otto Ernst

    Gold- und Silberwaren

    Dürr Frieda
    Fleck Karl

    Herrenschneidereien

    Burkhardt Karl
    Dertinger Paul
    Menikheim Karl
    Schmitt Gottlob
    Vogel Fritz
    Wagner Willy

    Kaminfeger

    Tetloff, Creglingen

    Kolonial- u. Gemischtwarenhandlungen

    Vent Alfred
    Dierolf Otto, Hall, Filiale Niederstetten
    Glaser Ida
    Grießer Georg
    Markert Georg
    Melber Anna
    Kießecker Friedrich  (siehe Anzeige unten)
    Nörr Friedrich
    Streng Gottlob
    Rück Wilhelm

    Korbmacher

    Braungart Josef
    Dieß Karl
    Köhnlein Georg

    Konditoreien

    Benth Alfred
    Grießer Georg

    Küfereien

    Blumenstock Otto
    Schürger Leonhard
    Steinmeß Georg

    Kürschner

    Sus Georg Wwe.

    Landesprodukten

    Ehrenberg Marx
    Kießecker Friedrich o. H. G.
    Hohenl.-fränkische Getreideverkaufsgenossenschaft

    Limonade- und Mineralwasserhandlungen

    Schürger Leonhard

    Maler

    Dod Ludwig
    Hellmuth Johann

    Manufaktur- und Aussteuerartikel

    Kahn Albert
    Kirchheimer Max
    Löwenstein Julius
    Seybold Eugen
    Schloßberger Berthold
    Wolf David
    Zink August

    Mechanische Werkstätten, Fahrräder, Nähmaschinen

    Färber Willy
    Groß Martin
    Blumenstock Wilhelm
    Keitel Friedrich
    Mayer Geschwister

    Messerschmiede

    Schönemann Heinrich

    Metzger

    Biek Hermann
    Kahn Max
    Melber Friedrich
    Schmidt Hans Wwe.
    Streng Friedrich

    Molkereien

    Milchverwertungsgenossenschaft e. G. m. b. H., Niederstetten

    Mühlen

    Ziegler Georg, Frickenmühle

    ÖIe und Fette

    Grupp Hugo Wwe.
    Stern Max

    Putzgeschäfte

    Friederich Gretchen
    Kreußmann Geschwister
    Knenlein Anna

    Sattler

    Kleinhanß Albert
    Kleinschrot Albert
    Schmidt Gottlob
    Schneider Gottfried Wwe.
    Schürger Gustav

    Sägewerke

    Jung Gebrüder
    Streitberger Karl

    Seifenfabrikation

    Grupp Hugo Wwe.

    Seiler- und Bürstenwaren

    Linder Georg
    Müller Eugen
    Nörr Friedrich

    Schuhmacher und Schuhwarenhandel

    Baumann Gottlob
    Freier Wilhelm
    Friedrich Wilhelm
    Friedrich Karl
    Schmid Gebhard
    Schmidt Otto

    Schlosser

    Groß Martin
    Fischer Richard
    Mayer Geschwister

    Schmiede

    Hönig Leonhard
    Hammer Karl
    Jöchner Albert

    Terrazo- und Kunststein-Geschäfte

    Feinauer Wilhelm

    Uhrmacher

    Dürr Frieda

    Viehhändler

    Kirchheimer Simon
    Jakob Neu
    Schloßberger Julius u. Leopold

    Wagner

    Gögelein Hermann
    Schuhmacher Heinrich

    Zahntechniker und Dentisten

    Wild Karl, Dentist

    Zimmergeschäfte

    Jung, Gebrüder

    Sonstige Gewerbetreibende

    Klein Sofie, Restegeschäft
    Friedrich Kiesecker, Malzextrakt
    Lüder Kathi, Geschirrhandel
    Reichenberger, Restegeschäft
    Schürger Heinrich jr., Rundbürstenfabrikation
    Wallrauch Helene, Stickerin

