Jakob Schroth
Jakob Schroth
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1. April 1932. 90. Geburtstag von Friedrich Fries
() Niederstetten, 1. April. Unser Mitbürger Herr Fr. Fries beging dieser Tage seinen 90. Geburtstag. Neben vielen anderen Gratulanten überbrachte Herr Bürgermeister Schroth die Glückwünsche der Stadt. Es ist eine Freude zu sehen, wie der hochbetagte Mann noch täglich auf das Feld oder in seinen Weinberg geht und sich noch durch Arbeit nützlich macht. Hoffentlich kann er dies auch noch an seinem hundertsten tun!
(Vaterlandsfreund, Nr. 77, 4. 4. 1932)
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1. August 1933, Teilnehmer am 15. Deutschen Turnfest kehren nach Niederstetten zurück
* Niederstetten, 1. Aug. Gestern abend kehrten die Teilnehmer vom 15. Deutschen Turnfest heim. Ein großer Teil der Bevölkerung fand sich am Bahnhof ein, um dem Verein einen festlichen Empfang zu bereiten; denn die Vereinsriege hatte sich auf dem Fest einen 1. Preis errungen. Von der Turnerjugend wurden den Teilnehmern Blumen verehrt. Mit Gesang gings zum Lokal "Melber", wo eine kurze Begrüßung und Beglückwünschung durch Vorstand Streitberger und Bürgermeister Schroth stattfand.
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 177, 2. 8. 1933, S. 4)
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1. Juni 1931. Obstbau-Vortrag - Gründung eines Obstbauvereins
() Niederstetten, 1. Juni. Obstbauinspektor Schweizer-Kupferzell hielt gestern im Löwensaale einen sehr lehrreichen Vortrag über Obstbau und alle damit zusammenhängenden Fragen. Dem Vortrag wäre ein besserer Besuch zu wünschen gewesen. Herr Schweizer gab, von Lichtbildern unterstützt, genaue Angaben über die Behandlung der Obstbäume von früher Jugend an. (Wir haben bereits darüber in einem früheren Referat über einen Vortrag des gleichen Redners berichtet.) Er ging dann zu der Frage über, wie der Ertrag des deutschen Obstbaues gesteigert werden könne und insbesondere, wie der deutsche Obstbau gegenüber der Auslandskonkurrenz wettbewerbsfähig gemacht werden könne. Die erste Notwendigkeit sei die Sortenvereinfachung. Mit Staatsbeiträgen seien in den letzten Jahren bereits 385000 Obstbäume, alle in wenigen Sorten, aufgepfropft worden. Für den, der nicht mitmacht, werde die Absatzkrise schlimmer werden, sobald mehr gute Sorten auf den Markt kommen. Das deutsche Obst übertreffe heute schon an Güte das Auslandsobst, das Ausland sei nur in der besseren Pflege voraus. Um zu besserem Obst zu kommen, müsse der Baum von Jugend auf richtig behandelt werden. Dann sei eine gute und richtige Düngung notwendig. Viel zu wenig Augenmerk werde bis jetzt auf die Schädlingsbekämpfung gerichtet. Das Spritzen der Weinberge im Winter einmal, im Sommer mehrmals, sei unerläßlich. Der Redner gab die geeignetesten Mittel an. Schließlich kam er auf den Obstabsatz zu sprechen. Das Obst muß sorgfältig gepflückt und schon beim Pflücken vorsortiert werden. Wurmige und kleine Aepfel müssen gleich ausgeschlossen werden. Das Obst muß gleich in Kisten frostfrei gelagert werden. Späte Sorten müssen aufbewahrt werden und dürfen erst zur Zeit der Genußreife auf den Markt kommen. Den Verkauf besorgt in Württemberg als Treuhänder die Kaufstelle landw. Genossenschaften. Auch da wo kein Lagerhaus am Platze ist, ist dies der Fall. Das Obst wird genau nach Gewichtsklassen sortiert in Kisten von 30-40 Pfund, jedes Stück in Papier gewickelt eingelegt. Jede Sorte selbstverständlich genau getrennt. Im Großhandel wird dieses Obst heute schon nach „Stück per Kiste“ gehandelt und bringt hohe Preise. Im Jahre 1929 seien aus Reichsmitteln für diese Zwecke 375 000 Mark aufgewendet worden. Als für unsere Gegend geeignete Sorten empfahl der Redner Boskop und Gewürzluike und den Schweikheimer Rambur. Der Winterrambur, welcher vielfach gepflanzt werde, gelte heute als fader Apfel, auch die Baumannsreinette sei nicht zu empfehlen. Herr Bürgermeister Schroth dankte dem Redner für seine allgemein mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen und gab die Anregung zur Gründung eines Obstbauvereins, welche auch betätigt wurde.
Vaterlandsfreund, Nr. 125, 2. 6. 1931
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1. Mai 1934. Maifeier
Niederstetten, 7. Mai. 1. Mai, neuer Klang liegt in diesem Wort, ein Klang, den ihm unser Führer Adolf Hitler gab; Frühling liegt darin und Neuwerdung, nicht mehr Haß und Klassenkampf. Auch unser Städtchen beteiligte sich an der Feier des Tages unter der Leitung der Ortsgruppe der NSDAP. Am Vorabend des 1. Mai richtete das Zimmergewerbe den 18 Meter hohen, geschmückten Maibaum auf der Maiwiese (alter Turnplatz) auf, an welcher sich die Hitler-Jugend unter Führung des Geff. Fischer beteiligte. Der 1. Mai sah mit sonnigem Antlitz auf mit Fahnen und Tannengrün geschmückten Häuser und Plätze, legte sich mit Freude in jedes Menschenherz und lachte einem wieder aus strahlenden Augen der Menschen entgegen und fröhlich erklang der deutsche Gruß. Um 8 Uhr war Kirchgang für beide Konfessionen, um 9 Uhr Uebertragung der Jugendkundgebung aus Berlin unter dem Maibaum, an welcher sich sämtliche Schulen beteiligten. Von 12-15 Uhr war auf dem Marktplatz ein Standkonzert, welches von der Kreismusikkapelle unter Leitung seines Dirigenten Chormeister Fleckenstein, Bad Mergentheim, aufgeführt wurde. Pünktlich um 15 Uhr setzte sich der Festzug von der Hollenbacherstraße aus in Bewegung, voran die HJ., anschl. Abordnungen der PO., SA., MSA., SAR. u, NSKK., welcher die Kreismusikkapelle folgte. Die Mitte des Festzuges bildete ein blumenübersäter Wagen mit der Maikönigin und kleineren Mädchen, zur Seite ritt der Maigraf. Nun folgten in bunter Reihenfolge Handwerkergruppen mit Festwagen, ein Wagen des Bauernstandes, Beamtengruppe, Trachtengruppe, Wandergruppe und Turn- und Sportscharen, zusammengefaßt ein Bild wie es Niederstetten wohl noch nie gesehen hat, denn wer hätte es vor der Machtübernahme der NSDAP. gesehen, daß Bauern, Handwerker und Beamte so verbunden in einem Geiste marschieren, getragen von Sichverstehen und Einfügen. Auf der Festwiese angekommen, löste sich der Festzug auf und die Kreismusikkapelle und der Männergesangverein Niederstetten erfreuten die Festbesucher durch frische Weisen. In einer Ansprache wies Ortsgruppenleiter Thomas auf die Bedeutung des Tages hin und Bürgermeister Schroth überreichte im Namen des Innenministeriums Hofgartenarbeiter Weber für treue Dienste die silberne König Karl-Medaille. Nach der Uebertragung des Staatsaktes aus Berlin blieben die Besucher noch längere Zeit beim kühlen Naß, denn die Hitze des Tages war groß. Ab 20 Uhr war in der Turnhalle und im Löwensaal Tanzmusik.
Der Franke, Nr. 105, 8. 5. 1934
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1. Oktober 1936. Heimattag und Erntedankfest
Heimattag und Erntedankfest in Niederstetten
Niederstetten, 30. Sept. Welch eigenartiger Klang liegt in den Worten Heimat, Vaterhaus, Heimaterde für uns Deutsche und wie tief sind sie in unserem Gemüt verankert. Als darunter die Stadt ihre Einladungen zum diesjährigen Heimattag ausgesandt hatte, folgten aus nah und fern etwa 300 Volksgenossen u. -genossinnen, die mit unserer Gemeinde durch Geburt verbunden sind, diesem Rufe, um ihre gemeinsame Heimat wieder zu sehen. Auch eine Feier des Jahrganges 1866 war mit dem Heimattag verbunden; die Fünfziger trafen sich schon am Samstag nachmittag bei einem Essen im Gasthaus Melber, zu welchem sich auch zu ihrer besonderen Freude ein Sohn unserer Stadt, Ministerialdirektor Dr. Dill, einstellte.
Der Abend führte alle Gäste und Einwohner in der Turnhalle zu einer Feierstunde zusammen und die Halle reichte kaum aus, um alle Erschienenen zu fassen. Bürgerm. Schroth begrüßte die Anwesenden im Namen der Stadt und führte in seiner Rede aus, daß nun sechs Jahre seit dem letzten Heimattag verflossen seien. Viele, viele Söhne und Töchter der Stadt sind der Einladung gefolgt, leider mußten auch einige abschreiben, da sie entweder durch Krankheit oder aus beruflichen Gründen nicht kommen konnten, insbesondere auch Luftschiffkapitän Albert Sammt vom Luftschiff "Hindenburg", welcher wieder auf dem Wege nach Amerika ist. Ministerialdirektor Dr. Dill überbrachte Grüße des Innenministers und betonte in seiner Ausführung, daß er sich immer wieder freue, nach Niederstetten zu kommen, um alte, liebe Stätten aufzusuchen. In Erinnerung aus seiner Jugend kam so recht zum Ausdruck, wie tief auch bei ihm das Heimatgefühl verwurzelt ist. Diese Schollenverbundenheit wird besonders durch die Heimattage gepflegt und deshalb erfahren dieselben auch die volle Unterstützung des Nationalsozialismus. Die Kreiskapelle, der Männergesangverein, der BdM. und der Turnverein belebten den Abend durch wohlgelungene Darbietungen.
Am Sonntag morgen machten die auswärtigen Gäste einen Rundgang durch die Stadt, bei welchem die in den letzten Jahren getroffenen baulichen Veränderungen besichtigt wurden, insbesondere auch die Kelter der Weingärtnergenossenschaft. Nachmittags 2 Uhr setzte sich von der Kelter aus ein Festzug zum Festplatz in Bewegung, der durch reichgeschmückte Ernte- und Winzerwagen verschönt war. Die Straßen waren voll von Besuchern aus den Nachbarorten und alles drängte nun zum Festplatze, woselbst Bürgermeister Schroth nach einer Begrüßungsansprache, in welcher er besonders auch die Anwesenheit von Kreisleiter Niklas hervorhob: an die bäuerlichen Gefolgschaftsmitglieder: Sofie Hein, Fritz Ehrmann, Marie Plank, Christian Sinner, Fritz Hütter und Wilhelm Gläß für langjährige treue Dienste (in einem Falle über 40 Jahre) Ehrenurkunden und Geschenke verteilte. Ferner verlas Herr Bürgermeister Schroth ein Telegramm des Fürsten Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg, das er aus Roggenburg sandte und in welchem er alle Gäste und Besucher des Heimattages und Erntedankfestes grüßte und viel Vergnügen wünschte. Ortsgruppenleiter Thomas sprach herzliche Worte des Gedenkens zum heutigen Feste. Die HJ. und BdM. führten Spiele und Tänze vor. Im Kaffeezelt und am Weinschank herrschte lebhafter Betrieb, sodaß die Zeit bis zum Winzertanz rasch verfloß und noch eine große Zuschauermenge bei diesem, von unseren Festen nicht mehr wegzudenkenden historischen Tanze anwesend sein konnte.Der Franke, Nr. 229, 1. 10. 1936
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10. Dezember 1936. Oberlehrer Wahl verläßt Niederstetten
Niederstetten, 10. Dez. (Abschied.) In den nächsten Tagen wird Oberlehrer Wahl mit seiner Familie Niederstetten verlassen, um nach 18jährigem Hiersein nach seiner neuen Wirkungsstätte Möhringen a. F. zu ziehen. Letzten Samstag versammelten sich daher seine Kollegen mit ihren Frauen hier im Melbersaal, um nochmals mit der scheidenden Familie zusammen zu sein und von ihr Abschied zu nehmen. In mehreren Ansprachen wurde seiner Verdienste um das Schulwesen hier und im ganzen Bezirk gedacht, aber auch der vielen schönen, im Kollegenkreis gemeinsam verlebten Stunden erinnerte man sich gerne, Der Abend wurde durch Musikvorträge und gemeinsam gesungene Lieder verschönt. — Tags daran ließ es sich auch die hiesige Stadtgemeinde nicht nehmen, von der allseitig geachteten Lehrerfamilie im dichtbeschten Postsaal Abschied zu nehmen. Herr Bürgermeister Schroth gedachte in längeren Ausführungen der scheidenden Familie. Er würdigte die gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Rathaus und betonte, wie diese Zusammenarbeit immer schließlich zum Nutzen von Gemeinde und Schule sich ausgewirkt habe. - Zugleich gedachte er gerade des großen Fortschritts während der letzten Jahre auf dem Gebiete des Schulwesens in der hiesigen Stadt, wobei er erfreulicherweise die hiesigen Schulverhältnisse als vorbildlich bezeichnen konnte. Mit seinem Dank verband er die besten Wünsche für den neuen Wirkungskreis. In weiteren Ansprachen wurde Herrn Wahl der Dank für seine Mitarbeit ausgesprochen, die er immer gerne zur Verfügung gestellt halte, als Kollege, Organist, Dirigent des ev. Kirchenchors u. Mitarbeiter im DLV. Der ev. Kirchenchor umrahmte die Feier mit wohlgelungenen Chören. Zum Schluß dankte Herr Wahl allen für die dargebrachten Ehrungen und schilderte die Gründe, die ihn schweren Herzens zum Verlassen der hiesigen Stadt bewegten. Die besten Wünsche der ganzen Gemeinde begleiten die Familie Wahl in ihre neue Heimat.
Der Franke, Nr. 288, 10. 12. 1936
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11. Juli 1937. Amtseinsetzung von Bürgermeister Pg. Karl Weber
Niederstetten, 11 Juli. (Amtseinsetzung.) Am Freitag nachmittag erfolgte die feierliche Amtseinsetzung des neuen Bürgermeisters im Sitzungssaale des Rathauses. Der 1. Beigeordnete und stellv. Bürgermeister Melber eröffnete die Sitzung und erteilt und erteilte Pg. Landrat Wöhrle-Gerabronn das Wort. Dieser nahm die Amtseinsetzung des neubestellten Bürgermeisters, Pg. Paul Weber-Adelberg vor, und wies ihn auf die Pflichten eines Ortsvorstehers hin. Hierauf sprach Kreisleiter Seitz-Bad Mergentheim und wünschte eine gute Zusammenarbeit zwischen der Kreisleitung, der Ortsgruppe und dem Rathaus. Pg. Bürgermeister Künzlen-Bad Mergentheim begrüßte ihn als neuen Kollegen im Auftrage der Kreisamtsleitung zur Kommunalpolitik. Stadtpfleger Pflüger wies auf die bisherige gute Zusammenarbeit mit dem bisherigen Bürgermeister hin und versprach, zugleich auch im Namen aller Beamten, Angestellten und Arbeiter der Stadtgemeinde treue Mitarbeit zu leisten. Als nunmehr scheidender Bürgermeister wünschte Pg. Schroth seinem Nachfolger eine segensreiche Arbeit in seinem neuen Wirkungskreise. Zum Schluß dankte der in sein Amt eingesetzte Pg. Weber allen Rednern für die Willkommgrüße, insbesondere dankte er dem Gemeinderat für die Uebertragung des Amtes und für das ihm geschenkte Vertrauen und erbat sich die Unterstützung des Oberamts, der Kreisleitung und des Gemeinderats in seinen Amtsgeschäften. – Abends fand dann in der dichtbesetzten Turnhalle eine allgemeine Begrüßungsfeier unter der Mitwirkung des Männergesangvereins und der Ortsgruppenkapelle statt. Nachdem der erste Beigeordnete alle erschienenen Gäste begrüßt hatte, übergab er das Wort Pg. Bürgermeister Weber. Dieser dankte in seiner Ausführung für die ihm zuteil gewordene Ehre, Bürgermeister der Stadt Niederstetten sein zu dürfen und gab, unter Darlegung seines Lebenslaufes, ein Bild von seinem bisherigen Tätigkeitsfelde. Er bat die Einwohnerschaft, ihm volles Vertrauen entgegenzubringen und versprach, seine ganze Kraft für das Wohl der Stadt einzusetzen. – Nach der Rede des Pg. Weber begrüßte ihn Ortsgruppenleiter Thomas als neuen Parteigenossen. Gewerbeoberlehrer Sigelen im Namen sämtlicher Schulen und der Lehrerschaft. Bürgermeister Gräter-Hermutshausen sprach als Vorsitzender des Gemeindeverbandes E. W. Hohebach-Ingelfingen. Bürgermeister Herzog-Bartenstein-Riedbach lobte das gute nachbarliche Verhältnis dieser Gemeinden mit Niederstetten und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dasselbe auch weiterhin bestehen und noch vertieft werden möge. – Wie sehr Pg. Weber in seiner bisherigen Gemeinde Adelberg geliebt und geachtet war, bewies die Tatsache, daß zwei Vertreter dieser Gemeinde bei der Amtseinsetzung anwesend waren. Ortsbauernführer Seitzer-Adelberg hob das einmütige Zusammenwirken zwischen Rathaus und der ganzen Bürgerschaft hervor und drückte sein lebhaftes Bedauern über den Weggang ihres Bürgermeisters aus und beglückwünschte die Stadtgemeinde Niederstetten zu ihrem neuen Bürgermeister und fügte an, daß die Wahl bestimmt zu ihrem Nutzen ausfallen werde. – Als weitere Redner sprachen noch für die evangelische Kirchengemeinde, Stadtpfarrer Göltenboth, für den Kreis Gerabronn Landrat Wöhrle und der bisherige Bürgermeister Schroth. In längerer Ausführung legte letzterer die Zukunftsaufgaben in der Stadtverwaltung dar.