    Anzeigen im Text

    Vereine und ihre Vorstände

    Geflügelzuchtverein Niederstetten. Vorstand: Friedrich Bullinger
    Kriegerkameradschaft Niederstetten (Kyffhäuserbund). Kam.-Führer Fritz Knorr
    Männergesangverein Niederstetten. Vorstand: Julius Schneider
    Sportverein Niederstetten. Vorstand: Karl Wollinger
    Turnverein Niederstetten e. V. Vorstand: Karl Streitberger

     

    Bauern und Landwirte
    * = Erbhof

    Niederstetten

    Abendschein Julius
    Bader Johann
    *Barthelmäs Friedrich
    Bauer August jr.
    Blumenstock Elsa
    Burkert Karl
    Burkert Ludwig
    Burkhardt Heinrich
    Busch Wilhelm
    Dreher Joh., Weingärtner
    Frank Ernst Wwe.
    Frank Friedrich, Weingärtner
    Frank Karl
    *Frank Wilhelm Wwe.
    Frey Friedrich
    Fug August
    Fug Friedrich
    Gundel Johann
    Hagelstein Friedrich
    Hagelstein Leonhard
    Hammer Friedrich sen.
    *Herz Friedrich-Wwe.
    Hofmann Wilh., Weingärtner
    Hopf Friedrich
    Landwirtschaftl. Bezugs- und Verwertungsgenossenschaft Niederstetten e. G. m.b.H.
    Hopf Georg
    Horn Friedrich
    Horn Karl
    Jäger Hermann
    Jäger Otto
    Jäger Johann
    Jakob Josef
    Keim August
    Keim Karl, Weingärtner
    *Klein Albert
    *Kleinhanß Christian
    *Kleinhanß Gottlieb
    *Knorr Friedrich
    Korder Kaspar
    Kostel Johann
    Köhnlein Georg, Weingärtner
    Krauß Marie Wwe.
    Küstner Friedrich
    *Lang Heinrich, jetzt Metzger W.
    Lang Wilhelm
    Leyrer Karl
    *Limbacher Heinrich
    Linder Barbara Wwe.
    Linder Georg
    *Linder Johann Fr. sen.
    Linder Karl
    Markert Georg, Weingärtner
    Meder Konrad
    Meister Katharine
    *Meister Margarete
    *Melber Karl
    Menikheim Johann
    Mittnacht FE
    *Mittnacht Stefan
    Mündlein Gottlob
    *Münz Geschwister
    Naser Georg
    *Neubert Johann
    *Nörr Eugen
    Nörr Friedrich, a. Bach
    Nörr Wilhelm
    Pflüger Johann
    Ratz Eduard
    Rieger Karl
    Rummler Georg
    Rummler Georg, Bäcker
    Schmidt Andreas
    Schmitt Theodor
    Schmitt Wilhelm
    Schuch Georg
    *Schulz Gebrüder
    *Schultz Friedrich
    Schumann Friedrich
    Sinner Johann
    *Steinmetz Johann
    Streitberger Karl
    *Striffler Otto
    Thomas Leonhard
    Thürauf Gottlob
    Waldmann Friedrich
    Weber Fr. Wwe., Weingärtner
    Weber Albert
    *Wollinger Karl
    *Ziegler Georg, Frickenmüller
    Städt. Hofgut Rehhof, Pächter: Johann Preuninger

    Eichhof

    *Dürr Albert
    *Gebhardt Heinrich
    *Haag Karl
    *Hermann Friedrich
    *Hermann Wilhelm
    *Hermann Adolf
    *Kohlschreiber Josef
    *Löblein Paul
    *Melber Friedrich

    Ermershausen

    *Dümmler Georg
    *Ehrle Karl Heinz
    *Fach Josef, Dreischwingen
    *Friedrich Gottlieb
    *Friedrich Gottlob
    *Haag Albert
    *Haag Bernhard
    *Hermann Heinrich
    *Hermann Johann
    *Löber Karl

    Sichertshausen

    Albrecht Georg
    *Egner Friedrich
    *Habel Wilhelm
    *Kleider Gottlieb, jezt Metzger Karl
    *Korn Georg
    *Oberndörffer Wilhelm
    *Osiander Otto
    *Ruhm Eduard
    *Scheuermann Friedrich
    *Schneider Friedrich (Erben)
    *Waldmann Wilhelm