Der Franke, 12. 7. 1937
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12. Mai 1934. Schulhauseinweihung
Niederstetten, 12. Mai. (Schulhauseinweihung.) Endlich hat Niederstetten sein neues Schulhaus erhalten und dafür aber auch etwas von wirklichem Werte. In dem früheren fürstl. Fruchtspeicher, am Fuße des Schloßberges gelegen, schuf Baumeister Baumann-Niederstetten unter Wahrung des altertümlichen Charakters des Bauwerkes, (der angebaute Turm sieht unter Denkmalschutz) ein wirkliches Vorbild eines modernen Schulhauses. Rein äußerl. schon bietet sich ein Bild voller Harmonie und paßt sich vollkommen in seine Umgebung ein. Der Einweihung, welche um 14 Uhr mit einem Festzug vom Marktplatze eingeleitet wurde, wohnten sehr viele Gäste bei. Es waren Vertreter der Landesregierung erschienen: Der stellv. Gauleiter Schmidt, Ministerialdirektor Dr. Dill-Stuttgart; der Behörden: Regierungsrat Stümpfig-Stuttgart, Regierungsrat Frohmann-Stuttgart, Schulrat Seizinger-Hall, Prof. Dr. Seibold-Heilbronn, Landrat Wöhrle-Gerabronn, Kreisbauernführer Philipp-Wittenweiler, Kreisgeschäftsführer Walter-Blaufelden, die Fachschaft der Ortsvorsteher des Kreises Gerabronn, sowie der NS.-Lehrerbund Gerabronn und Bad Mergentheim. Die Einwohnerschaft nahm regsten Anteil, fahnengeschmückte Straßen; Feststimmung überall. Am Schulhausneubau angekommen, begrüßte Bürgermeister Schroth (dessen Initiative es in erster Linie auch zu verdanken ist, daß dieses Werk zustande kam) die Anwesenden und übergab die Schlüssel der neuen Schule Oberlehrer Wahl, welcher seinerseits in kurzen Worten die Entstehung des Baues erklärte, sowie die Einrichtung desselben. Für die Bauarbeiter trug Arbeiter Joh. Reis ein selbstverfaßtes Gedicht vor.
Anschließend erfolge die Besichtigung der Schulräume, in welcher nun die evang. Volksschule, die Realschule und die Gewerbeschule in 5 modern eingerichteten Unterrichtsräumen untergebracht sind. Ferner sind vorhanden: Lehrmittel- und Lehrerzimmer, Aufenthaltsraum für die Schüler, Hauswirtschaftsküche und im Erdgeschoß ein großes Brausebad. Sämtliche Räume besitzen reichliches elektrisches Licht durch moderne Beleuchtungskörper, Zentralheizung, Radioanschluß und fließendes Wasser. Nach der Besichtigung setzten sich die Einweihungsfeierlichkeiten in der Turnhalle fort. Bürgermeister Schroth erklärte hier in einer längeren Rede den Sinn, Zweck und Ausführung des neuen Hauses, man spürte daraus, mit welcher Energie das Werk begonnen und durchgeführt wurde und daß es nur deshalb so wohlgelingen konnte, weil jeder der an dem Bau beschäftigten Handwerker und Arbeiter sein Bestes an Können gab und erst in zweiter Linie nach dem finanziellen Ergebnis ihres Fleißes fragten. Die Vertreter der Behörden beglückwünschten in Ansprachen die Stadtgemeinde zu ihrem neuen Schulhaus, denn es sei mit verhältnismäßig geringen Mitteln, (an der Leistung gemessen) ein Werk erstellt worden, das für Generationen unserer Jugend und damit Deutschlands Zukunft dient; denn Wissen ist Macht. Die Vorstände der in der Schule untergebrachten 3 Schulen gedachten in Reden der früheren Schulverhältnisse. Als Dank an die Regierung für die geleistete Beihilfe zum Gelingen des Wertes übergab nun Bürgermeister Schroth namens der Stadt an Ministerialdirektor Dr. Dill Ferienscheine für 5 SA.-Männer für je 14 Tage. Die eingelegten Pausen wurden von der Kreismusikkapelle ausgefüllt, welche wie immer lebhaften Beifall erntete.
Der Franke, Nr. 113, 18. 5. 1934
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13. Mai 1930. Konzert des Gesangvereins - Vortrag zur Obstveredlung - Ausflug des Hausfrauenvereins
() Niederstetten, 13. Mai. Am kommenden Sonntag findet in Bad Mergentheim unter Leitung des Herrn Chormeister Fleckenstein ein Konzert der Gesangvereine Bad Mergentheim-Lauda-Niederstetten statt. Gewissermaßen als Hauptprobe gab am Sonntag abend der hiesige Männergesangverein im Löwensaal ein Konzert. Wir wollen dem Mergentheimer Konzert durch diese Bosprechung nicht vorgreifen. Die Auswahl der Lieder (Männer- und gemischter Chor) und ihre Ausführung lassen den Schluß zu, daß das Mergentheimer Konzert ein musikalisches Ereignis für das ganze Hohenloher Frankenland werden wird. In der Folge des gestrigen Konzerts erfreute Herr Dr. Metzendorf-Mergentheim dis Zuhörer durch virtuose Harfenvorträge, die Barkarole aus Hofmanns Erzählungen wurde init Harfe, Violine und Klavier ausgezeichnet gespielt und Herr Chormeister Fleckenstein sang in gewohnter Vollendung Löweballaden: Die Begleitung hatte in liebenswürdiger Weise Herr Oberlehrer Wahl übernommen und vorzüglich durchgeführt.
() Niederstetten, 13. Mai. Als Abschluß des im Herbst hier stattgehabten Kurses hielt gestern Herr Oberbauinspektor Schweizer-Kupferzell hier einen Veredelungskurs ab. Am Abend hielt Herr Schweizer einen Vortrag im Gasthaus zum Hirschen, dem viele Interessenten beiwohnten. Herr Schweizer ging davon aus, daß das Endziel des Obstbaues die Zurückdrängung der ausländischen Einfuhr sein müsse. Zu den Obst einführenden Staaten gehören seit einiger Zeit auch die Balkanstaaten und Rußland. Seit drei Jahren werden aus Reichsmitteln dem Obstbau große Zuschüsse gewährt. Allein in Süddeutschland seien mit diesen Mitteln im Vorjahr 382 000 Umpfropfungen unterstützt worden. Die heutigen Baumbestände in Deutschland seien ungenügend. Man müsse die Systeme der Konkurrenz studieren und gleiche Ware auf den Markt bringen. Das Ausland sei uns durch sein kaufmännisches System überlegen. Der Redner verweist dann auf die in der Presse (auch in unserer Zeitung) bereits veröffentlichten Bedingungen zur Erlangung von Beihilfen. Es seien für Umpfropfen 75 000 M, für Obstabsatzorganisationen 285 000 M ausgegeben worden. Das Ziel des Obstbaues müssen die von der Landwirtschaftskammer angegebene Sortenvereinfachung sein. Aber nicht nur auf Tafeläpfel, sondern auch auf den richtigen Anbau von Zwetschgen soll das Augenmerk des Obstzüchters gerichtet sein. Mostbirnen sollen nur dahin gepflanzt werden, wo keine Aepfel gedeihen. Von großer Wichtigkeit sei das richtige Umpfropfen und das Spritzen der Bäume. Sorgfältige Behandlung und Sortierung des Obstes sei Grundbedingung. In Zukunft werde das Obst (Tafelobst) nur nach Stückzahl pro Kiste gehandelt werden und so der Wert der Qualität richtig zur Geltung kommen. In der Diskussion ergriff Herr Roll-Amlishagen, Vorstand des Bezirksobstbauvereins Gerabronn, das Wort. Er verlieh seiner Freude Ausdruck, daß die Landwirtschaftskammer dem Obstbau wehr Liebe entgegenbringe. Der Katalog seines Vaters habe noch 180 Apfelsorten und 150 Birnensorten enthalten. Das sei heute ein ungangbarer Weg. Herr Roll tadelte dann die falsche Behandlung des Obstes durch eine Genossenschaft, Dort wären die Gewürzluiken zwei Meter hoch aufgeschichtet gewesen. Die Sortiermaschine brauche zu viel Bedienung. Herr Lagerhausverwalter Glaser erbat Aufschluß über die den einzelnen Genossenschaften zugekommenen Beträge, da unsere Gegend leer ausgegangen sei. Herr Stadtschultheiß Schroth dankte dem Referenten und den Diskussionsrednern und schloß die Versammlung.
() Niederstetten, 13. Mai. Unser Landw. Hausfrauenverein hat eine große „Expedition“ hinter sich. Mit vier Omnibussen machte der Verein bei Beteiligung von 90 Mitgliedern einen lehrreichen und genußreichen Ausflug. In Kupferzell fand die Haushaltungsschule eingehende Besichtigung. In Hall wurde das Diakonissenhaus und Schwachsinnigenheim besucht. Ferner wurde der sehenswerten Comburg ein Besuch abgestattet.
Der Vaterlandsfreund, Nr. 111, 14. 5. 1930
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14. Mai 1933, Richtfest auf dem Eichhof
Niederstetten, 14. Mai. (Richtfest auf der Siedlung Eichhof.) Anläßlich der Aufrichtung des letzten Neubaues der Bauernsiedlung Eichhof lud die "Württ. Landsiedlung G. m. b. H., Stuttgart", zu einer schlichten Feier auf dem Eichhof ein. Anwesend waren Staatskommissar Arnold, Präsident Aichele, Landwirtschaftskammer, Oekonomierat Hege und Geschäftsführer der Landsiedlung, Herter. Außerdem fanden sich ein Herr Landrat Wöhrle, die Stadtverwaltung, der Gemeinderat, die Vertreter der Behörden von Niederstetten und die Beteiligten an der Bezirksschulversammlung, die am Vormittag in Niederstetten stattfand. Geschäftsführer Herter und Architekt Brett führten zunächst die zahlreichen Gäste durch die Neubauten der Siedlung und erklärten deren zweckmäßige Einteilung und Ausstattung. Anschließend daran folgte eine Führung durch die zur Siedlung gehörigen Felder, wobei Oekonomierat Hege die Bewirtschaftung und Verteilung der Grundstücke erläuterte. Die eigentliche Feier des Richtfestes wurde vom Geschäftsführer Herter geleitet und von Chorgesängen der anwesenden Lehrer umrahmt. Präsident Aichele schilderte zunächst wie die Siedlung zustande kam. Der Eichhof soll Muster sein für kommende Siedlungen, er soll sein ein Stein zum Aufbau des neuen deutschen Reiches. Staatskommissar Arnold übermittelte Größe von Staatsrat Lehnich. Arbeitsdienst und Siedlungen sind wichtige Bestandteile im Vierjahresplan des Führers. Die Rettung des Bauernstandes, des Grundpfeilers des Volkes, ist die vornehmste Aufgabe der nationalen Regierung. Der besten Größe und Wünsche der Landwirtschaftskammer brachte Dr. Grammer als deren Vertreter zum Ausdruck. Mit beredten Worten gab Bürgermeister Schroth seiner Freude darüber Ausdruck, daß die erste württembergische Siedlung in der Gemeinde Niederstetten entstanden ist. Er dankte allen Mitarbeitern für die geleistete Arbeit. Steuerliche Erleichterung für die Siedler in den kommenden Jahren soll ein äußeres Zeichen des Dankes sein. Grüße übermittelte Bürgermeister Schroth vom Landw. Bezirksverein, von der Zuchtviehgenossenschaft, von Herrn Amtsgerichtsrat v. Baur-Langenburg und dem Gemeindeverband Ingelfingen-Hohebach, der der Siedlung die Straßenbeleuchtung kostenlos zur Verfügung stellt. – Großes Interesse wurde auch dem Lager sowie der Tätigkeit des freiwilligen Arbeitsdienstes entgegengebracht. - Mögen den Siedlern auf eigener Scholle glückliche Zeiten winken!
(Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 111, 15. 5. 1933, S. 4)
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14. November 1932. Gründung der Weingärtnergenossenschaft
() Niederstetten, 14. Nov. Eine recht ansehnliche Versammlung von Weingärtnern von hier und den umliegenden Ortschaften füllte gestern den Löwensaal. Zwei Momente hatten anziehend gewirkt. Erstens der bedeutsame Punkt der Tagesordnung, welcher sich auf die Gründung einer Weingärtnergenossenschaft bezog. Dann die erfreuliche Tatsache, daß nach langer Zeit wieder einmal Herr Oekonomierat Mährlen, Vorstand der Weinbauschule Weinsberg, in der Mitte der Weingärtner weilen und aus seinen reichen Erfahrungen schöpfen wollte. - Auch unser Oberamtsvorstand Herr Landrat Wöhrle bekundete sein Interesse durch seine Anwesenheit. – Herr Bürgermeister Schroth eröffnete und begrüßte die Versammlung, die Redner, die Gäste und erteilte dann Herrn Oekonomierat Mährlen das Wort. Herr Oekonomierat Mährlen machte ungefähr folgende Ausführungen: „In der Schädlingsbekämpfung stehe der Weingärtner nicht mehr so verlassen da, wie früher. Die Fortschritte der Chemie und Technik kommen ihm zu Gute, und wenn alle Erfahrungen auf diesem Gebiete angewandt werden, kann man von der Rebe auch heute noch schöne Ernten und gute Renten erzielen. Die Frage, ob es zweckmäßig sei, in Württemberg den Weinbau auszudehnen, bejahte der Redner. Der württ. Weinbau werde von anderen deutschen Weinbaugebieten beneidet, besonders deshalb, weil der Württemberger gewöhnt ist, seine im Lande gebauten Weine zu trinken und gut zu bezahlen. Württemberg erzielt daher auch die besten Durchschnittspreise. Die württ. Weine genügen mengenmäßig für das Land nicht, es muß daher eingeführt werden. Aus diesem Grunde brauchen wir keine Angst haben, daß unsere Anbaufläche zu groß ist. In Niederstetten und Oberstetten gebe es noch viele brachliegende Stücke, welche sich zur Anpflanzung eignen. Für den Weinbau scheinen ohnedies bessere Zeiten zu kommen. Es ist die Möglichkeit vorhanden, daß Amerika „naß” wird, die Süßmostbereitung erschließt weiteren Absatz und auch die Beschickung des Marktes mit deutschen Trauben trägt dazu bei. - Gegen 12 Genossenschaften im Jahre 1904 zählt Württemberg heute 45 Weinbaugenossenschaften. Ursprünglich standen Wirte und Handel ihnen feindlich gegenüber. Nach und nach hat sich das Vertrauen der Käufer gefestigt, weil das Publikum den Wert einer guten und sauberen Behandlung unter der Kelter schätzen lernte. Ein großer Vorteil in schlechten Jahren liegt darin, daß die Genossenschaften den Wein besser lagern und die günstigste Zeit zum Verkauf wahrnehmen können. Bei der Neuanlage empfahl der Redner die hier im Allgemeinen eingeführten Sorten und sprach ein Wort für die „Riesling Sylvaner, Müller Thurgau", welche er als schnellwüchsige, gute Ernsten bringende Rebe empfahl. Wichtig sei die züchterische Auswahl durch Bezeichnung der besten Bestockung. Für das Emporbringen junger Reben sei es wichtig, daß sie bis in den Herbst hinein (bis zu 12 Mal) gespritzt werden. - Die Meinung unserer Altvordern – je mehr Stöcke, desto mehr Wein - ist falsch. Es ist besser, die Stöcke sitzen weiter und die Sonne hat Zutritt. Nicht die Stockzahl bringt den Ertrag, sondern die Pflege. Die Pflege des Jungfeldes ist wichtig. Bei Verwendung von Torfmull muß dieser angefeuchtet werden. Der Kunstdüngung muß unbedingt Stalldüngung beigegeben werden. Am Schlusse seiner mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen, verlieh Herr Oekonomierat Mährlen der Hoffnung Ausdruck, daß die geplante Neugründung dem hiesigen Weinbau zum Segen gereichen möge. - Nach Worten des Dankes an Herrn Oekonomierat Mährlen, ging Herr Bürgermeister Schroth zum zweiten Teil der Tagesordnung über, Gründung der Weingärtnergenossenschaft. Die Gelegenheit, ein günstiges Objekt erwerben zu können, welches ohne zu große Kosten eingerichtet werden könne, mache diese zur Tagesfrage. Herr Bürgermeister Schroth begrüßte dann die Vertreter der umliegenden Orte und gab einen Ueberblick über die Vorgeschichte der Gründung. - Dann sprach Herr Dr. Glotz-Stuttgart, über die Kosten und Einrichtung einer Genossenschaft. Selbstverständlich müsse man sich darauf gefaßt machen, daß im Anfang manche Widerwärtigkeiten zu überstehen sind. Eine Genossenschaft habe auch nicht den Zweck, daß der Einzelne möglichst viel verdient, sondern, daß der Einzelne durch die Gesamtheit gehoben wird. Der Redner rechnet mit Einrichtungskosten von 50 000 RM. (einschl. Gebäude). Hierzu stellt die Zentralstelle ein Darlehen zu eineinhalb Prozent Zins im Betrage von 20 000 RM. zur Verfügung. 30 000 RM. wären anderwärts aufzunehmen. Es sei immer besser, die Rechnung im Voraus etwas ungünstiger anzunehmen. Es sei nötig, die Anteile nach der Größe der bebauten Fläche des einzelnen Mitgliedes einzuteilen, wobei auf das Ar 4,50 RM. Anteil kämen. Dieser Anteil brauche aber nicht auf einmal bezahlt werden, sondern würde in kleinen Beträgen nach und nach eingezogen, - Für das aufgenommene Kapital müs-se natürlich eine Sicherheit geleistet werden und diese liege in der Haftpflicht der Mitglieder. Damit kam der Redner zu der Frage der Form, in welcher die Genossenschaft gegründet wer-den solle. Von den 45 Genossenschaften in Württemberg sind 34 mit beschränkter Haftpflicht, 11 mit unbeschränkter Haftpflicht. Bei beschränkter Haftpflicht käme eine Summe von 9-12 RM. pro Ar in Betracht. Der Redner empfiehlt von seinem Standpunkt die „G, m. b. H." Für Verzinsung, Amortisation (Kapitalrückzahlung) und Betriebsabschreibungen wären im ersten Jahr RM. 7450.- erforderlich. Dieser Betrag würde von Jahr zu Jahr geringer wer-den und in absehbarer Feit wäre die Genossenschaft schuldenfrei. Die Kündigungsfrist der Mitglieder müsse ein Jahr sein. - Herr Dr. Klotz hatte seine Ausführungen durchaus nur auf das Sachliche eingestellt und gab klar und deutlich ein Bild von Rechten und Pflichten der Mitglieder und der verschiedenen Genossenschaftsformen. Lebhafter Beifall dankte ihm. - Nach dem Referat des Herrn Klotz kam die Gründung der „Weingärtnergenossenschaft Niederstetten m. u. H." zu stande. Die Wahlen ergaben: Vorstand: Bürgermeister Schroth, Rechner Bankfiilialvorstand Schuster. Damit hat sich ein wichtiger Vorgang in der Entwicklung unseres hiesigen Weinbaus vollzogen. Es muß gesagt werden, daß die Form der Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht in der Versammlung manche Bedenken entgegenstanden. Wir wollen aber hoffen, daß eine Haftpflicht nie in Frage komme und daß die neugegründete Genossenschaft allen Mitgliedern den erhofften Erfolg bringe.