  • Braun, Max

    Geb. 19. 12. 1865 in Niederstetten
    Fellhändler
    Heirat: 7. 5. 1894 in Crailsheim
    Ehefrau: Jette geb. Selling, geb. 26. 2. 1874 in Kolmberg
    Kinder:
    Clara, geb. 9. 3. 1895 in Niederstetten. Ehefrau des Hirsch gen. Hermann Braun, Fellhändler in Niederstetten, gest. 8. 1. 1957 in New York
    Auguste, geb. 28. 10. 1902 in Niederstetten, Ehefrau des Dr. med. Theodor Kron aus Cassel, jetzt wohnhaft in New York
    Deportation Juni 1941 nach Theresienstadt. Ehemann am 22. 9. 1942 u. Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen
    Teilnehmer Erster Weltkrieg
    Mitglied Turnverein u. Gesangverein
    "Betrieb zusammen mit s. Bruder Wolf eine Fellhandlung i. Niederstetten"
    1/2 am Gebäude Nr. 211 u. [?] 240 qm Wohnhaus und Magazingebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 5700.- M. Steuerwert ca. 5500 RM.
    Der Grundbesitz wurde durch Kriegseinwirkung vernichtet.
    Am 16. 2. 1955 hat Karl Melber, Bauer in Niederstetten das Ruinengrundstück von den Kindern u. Erben Clara Braun u. Dr. med. Auguste Kron, beide in New York zusammen mit 1/2 von des Wolf Braun um 1320 DM erworben
    "Als Bürgermeister der Gemeinde Niederstetten von 1917-1937 kannte ich, der ich für die Dokumentenstelle die Aufzeichnungen über die Schicksale der jüdischen Familien als Bürgermeister a. D. Schroth mache, auch die Familie Max Braun. Max Braun hat als Fellhändler sich [?] und fleißig seinem Beruf gewidmet. Er war verträglich u. hatte mit allen Mitbürgern gute Beziehungen. Er war durchaus [?] wie auch seine ganze Familie. Seine wirtschaftlichen Verhätnisse waren immer geordnet. Sein Fellhandel gemeinsam mit Wolf war sehr [?]. Der Fellhandel ging nach 1933 ständig zurück u. hat wohl bis 1938 ganz aufgehört, wie auch Frl. Maria Dinkel auf Seite 3 schon angegeben hat. Diese ist über die Familie Braun, bei der sie angestellt war bezw. bei der Tochter Clara Brau, geb. Braun Ehefrau des Hermann Braun gut orientiert. Die Eheleute Braun wurden im Juni 1941 nach Theresienstadt deportiert und sind lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen Abt. I. der Ehemann am 22. 9. 1942 u. die Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben.
    Herr Hermann Emmert, Küferei und Weinhandlung hier Hauptstr. 4 hat die Familie Braun gut gekannt."
    Adresse; Fr. Auguste Kron-Braun, 1628 University Ave., Bronx, New York

    Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-162 ff.

  • Bruno Stern in seiner Autobiographie (1985)

    Ich kam gegen Abend [des 24. März 1933] aus Würzburg [in Niederstetten] an. Nach dem gemeinsamen Essen mit meinen Eltern machten wir alle drei noch einen Besuch bei Familie Neuburger, jüdischen Freunden, mit denen wir sehr gut standen. Während des Gesprächs bemerkte Frau Neuburger, daß mein Vater überaus nervös war, und fragte ihn offen: "Herr Stern, was ist mit Ihnen, warum sind Sie so unruhig?" Er gab aber nur zur Antwort, es sei nichts - und wir kümmerten uns nicht weiter darum. Es war noch nicht allzu spät, als wir uns auf den Heimweg begaben. Die Straßen lagen still im Dunkeln. Im Rathaus aber sahen wir Licht brennen. Wir wunderten uns darüber und überlegten, wer um diese Uhrzeit noch dort arbeiten könnte. Wenig später gingen wir schlafen