() Niederstetten, 14. Nov. In seiner letzten Sitzung setzte der Gemeinderat den Durchschnittspreis für den neuen Wein auf 147 RM. per 300 Liter (württ. Eimer) fest.
(Vaterlandsfreund, Nr. 268, 15. 11. 1932)
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15. Januar 1931. Bürgermeister Schroth informiert über Gemeindereform
() Niederstetten, 15. Jan. Der Gemeinderat hatte gestern eine langandauernde Nachtsitzung. Herr Bürgermeister Schroth hielt einen Vortrag über das Verhältnis der Teilgemeinden untereinander unter der neuen Gemeindeverfassung. Bekanntlichst wirkt hier die neue Gemeindeordnung besonders einschneidend, denn wenn kein Antrag gestellt wird, werden alle Teilgemeinden ohne weiteres zu einer Gemeinde verbunden. Besonders schwierig liegen die Verhältnisse da, wo das Vermögen der einzelnen Teilgemeinden sehr verschieden ist, so daß zur Vereinigung ein besonderer Lastenausgleich notwendig ist. In unserer Stadt dürften der Eingemeindung der Teilgemeinden Ermershausen und Sichertshausen wenig Schwierigkeiten entgegenstehen. Die Stadtgemeinde Niederstetten ist im Vermögen etwas besser gestellt als die Teilgemeinden. Andererseits werden die Realgemeinderechte der Teilgemeinde Ermershausen durch das neue Gesetz nicht berührt. Zudem ändert sich ja äußerlich wenig, da die Teilgemeinden nach wie vor ihren Anwalt haben und dieser sogar größere Befugnisse als seither hat. Andererseits würde durch die Einheitsgemeinde eine weitgehende Vereinfachung der Verwaltung verursacht werden, da statt bisher vier Rechnungen, nur noch eine Rechnung geführt werden muß. Der Vortrag hatte nur den Zweck, die hiesigen und auswärtigen Gemeinderäte zu unterrichten, Beschlüsse wurden nicht gefaßt, doch ist zu hoffen, daß hier die Einheitsgemeinde zustande kommt.
Vaterlandsfreund, Nr. 12, 16. 1. 1931
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15. Juni 1930. Stürmische Debatten im Gemeinderat - Zahlreiche Todesfälle in der Stadt
() Niederstetten, 15. Juni. Die gestrige Sitzung des Gemeinderates führte zeitweise zu recht stürmischen Debatten. Zunächst wurde wieder die Veranstaltung einer Pferdemarktlotterie anläßlich des Januar-Pferdemarktes beschlossen. Von einem größeren Beitrag seitens der Versorgungsbehörde zu der Instandsetzung der Schutzmannswohnung wurde Kenntnis genommen. Die Gewerbeschule beantragte die Beschaffung von 2 Kästen im Anschaffungswert von etwa 200 MK. Während gegen die Zweckmäßigkeit Einwendungen nicht erhoben wurden, sprachen Gründe des Raummangels und der notwendigen Sparsamkeit dagegen. Die Anschaffung wurde beschlossen. Die Kündigung des Baumwarts wurde angenommen. Die probeweise eingeführte Müllabfuhr an den [Textverlust] korrektionen) immer der Beihilfe der Korporation [?] fortschrittlichen Landwirtschaft aus, deren Nutzen auch den Landwirten der Talgemeinden zu Gute komme. Der Herr Vorsitzende Stadtschultheiß Schroth wies darauf hin, daß der Bezirk Gerabronn im Straßenwesen vorbildlich sei und auch die Gewerbeschulen unterstütze. Trotzdem wurde die Eingabe mit allen Stimmen gegen die Stimme des vorerwähnten Gemeinderats abgelehnt. An diesen Punkt der Tagesordnung schloß sich die Etatberatung. Der Etat sieht wieder 24 Prozent Gemeindeumlage für unsere Stadt vor. Diese Umlage ist natürlich nicht endgiltig. Falls der geplante Schulhausbau nicht zu stande kommt (die Erlaubnis der Schuldaufnahme steht noch aus, während der Staatsbeitrag gesichert ist), so ist zu hoffen und zu wünschen, daß durch Einsparungen im Laufe des Jahres die Umlage eine Erniedrigung erfährt.
() Niederstetten, 15. Juni. Der Tod hat in den letzten Tagen hier reiche Ernte gehalten. Am Freitag waren [?] Beerdigungen. Frau Bäckermeister Federolf war ihrem erst vor wenigen Wochen verstorbenen Gatten nach kurzer, schwerer Krankheit nachgefolgt und Herr Landwirt und Ziegler Münz, ein geachteter Bürger, war im [?] Lebensjahre gestorben. Heute nun wird die 11jährige Martha, Tochter des Drechslermeisters Abendschein zur letzten Ruhe gebettet. Das liebe Kind war die nach [?] Söhnen dem Ehepaar Abendschein geschenkte, langerwartende einzige Tochter. Den schwergeprüften Eltern wendet sich die allgemeine Teilnahme zu.
Der Vaterlandsfreund, Nr. 137, 16. 6. 1930
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16. März 1931. Das Rote Kreuz in Niederstetten
Das „Rote Kreuz in Niederstetten.
() Niederstetten, 16. März. Unsere vor ein und einem halben Jahr gegründete Sanitätsabteilung vom „Roten Kreuz“ hatte am Sonntag ihre Prüfung zu bestehen, um ihre Aufnahmewürdigkeit als Sanitätskolonne in den Württ. Landesverband der freiwilligen Sanitätskolonnen zu beweisen. Zu diesem Ehrentag der jungen Kolonne waren viele Gäste erschienen. Vom Landesverband vom Roten Kreuz war Herr Inspektor Zorn von Stuttgart gekommen, ferner der Bezirksvorsitzende des Jagstkreises Herr Oberlehrer Köhler Gmünd, sehr gut vertreten war auch die Mutterkolonne Bad Mergentheim mit ihrem Führer Herrn Kaufmann Schell und dem prüfenden Arzt Herrn Dr. Sambeth, teils durch große Abteilungen, teils durch Abordnungen waren vertreten die Sanitätskolonnen Künzelsau, Oehringen, Ellwangen, Crailsheim, Heidenheim, Unterkochen und die neugegründete Sanitätsabteilung Weikersheim, außerdem hatten durch ihr persönliches Erscheinen die Herren Landrat Wöhrle-Gerabronn und Landrat Geisler-Mergentheim ihr Interesse bekundet. Vormittags um 10 Uhr nahm Herr Inspektor Zorn die fachliche und wirtschaftliche Prüfung der hiesigen Sanitätskolonne vor, welche zur besten Zufriedenheit ausfiel. Besonderes Lob spendete Herr Zorn den Uniformröcken, welche ganz und gar ein Produkt hiesiger Handwerksarbeit sind. Angefertigt sind die Röcke von den hiesigen Schneidermeistern, der Stoff ist Anfertigung der hiesigen Tuchmacherei J. Zink. Diese Tatsachen müssen aus Anlaß der Handwerkerwoche wohl hervorgehoben werden, Kurz vor zwei Uhr traten alle Sanitätskolonnen vor dem Rathaus an. Nach dem erfolgten Alarm fand man alle Sanitäter auf dem sehr glücklich gewählten Uebungsfeld an der neuen Wildentierbacherstraße. Da lagen denn Leicht- und Schwerverletzte recht erbarmungswürdig herum und die Sanitäter der hiesigen Kolonne nahmen sich ihrer an. Jeder Verletzte trug auf einem Zettel seine Wunden verzeichnet. Ein Sanitätsauto schaffte die Verwundeten nach der Streitberger'schen Dreschhalle, wo die theoretische Prüfung an Hand der Verwundungen und der geleisteten Hilfe stattfand. Herr Dr. Sambeth nahm die Prüfung vor. Wer dieser Prüfung in ihrer Sachlichkeit und Gründlichkeit beigewohnt hat, für den steht der Segen des „Roten Kreuzes“ außer Frage. Von den jungen Sanitätern wird wirklich weitgehendes Wissen auf dem Gebiete der ersten Hilfe verlangt. Jeder einzelne Fall wurde durchgegangen, auf Ursache und Wirkung geprüft, jeder Verband wurde besichtigt und Aufklärung darüber verlangt, warum gerade so u. nicht anders im ersten Augenblick gehandelt werden mußte. Erfreut war Herr Dr. Sambeth schon durch den schnellen Anmarsch, die Hilfsbereitschaft der Kolonne. Dann war bemerkenswert. daß die Hilfeleistung nicht übereilt erfolgte, sondern daß die Ausführung der Verbände sicher und ruhig erfolgte. Herr Dr. Sambeth stellte der jungen Kolonne ein sehr gutes Zeugnis aus. Herr Inspektor Zorn-Stuttgart erklärte namens des Präsidiums vom Württ. Landesverein vom „Roten Kreuz” auf Grund des glänzenden Ausfalls der heutigen Prüfung die hiesige Sanitätskolonne als in den Bezirk IV des Verbandes für aufgenommen. An die Prüfung schloß sich ein Marsch aller Sanitätskolonnen durch unsere Stadt unter Vorantritt der Stadtkapelle. Dann fand eine offizielle Feier im Postsaale statt, welche Herr Kolonnenführer Wild eröffnete. Den Reigen der Redner eröffnete Herr Bürgermeister Schroth, welcher für den Kolonnenführer das Wort ergriff und namens der Sanitätskolonne Niederstetten u. namens der Stadtgemeinde den Willkommgruß entbot. Dann galt es für die rege Förderung des Werdens der Kolonne zu danken. In erster Linie war es das Präsidium in Stuttgart, dann der eifrige Förderer der Sache, Herr Landrat Wöhrle, der unermüdliche Führer der Mutterkolonne Bad Mergentheim, Herr Schell, die hiesige Gemeinderat, der Kriegerverein und der Ortskrankenkasse Gerabronn, welchen dieser Dank zu Teil wurde. Besonderen Dank spendete Herr Bürgermeister Schroth auch dem Herrn Dr. Sambeth Bad Mergentheim und dem früheren Arzt der Kolonne, Herrn Dr. med. Spatz (jetzt in Bopfingen) und dem jetzigen Leiter Hrn. Dr. med. Dörr. Dann erinnerte Hr. Bürgermeister Schroth an die vielen Schwierigkeiten, welche im Wege des Aufbaues einer Sanitätskolonne liegen. Er hoffe, daß die Mitglieder ihr die Treue halten und neue Mitglieder werben. Im weiteren überbrachte Herr Bürgermeister Schroth die Grüße des Fürsten Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg und des Prinzen Friedrich von Hohenlohe, welche leider am Erscheinen verhindert waren. Auch Fürst Ernst zu Hohenlohe-Langenburg hatte brieflich sein Bedauern ausgedrückt, nicht erscheinen zu können. Der Bezirksvorstand vom „Roten Kreuz“, Herr Landrat Wöhrle, entbot seine Glückwünsche. Wenn er der neuen Sanitätskolonne wünsche, daß sie immer ihre Aufgabe erfüllen möge, denke er nicht an Krieg. Wer heute die Zeitungen liest, welche von Verkehrsunfällen, Erdbeben und sonstigen Naturereignissen in Fülle berichten, weiß, daß die Sanitätskolonnen einen weiten Wirkungskreis haben. Herr Inspektor Zorn erklärte, er werde in Stuttgart mit Freuden dem Präsidenten von dem schönen Erfolg der hiesigen Sanitätskolonne berichten. Herr Stadtrat Stern überbrachte dis Glückwünsche des Gemeinderats. Die Großtaten des Roten Kreuzes im Kriege werden der heutigen Generation zeitlebens unvergeßlich sein. Erfreulich sei der frische Zug zu friedlicher Tat, welcher heute das Rote Kreuz belebe. Was unsere jungen Leute in der Sanitätskolonne lernen, sei etwas Bleibendes, welches allen Menschen zu Gute komme und täglich im Leben geübt werden könne. Herr Bezirksvorsitzender Oberlehrer Köhler-Gmünd führte aus: „Wenn es so viele Glückwünsche gibt, muß wohl ein Fest gefeiert werden und das heutige Fest sei ein Familienfest, denn die Sanitätskolonne Bad Mergentheim habe durch ihre Tochterkolonne Niederstetten Familienzuwachs bekommen, welcher durch die Sanitätsabteilung Weikersheim bald weiterer Zuwachs folgen werde. Aber nicht nur in den Verband der Sanitätskolonnen soll die hiesige Kolonne aufgenommen werden, sondern auch in den Kreis und Geist der Kameradschaft. Er wünsche, daß auch die hiesige Kolonne diesen Geist pflegen möge. Herr Kolonnenführer Schell-Bad Mergentheim drückt die Freude seiner Kolonne über so guten Zuwachs aus und hofft, daß die Tochter der Mutter zur Ehre gereichen möge. Herr Dr. Sambeth kleidete seinen Glückwunsch in einen poetischen Vergleich. Das Samenkorn, welches hier vor längerer Zeit der Erde anvertraut worden sei, habe lange geschlummert. Erst als der richtige Gärtner gekommen sei, sei das Samenkorn erwacht u. zu einem schmucken Bäumchen gediehen. welches heute in das Eden, den Verband vom Roten Kreuz verpflanzt worden sei. Möge dieses Bäumchen im Boden der Nächstenliebe kräftig Wurzel fassen. Zum Schlusse dankte Herr Bürgermeister Schroth namens der Sanitätskolonne für alle Ehre des Tages. Hierauf schloß Hr. Bezirksvorsitzender Köhler-Gmünd das vom Geist der Kameradschaft und der Nächstenliebe getragene Bankett. Die Stadtkapelle hatte zwischen den Reden den Verlauf des Festes durch gut gespielte Musikstücke gehoben. Möge die hiesige Sanitätskolonne ihre Begeisterung für die gute Sache sich allezeit bewahren, nach dem Wahlspruch der Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“Vaterlandsfreund, Nr. 63, 17. 3. 1931
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16. September 1929. Musikfest
() Niederstetten, 16. Sept. Und macht die Trompete trara, trara, trara — vom frühen Morgen bis späten Abend war am Sonntag unsere Stadt voll des Klanges. Waren doch fast 10 Kapellen gekommen, um der edlen Musika einen Ehrentag zu bereiten. Sie hatten sich sogar, die Jünger der Musik, in historische Kostüme geworfen und ein besonders schmucker Trompeter (von Säckingen?) zeigte ihnen den Weg zum Festplatz. Alle hiesigen Vereine, der Stadtvorstand und der Gemeinderat hatten sich ihrem Zuge angeschlossen. Es war also ein recht gelungener Festzug. Auf dem Festplatz angekommen, entbot Herr Fach jr.-Dreischwingen den Festteilnehmern den Gruß der festgebenden Musikkapellen Niederstetten-Mergentheim. Er unterließ es nicht, einzeln allen denjenigen zu danken, welche in irgend einer Weise zum Gelingen des Festes beigetragen hatten. Er dankte dem Fürsten zu Hohenlohe für den schönen Festplatz, er dankte dem um die Musikpflege in unserer Stadt so verdienten Dirigenten der hiesigen Kapelle, Herrn Georg Jakobi uff [?]. Dann begrüßte Hr. Stadtschultheiß Schroth die fremden Kapellen und Musikfreunde. Er sprach den [Wunsch aus, daß der gegenseitige Wetteifer sich günstig] auf die Fortschritte jeder einzelnen Kapelle auswirken möge. Im weiteren Verlauf des Festes brachten die Kapellen abwechslungsweise ein sorgfältig ausgewähltes u. sehr gut einstudiertes Programm zum Vortrag. Es war recht erfreulich zu hören, daß diese meist ländlichen Kapellen, nicht nur einseitig und erwerbsgemäß Tanzmusik spielen, sondern daß sie sich bemühen, auch höhere Kunst zu pflegen. Ganz besonders eindrucksvoll war das Zusammenspiel aller Kapellen in dem Mozart'schen „Brüder reicht die Hand zum Bunde“. Am Schlusse des Festes überreichte Herr Fach zur Erinnerung jeder Kapelle ein großes Bild von Niederstetten. Der Besuch des Festes war sehr gut, das Wetter herrlich, der Festplatz im fürstlichen Hofgarten mit dem aufsteigenden Hügel als Resonanz von ausgezeichneter Akustik. An das Fest schloß [sich ein Festball in der Turnhalle, dessen Verlauf, wie der des ganzen Festes, durchaus gelungen war.]
[Im Original-Zeitungsartikel "Zeilensalat". Die in eckigen Klammern gesetzten Textteile wurden von mir sinnvoll umgestellt. - ge]
Vaterlandsfreund, Nr. 219, 17. 9. 1929
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18. Februar 1932. Verkauf Wohnhaus Georg Grimm. - Hofgüter-Verpachtung. - Hauptversammlung des Gewerbevereins
() Niederstetten, 18. Febr. Das in der Münzgasse gelegene Wohnhaus des Herrn Maurermeister Gg. Grimm ging um den Preis von 13 000 RM in den Besitz von Fräulein Pfeiffer, Nürnberg-Spielbach, über.