    Am anderen Morgen ganz früh - es war Samstag, der 25. März - wurde ich durch den Lärm schwerer Lastwagen, die durch die Straßen rumpelten, und das Gröhlen antisemitischer Lieder geweckt. Gleich darauf klingelte es an unserer Tür. Wir hatten noch eine jener altmodischen Zugglocken, an denen man draußen zog, worauf oben im Treppenhaus die Glocke durch alle Räume tönte. - Vater kam an meine Tür: "Bruno, steh auf! Sie sind da!" Er brauchte mir nicht zu sagen, wer "sie" waren. Dann ging er hinunter, um zu öffnen. Herein traten zwei Sturmtruppführer der SA in ihren braunen Uniformen mit Pistolen im Gürtel und ein Mann von der Staatspolizei. Sie stiegen die Treppe hoch und erklärten uns, daß das Haus noch einmal1 durchsucht werden müßte nach Schußwaffen, staatsfeindlicher Literatur und sonstigen Unterlagen, die Deutschland schaden könnten. Einen Durchsuchungsbefehl hatten sie nicht vorzuweisen, auch kein anderes amtliches Ausweispapier - das war inzwischen nicht mehr nötig.2 Sie durchwühlten nun das Haus vom Keller bis zum Dachboden und sahen sogar in den Geldschrank des hinteren Ladenraumes. Aber entdecken konnten sie nichts. Erst als sie ins Wohnzimmer zurückkamen, fiel ihnen an der Wand ein Bild ins Auge, das Walther Rathenau darstellte, den jüdischen Staatsmann, der 1922 von Rechtsextremisten ermordet worden war. Sie nahmen das Gemälde herunter und forderten meinen Vater auf, sich fertig zu machen, um mit ihnen aufs Rathaus zu kommen. Dabei sahen sie auch zu mir herüber und flüsterten miteinander. Der Gestapo-Mann wies mich in einen Nebenraum, folgte mir nach und schloß die Tür hinter uns. Daraufhin nahm er seine Pistole heraus und richtete sie auf mich. Ich sah wie erstarrt auf den Lauf, der, nur ein paar Zentimeter entfernt, unverändert auf mich gerichtet blieb. Der Mann herrschte mich an: "Sie sind ein Kommunist! Geben sie’s zu!" Es klang wie ein Befehl. Was sollte ich darauf antworten? Ich war immer unpolitisch gewesen und niemals ein Kommunist, ja nicht einmal ein Sozialist. Auf die Pistolenmündung fixiert, versuchte ich, trotz des Aufruhrs in meinem Inneren, einen klaren Kopf zu behalten, und erklärte wahrheitsgemäß, daß ich weder Kommunist war, noch dem Kommunismus nahe stand, da ich einer studentischen Verbindung angehörte und diese bekanntlich keine sonderlich enge Freundschaft mit den Linken pflegten. Aus irgend einem Grund schien ihn das zufriedenzustellen. Er ging zurück ins Wohnzimmer. Mittlerweile war mein Vater ausgehbereit und folgte den beiden SA-Leuten und dem Gestapo-Mann zum Rathaus. Draußen schloß sich ihnen noch ein vierter Bewachungssoldat an, der so lange auf der Straße gewartet und das Haus "unter Kontrolle" gehalten hatte.

    Es war nun etwa sechs Uhr morgens. Kurz vorher war der Bürgermeister von Niederstetten [Jakob Schroth] auf dem Weg zum Bahnhof durch unsere Straße gegangen (er fuhr an diesem Morgen zum Sitz der Kreisverwaltung). Wir fragten uns, nachdem wir davon erfuhren, ob er gewußt hatte, was bei uns vorging. Später sagte jemand, daß die lokalen Parteiführer ihn an diesem Tag absichtlich weggeschickt hätten. Auf den Straßen waren zu dieser Zeit keine Zivilpassanten unterwegs, auch sah niemand aus dem Fenster - wahrscheinlich aber standen viele hinter dem Vorhang, um alles zu beobachten, und mancher wird sich wohl gewundert haben, was die Nazis bei uns suchten. Nur SA-Leute liefen überall herum. Die meisten von ihnen waren für diese "Polizeiaktion" von außerhalb eingesetzt worden, kamen also aus anderen Ortschaften. Aber ab und zu konnte man auch ein bekanntes Gesicht unter ihnen entdecken.