() Niederstetten, 18. Febr. Nachdem die Kälte der vorigen Woche milderem Wetter das Feld geräumt hatte, erfolgte von gestern auf heute nacht ein Rückschlag auf 10 Grad Kälte.
Niederstetten, (Verpachtung). Am Samstag wurden hier die Güter des fürstlichen Hofes verpachtet. Auch hier machte sich die Geldnot bemerkbar. Es wurde die Hälfte, ja oft zwei Drittel unter dem alten Pachtpreis geboten. Für drei Hektar wurde ein Angebot von 20 M gemacht. Von einem Abgeben kann gar keine Rede sein, da die Güter mit Steuern höher belastet sind, als die gesamte Einnahme ausmacht. Die Güter sind in tadellosem Zustande. Das ist wieder ein Beweis, wie schwer die Landwirtschaft darnieder liegt.
() Niederstetten, 18. Febr. Der Gewerbeverein hielt im Gasthaus zum „Löwen“ seine gut besuchte Hauptversammlung ab. Vorstand Bäckermeister Hirsch begrüßte die Erschienen[en] und gedachte der Toten, welche durch Erheben von den Sitzen geehrt wurden. Hierauf gab Herr Hirsch einen Rückblick über das vergangene Jahr und erstattete über eine Notstandskundgebung des Handwerks in Heilbronn Bericht, bei welcher die zuständigen Stellen der Landesregierung über die schlimme Lage des Handwerks aufgeklärt wurden. Nur ein Drittel des Handwerks wären beschäftigt, dabei leide das Handwerk schwer unter Zinsdruck, Unkosten und Steuern. Man verlangte Schutz gegen die Syndikate, Warenhäuser und Einheitspreis[ge]schäfte. Ministerialrat Möller habe Berücksichtigung der Wünsche des Handwerks zugesagt. Nach dem Vorstandsbericht erfolgten die Berichte des Kassiers und des Schriftführers. Die Neuwahlen ergaben nur unwesentliche Aenderungen im Ausschuß. Das Arbeitsamt Mergentheim hatte in einem Schreiben wegen Berufsberatung zum Zwecke eines vollwertigen Nachwuchses an Handwerkern die Gewerbevereine zur Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt aufgefordert. An den programmäßigen Teil der Versammlung schloß sich eine rege Aussprache über Gemeindeangelegenheiten (Gewerbeschule und Krankenhaus). Der anwesende Herr Bürgermeister Schroth gab in allen Dingen erschöpfenden Ausschluß, so daß zu hoffen ist, daß diese Aussprache nicht fruchtlos bleibt.
(Vaterlandsfreund, Nr. 41, 19. 2. 1932)
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18. Februar 1935. Generalversammlung des Turnvereins
Niederstetten, 18. Febr. Am gestrigen Sonntag hielt der Turnverein Niederstetten, im Vereinslokal, Gasthaus Melber, seine Generalversammlung ab. Vereinsführer Streitberger begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und erteilte nach einer kurzen Weihestunde dem Schriftführer Kreutzmann zu seinen Protokollvorlesungen das Wort. Anschließend erstattete Kassier Rüger Bericht über die finanzielle Lage des Vereins, welche einen ganz erfreulichen Stand aufweist. Oberturnwart Keppler gab einen Ueberblick über das verflossene Turnjahr, die Leistungen und die erzielten Preise, aus welchen man ersehen konnte, daß der Verein immer auf der Höhe war, wenn auch noch viel zu viel junge Leute der für die Körperertüchtigung so überaus wichtigen Turnsache aus Bequemlichkeit noch fernstehen. Er wünsche, daß der Verein seine Unterstützung gewähre, um mit einer Riege das diesjährige Gauturnfest in Schwenningen besuchen zu können. Frauenturnwart Pflüger gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Familienväter ihre schulentlassenen Töchter doch zum Turnen schicken möchten, denn gerade das Turnen trage für den weiblichen Körper bei, ein gesundes Volk zu erhalten. Der Vereinsführer dankte den Vortragenden für ihre Mühewaltung im Dienste des Vereins und erteilte ihnen Entlastung. Für den seitherigen langjährigen Schriftführer Kreutzmann übernimmt Turnfreund Scholl dieses Amt. Den Teilnehmern an der Saartreuestaffel wurden Urkunden überreicht. Bürgermeister Schroth dankte dem Vereinsführer für seine Verdienste um den Verein, besonders auch dafür, daß er auch im neuen Jahre die Geschäfte weiter führen wolle, denn es sei doch selten jemand so für diesen Posten geeignet. Den Abschluß der Versammlung bildete ein Lichtbildervortrag über die Ostlandfahrt 1934 des Turngaues Württemberg. In überaus klaren Worten schilderte Frauenturnwart Rüger, unterstützt von zahlreichen prächtigen Lichtbildern eines Fahrtteilnehmers, seine Reiseeindrücke auf der fast 14tägigen Fahrt, welche über Berlin bis nach Königsberg u. Danzig führte und wurde vor unseren Augen ein gutes Stück unseres geliebten Vaterlandes entrollt, besonders auch der Ostsee in ihrer ganzen Schönheit. Noch manches kernige Turnerlied erscholl aus dem Munde der Anwesenden und beendete den kameradschaftlichen Abend.
Der Franke, Nr. 43, 20. 2. 1935
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18. Januar 1934. Roßmarkt
Stadtgemeinde Niederstetten.
Roßmarkt am 18. Januar 1934.
Trotz des regnerischen Wetters erfreute sich der Roßmarkt wieder eines sehr guten Besuches aus unserer näheren und weiteren fränkisch-hohenloheschen Heimat. Am Umzug beteiligten sich eine stattliche Anzahl Reiter, die vom hiesigen SA.-Reitertrupp angeführt wurden. Die im Zug mitgeführten Fohlen waren durchweg schöne Tiere. Aeußerst lebhaft war der Handel; es wurden wohl noch nie so viele Käufe abgeschlossen, als bei diesem Markt. Im ganzen wurden 22 Fohlen, 35 Kaltblut-Gebrauchspferde, 27 Warmblut-Gebrauchspferde und 1 Familie zur Prämierung vorgeführt. Ausnahmsweise stark waren die Händler mit nahezu 100 Pferden vertreten.
Bei der stattgehabten Prämierung erhielten nachgenannte Landwirte Preise:
Kaltblut: Gebrauchspferde.
I. Preis: Gackstatter, Friedrich, Könnbronn.
II. Preis: Leidenberger, Georg, Wildentierbach, Nagel, Leonhard, Rinderfeld.
III. Preis: Horn, Leonhard, Wermutshausen, Gackstatter, Georg, Streichental, Striffler, Otto, Niederstetten, Heppel, Johann, Bronn. IV. Preis: Jakoby, Leonhard, Lichtel, Düll, Andreas, Pfitzingen, Hofmann, Leonhard, Naicha, Nörr, Eugen, Niederstetten, Kellermann, Friedrich, Schrozberg, Mebs, Leonhard, Pfitzingen, Balbach, Eugen, Oberndorf, Frank, Hermann, Wermutshausen, Kleider, Leonhard, Hachtel, Neubert, Bernhard, Wildentierbach.
Warmblut: Gebrauchspferde.
I. Preis: Gackstatter, Friedrich, Könnbronn, Münz, Ludwig, Herrentierbach.
II. Preis: Leidig, Wilhelm, Rechenhausen, Markert, Wilhelm, Herrenzimmern.
III. Preis: Preuninger, Johann, Rehhof, Markert, Wilhelm, Herrenzimmern, Beck, Leonhard Rinderfeld, Wucherer, Michael, Niederweiler.
IV. Preis: Bach, Georg, Adolzhausen, Wunderlich, Berta, Herbsthausen, Dimmler, Geschwister, Pfitzingen, Wolz, Friedrich, Niederweiler.
Familien:
II. Preis: Schmieg, Friedrich, Mittenweiler.
Fohlen: Warmblut.
II. Preis: Schmieg, Bernhard, Ochsental.
III. Preis: Wunderlich, Berta, Herbsthausen, Schamann, Hugo, Neubronn, Busch, Friedrich, Blaufelden, Kraft, Wilhelm, Adolzhausen, Raisig, Otto, Vorbachzimmern.
Fohlen: Kaltblut.