    Der Uhrzeiger rückte vorwärts. Mutter und ich mußten befürchten, daß die Gerüchte, die wir neuerdings immer öfter gehört hatten, doch der Wahrheit entsprachen. Was nur sollten wir machen? Zwei Häuser weiter wohnte der Tierarzt von Niederstetten, der im Ruf stand, dem rechten Flügel anzugehören [Hermann Eyßer, stv. Ortsgruppenleiter der NSDAP]. Mama konnte einfach nicht tatenlos warten. Wir beschlossen, daß sie durch Keller und Hintergärten den Nachbarn zu erreichen versuchen und ihn um Hilfe bitten sollte. Vielleicht würde er sogar im Rathaus vorsprechen? Gesagt, getan. Der Tierarzt hörte sich alles an und tröstete meine Mutter erst einmal: sie solle sich keine Sorgen machen, ihrem Mann würde schon nichts passieren. Zum Rathaus, das von SA-Leuten umringt war, konnte er nicht gehen. Niemand hätte das gekonnt.

    So kam Mutter wieder heim, und wir warteten und warteten. Es waren die längsten Stunden unseres Lebens. Frieda [ ], unser christliches Hausmädchen, war bei uns. - Um 8.30 Uhr ungefähr kam Vater zurück, aber nur, um schnell eine Tasse Kaffee zu trinken. Er mußte gleich wieder weg. Auf die Frage meiner Mutter, ob man ihm etwas angetan hätte, antwortete er: "Nein." Dann stand er schon auf, ging langsam die Treppe hinunter und zurück ins Rathaus. Dort angekommen, traf er auf den Stufen zum Eingang Simon Kirchheimer, der das Gebäude gerade verließ und fragte: "Was tun Sie denn hier? Sie können doch nach Hause gehen!" In seiner Aufregung hatte mein Vater tatsächlich die Anweisungen falsch verstanden. Erleichtert schloß er sich nun Kirchheimer an, der sofort weiterfragte: "Haben Sie auch was abgekriegt?", worauf mein Vater nur mit einem Haggadah-Wort antwortete: "Dayenu" (Es war genug). Obwohl er selbst mißhandelt worden war, konnte Simon Kirchheimer nicht glauben, daß man Hand an Max Stern gelegt hatte.

    Als Vater nun wieder zu Hause war, bat er Mutter, ihm beim Auskleiden behilflich zu sein. Er wollte sich etwas hinlegen, aber nicht in sein Bett - das stünde zu nahe am Fenster. Von draußen hörten wir abermals die vorbeirumpelnden Lastwagen und das Gröhlen der SA-Leute, diesmal verlor sich der Lärm in die entgegengesetzte Richtung: die Sturmtrupps zogen ab. Dann vernahm ich unterdrücktes Weinen aus dem Schlafzimmer. Mutter hatte entdeckt, daß Vater aufs grausamste geprügelt worden war. Sein Rücken zeigte nicht das kleinste Fleckchen heiler Haut mehr. Nach der Ankunft im Rathaus hatten sich mein Vater und zehn weitere Juden mit dem Gesicht zur Wand aufstellen und stillhalten müssen. Dann wurden sie, einer nach dem andern, aufgerufen und einzeln in einen Nebenraum kommandiert. Dort warf man meinem Vater alle Arten von erlogenen Anschuldigungen entgegen, zog ihm die Jacke aus, stopfte ihm ein Taschentuch in den Mund, damit er nicht schreien konnte, und befahl ihm, sich vornüber zu beugen, woraufhin vier Männer unbarmherzig mit Stahlpeitschen auf ihn einschlugen.

    Es gibt keine Worte, unsere Gedanken und Empfindungen in diesem Moment zu beschreiben. Wären wir selbst durchgepeitscht worden, es hätte uns nicht mehr schmerzen können. Vater lag still auf der Liege, kein Wort der Anklage kam über seine Lippen, kein Wort des Schmerzes, kein einziges Wort... Wir beschlossen, Dr. Heller, unseren langjährigen Hausarzt, zu rufen. Einen jüdischen Arzt gab es nicht mehr in Niederstetten. Frau Heller war Leiterin der NS-Frauengruppe, weshalb wir anfangs Zweifel hegten, ob ihr Mann, da die Umstände sich derart zugespitzt hatten, noch in unsere Wohnung kommen würde. Aber er kam - und gab meinem Vater die bestmögliche ärztliche Behandlung. Meine Mutter fragte ihn: "Herr Doktor, warum nur haben sie meinen Mann so zugerichtet, gerade ihn, der nie jemandem etwas zuleide getan hat?" Der Arzt wußte nichts darauf zu sagen als: "Frau Stern, wir leben in einer hochpolitischen Zeit."

    Als Dr. Heller uns verließ, war es etwa 9.30 Uhr. Mutter und ich überlegten, ob ich nicht in die Synagoge gehen sollte, erstens, um dem Gottesdienst beizuwohnen, und zweitens, um zu erfahren, wie es den anderen Gemeindemitgliedern ergangen war. Ich brach auf. Der Gottesdienst hatte noch nicht begonnen, auch waren noch nicht sehr viele Männer da. In der Mitte der Synagoge aber stand der siebenundsiebzigjährige Abraham Kirchheimer, ein tief religiöser Mann. Die Arme zum Himmel erhoben, rief er: "Gott, oh Gott, warum hast du uns verlassen?" Ich werde den Anblick niemals vergessen. Die verzweifelte Klage rührte allen Anwesenden ans Herz. Auch Kirchheimers Sohn, jener Simon Kirchheimer, den mein Vater vor dem Rathaus getroffen hatte, ein Veteran des Ersten Weltkriegs und ebenso guter Sohn wie selbst Familienvater, war ja geprügelt und mißhandelt worden - wie andere Mitglieder unserer Gemeinde. "Gott, oh Gott, wie kannst du das zulassen?" Eine Welt, eine gute Welt voller Nächstenliebe, Tradition, Hoffnung auf eine bessere Zukunft und Glaubensbereitschaft war an diesem Morgen erschüttert worden in der kleinen jüdischen Gemeinde von Niederstetten. Und die Erschütterung ging bis auf den Grund.

    Das Dritte Reich hatte seinen triumphalen Einzug gehalten. Bis ans Ende meiner Tage wird mir der 25. März 1933 im Gedächtnis bleiben. Auch die christliche Bevölkerung war schockiert, nur wagte niemand etwas zu sagen oder der wilden Horde offen Widerstand zu leisten. Angst, Mißtrauen und Schweigen fielen wie ein dunkler Vorhang über das Städtchen und verließen es nicht mehr, bis das ganze Regime schließlich zusammenstürzte.

    Niederstetten hatte eine von der Gemeinde angestellte Krankenschwester, eine Diakonissin der evangelischen Kirche [Emma Deininger]. Sie kam noch am Samstagnachmittag zu uns und sagte, daß Pastor Umfrid sie geschickt hätte, der herzlichen Anteil an unserem Schicksal nähme. Wenn sie oder er irgend etwas für uns tun könnten, sollten wir es sie nur wissen lassen. - In den folgenden Tagen führte ihr Weg sie noch öfter zu uns, und dank ihrer Mithilfe und Pflege wurde mein Vater bald wieder halbwegs gesund.

    Bis zum Abend des traurigen Samstags wußte die ganze jüdische Gemeinde, was passiert war, und jeder kannte die Leidensgeschichte der betroffenen Männer, die aus unersichtlichen Gründen "ausgewählt" und so schrecklich mißhandelt worden waren. Zu denen, die man verschont hatte, gehörten übrigens die Kunden der Thomasschen Bäckerei.3

    Mein Vater gab später zu, daß er vor der drohenden Aktion gewarnt worden war. Er hätte Niederstetten verlassen können, entschied sich aber zu bleiben und seine Gemeinde nicht im Stich zu lassen. Jene Frau Gerlinger, Inhaberin des Hotels zur Post, hatte ihn am Freitagnachmittag über die geplante Razzia informiert, weshalb Vater am Abend, als wir die Familie Neuburger besuchten, so nervös gewesen war. - Ein Jude aus Niederstetten hatte auf Frau Gerlingers Rat hin tatsächlich vom Freitag bis Sonntag im Hotel zur Post "gewohnt" und sich die ganze Zeit über in seinem Zimmer aufgehalten. Sie brachte ihm die Mahlzeiten und sorgte auch dafür, daß er sicher aus der Stadt entkommen konnte.

    [Nach Niederstetten kamen Creglingen, Weikersheim und Bad Mergentheim an die Reihe.]

    Inzwischen war - niemand wußte durch wen - die Meldung über die Brutalitäten bis zur Regierung in Stuttgart gedrungen, und dort erteilte man alsbald Befehl, die Aktion zu stoppen. Später wurde erzählt, daß die sofortige Beendigung des Massakers dem stellvertretenden Reichsstatthalter Dill4 zu verdanken war, der ursprünglich aus Niederstetten kam.
    ---
    1 Bereits vorher hatte es eine Hausdurchsuchung durch den Ortspolizisten Johannes Dodel gegeben, siehe: Stern, So war es, S. 44.
    2 Die Durchsuchungsaktionen erfolgten auf Grund eines Erlasses des Polizeikommisars für das Land Württemberg vom 19. März 1933 über den Waffeinzug, veröffentlicht im Staatsanzeiger für Württemberg Nr. 65 vom 18. März 1933 (siehe Behr/Rupp, Vom Leben und Sterben, S. 184).
    3 Fritz Thomas, Ortsgruppenleiter der NSDAP, war Bäcker.
    4 Dr. jur. Gottlob Dill (1885-1968), Jurist, württembergischer Ministerialbeamter und SS-Oberführer.

    (Bruno Stern: So war es. Leben und Schicksal eines jüdischen Emigranten. Eine Autobiographie. Aus d. Engl. übers. von Ursula Michels-Wenz. Bearb. von Gerhard Taddey. Sigmaringen: Thorbecke 1985, S. 46-49)

  • Horst-Wessel-Brunnen

    "Nationalsozialistische Kundgebung und Einweihung des Horst-Wessel-Brunnens"
    auf dem Marktplatz" (23. und 24. März 1933)" - vermutlich 26. September 1933?
    Aus: 650 Jahre Stadt Niederstetten, 1991
    (Vergrößern durch Anklicken des Bildes)

    "Eine dichte Menschenmenge wartete inzwischen auf dem Marktplatz auf die Weihe des Horst-Wessel-Brunnens, die Kreisleiter Stümpfig vornahm. Niederstetten gleiche einer neu erwachten Stadt. Ueberall sehe man frohe Gesichter, buntes Leben herrsche in den reich beflaggten Straßen, die nach den Führern des dritten Reiches benannt seien und deren eine ab heute ab den Namen des württ. Führers Wilhelm Murr trage. Auch die Hülle dieses Brunnens möge nun fallen, der den Namen Horst Wessels trage. Durch sein Opfer sei neues Leben in unser Volk gekommen. Von jedem Einzelnen müsse dieselbe Hingabe verlangt werden. Dann übergab Kreisleiter Stümpfig den Brunnen in die Obhut der Stadt. Das Horst Wessellied klang über den Marktplatz. Bürgermeister Schroth dankte dem Kreisleiter für die Uebergabe des Brunnens. Im Sinne Wessels soll er gepflegt u. behütet werden. Pg. Kraushaar, der erste Leiter der hiesigen Ortsgruppe d er NSDAP, wandte sich an die Jugend. Wer den Brunnen schändet, schändet Blut und Boden." (Vaterlandsfreund, 26. 9. 1933)

    Heute befindet sich auf dem Marktplatz der Schweinemarktbrunnen von Karl Ulrich Nuß, den der Niederstettener Audioguide kurz erklärt. (Den Vorgängerbrunnen verschweigt er wohlweislich.)

  • Schroth, Jakob

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