I. Preis: Götz, Hermann, Blaufelden.
III. Preis: Martin, Georg, Rüsselhausen, Bach, Georg, Adolzhausen, Decker, Gottlob, Hachtel.
Anläßlich der Preisverteilung gedachte Herr Bürgermeister Schroth der Reichsgründung [von 1871] und schloß mit dem Wunsche, dem heutigen Führer des deutschen Volkes, unserem Volkskanzler Adolf Hitler, möge es gelingen, der Nation eine bessere Zukunft zu schaffen.Der Franke, Nr. 15, 19. 1. 1934
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18. Mai 1931. Gauwanderung der Turner - Eröffnung des städt. Freibades
() Niederstetten, 18. Mai. Ueber Höhen und Täler, durch das grünende und blühende Hohenlohe-Franken führte am Sonntag der Weg die Scharen munterer Turner und Turnerinnen in das Vorbachtal nach Niederstetten. Veranlassung war die Gauwanderung des oberen Hohenloher Gaues, welche unsere Stadt zum Ziele hatte. Von allen Seiten kamen die fröhlichen Züge, frisch und munter, ohne eine Spur von den gehabten Anstrengungen hierher, mit Gesang, mit Zupfgeigen und Violinen, mit Trommlern und Pfeifern, mit eigener Musikkapelle. Hier wurde ihnen ein turnerischer Willkommgruß entboten und dann fanden die Wanderer in ihren Quartieren kurze Rast. Denn der Tag stellte ihnen auch turnerische Anforderungen. Gegen 2 Uhr zog ein anmutiger, jugendfrischer Festzug durch die Stadt zum Festplatz. Der musikalische Teil des Tages war vom hiesigen Turnverein der Stadtkapelle Schmid übertragen, welche ihre Aufgabe sehr gut erfüllte. Auf dem Festplatz ging ein kurzer rednerischer Festakt dem Turnen voraus. Der Vorstand des Männerturnvereins Niederstetten, Herr K. Streitberger, entbot den Willkomm des hiesigen Vereins. Besonders begrüßte Herr Streitberger die Gauleitung, vertreten durch Gaumännerturnwart Heck-Laudenbach, Gaupressewart Hauptlehrer Gerheißer-Niederstetten und Gauehrenausschußmitglied Fritz-Gerabronn. sowie alle sonstigen Gäste. Turnerinnen u. Turnern und Turnfreunden galt der Gruß der Stadt, entgegenbracht durch Herrn Bürgermeister Schroth. Dieser drückte seine Freude darüber aus, auch so viele alte Turnfreunde, darunter unseren turn- und wanderbegeisterten Herrn Landrat Wöhrle, hier zu sehen. Das Wandern am schönen Maientag sei geeignet, die Jugend mit gesundem Geist zu erfüllen. Das Turnen habe ja den Lebenszweck, die Jugend zu körperlicher Kraft und zu geistiger Höhe heranzuziehen. Hr. Bürgermeister Schroth sprach die Hoffnung aus, daß alle Gäste Niederstetten mit gutem Andenken verlassen mögen. Für die Gauleitung sprach Herr Gaupressewart Gerheißer. Das Wandern habe für den Turner dreifache Bedeutung, sportlich, historisch und erzieherisch. Schon Turnvater Jahn habe ganz Deutschland durchwandert und sei an schönen Tagen mit seiner Jugend aufs Land gezogen. Die Wanderfahrt sei der Bienenflug zum Tau des Lebens. Die Natur sei der Urquell aller Kraft und durch das Wandern komme man zu dieser Quelle. Die Wanderung habe auch das Ziel der sportlichen Kräftigung. Schließlich verlas Hr. Hauptlehrer Gerheißer eine Kundgebung der Gauleitung. Diese bemerkenswerte Kundgebung besagte inhaltlich: Turner und Turnerinnen mögen immer treu zu ihrer Sache stehen. Turnen sei nicht allein als Körpersport und Leistungssteigerung zu betrachten, sondern auch als feines Mittel zur Bildung offener und ehrlicher, deutscher Gesinnung, die unter Verzicht auf eigene, ehrgeizige Ziele und ohne politische Bindung nur an das große deutsche Volksbewußtsein denkt. Der Jugend soll es unbenommen bleiben auf eigenen Wegen ihre guten Ziele zu erreichen, sie wird aber auch der größeren Reife und Erfahrung der Aelteren nicht entraten können. Die Kräfte können ruhig in verschiedener Weise wirksam sein, wenn sie sich nur zum Schlusse in einem Punkte finden. Frohsinn ist die Seele jeder gedeihlichen Arbeit. Die Maiensonne soll in die Herzen strahlen, damit der Glaube an ein Wiederaufwärtskommen uns bleibe. Die Kundgebung schloß mit einem Aufruf, daß bei der kommenden Gauturnfahrt nach Crailsheim jeder Turner und jede Turnerin ein Bekenntnis zur Deutschen Turnerschaft ablegen solle. Nach dem Begrüßungsakt gab es auf allen Seiten unseres großangelegten Sportplatzes viele turnerische und sportliche Leistungen zu bewundern. An den Geräten zeigten die besten Turner unseres oberen Gaues ihr Können. Die Turnerinnen führten die Freiübungen vor, welche für die Gauturnfahrt vorgeschrieben sind. Großes Interesse fand das hier zum erstenmale gezeigte Florettfechten der Gruppen der Männerturnvereine Bad Mergentheim u. Weikersheim. (Auch Turnerinnen waren daran beteiligt). Fechtwart Jäger-Weikersheim wußte diese Uebung dadurch besonders interessant zu gestalten, daß er vor Beginn sowohl über das Fechtinstrument selbst als auch über die Art der Anwendung Aufschluß gab. Gauehrenausschußmitglied Fritz-Gerobronn brachte mit seinen Gerabronner u. hies. Turnerinnen Volkstänze zur Aufführung. Zwischen verschiedenen Vereinen kamen Faustballspiele zur Durchführung und die Handballmannschaft des Männerturnvereins Niederstetten spielte gegen eine kombinierte Mannschaft mit dem Erfolg 8:0 für Niederstetten. Die Stadtkapelle konzertierte daneben unermüdlich und unsere Gäste konnten nicht oft genug [beweisen?] wie gut es ihnen hier gefalle. Die turnerische [Leitung?] des Tages hatte Herr Männerturnwart [Heck-Lauden]bach inne, welchem für die ruhige turnerische und [?]lich vorzügliche Durchführung besonderer Dank [gebührt?]. Den Dank der Gäste brachte Herr Gauauschußehrenmitglied Fritz-Gerabronn in warmherzigen Worten zum Ausdruck. Den Beschluß des Nachmittags bildete ein Ball in der Turnhalle. Der hiesige Männerturnverein hatte seine Wanderung am Himmelfahrtstage durch den Gemeindewald nach Wermutshausen unternommen. An der gestrigen Wanderung hatten teilgenommen: [?] Männer, 153 Frauen, 93 Jugendl., zurückgelegt wurden insgesamt 267 Kilometer.
() Niederstetten, 18. Mai Das Frühjahr gibt dem Berichterstatter immer einigen Anlaß, sich zu [besinnen?]. Die ersten Staren und Schwalben, die die Besc[hälplatte?] beziehenden Hengste, die ersten Bienenschwärme (in Wildentierbach Gutsbesitzer Schürger, in Niederstetten [Gärt?]nereibesitzer Striffler), die wunderbare Obstbaumblüte, wie sie gerade in diesen Tagen das Auge entzückt - alles das sind Veranlassungen genug, größere oder kleinere Berichte zu schreiben und den Leser der Zeitung auf den erwachenden oder erwachten Frühling hinzuweisen. Als ein Zeichen, daß es wirklich Frühling geworden ist, auf das viele gewartet haben, ist die Eröffnung des herrlichen Niederstettener Städtischen Freibades. Schon gestern am Eröffnungstage haben viele fremde Turner u. Turnerinnen das Städt. Freibad benützt, um sich von den Mühen der Wanderung zu erholen. Die Stadtverwaltung ist andauernd bemüht, die Einrichtungen des Bades zu verbessern und zu verschönern. Es ist daher zu hoffen, daß sich auch in diesem Jahre der Badebetrieb lebhaft gestalten wird. Vaterlandsfreund, Nr. 114, 19. 5. 1931
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19. Januar 1933. Bericht Roßmarkt
() Niederstetten, 19. Jan. Die traditionelle Anziehungskraft des hiesigen, unbestrittenen ältesten Roßmarktes der Gegend, hat sich auch wieder bewährt. Vom frühen Morgen, bis in den späten Nachmittag dauerte der Zugang an Marktbesuchern. Straßen und Wirtschaften waren von einer sich drängenden Menge erfüllt. Die Zufuhr wies 65 Händlerpferde und sehr viele Züchterpferde und sonstige Bauernpferde auf. Es kamen denn auch sehr viele Käufe zum Abschluß, wobei berücksichtigt werden muß, daß viele heute angeregte Käufe erst in den nächsten Tagen ihren Abschluß finden werden. Außer von Landwirten war der Markt auch von vielen Geschäftstreibenden der weiten Umgebung besucht. Sehr wirkungsvoll war der große Umzug mit der bedeutenden Anzahl schöner Pferde, an der Spitze die Stadtkapelle (Schmidt) und die Roßmarktfahne. Die Preisrichter hatten viel Mühe, ihre Entscheidungen zu treffen, und sie haben in der Tat kein beneidenswertes Amt. Um 3 Uhr nahm Herr Bürgermeister Schroth mit einer kleinen Ansprache die Preisverteilung vor. Im ganzen konnten 375 RM. an Preisen verteilt werden. Das rege Marktleben hielt bis in den späten Abend an.
Die Preisverteilung gestaltete sich wie folgt: Kaltblut: Gebrauchspferde. I. Preis: Ld. Nagel-Rinderfeld. II. Preise: Fr. Gaggstatter-Könbronn, Ldw. Wohlfahrt- Ettenhausen. III. Preise: Jos. Hitzfelder-Apfelbach, Fr. Stahl-Münster, G. Hesser-Amlishagen, Ld. Horn-Wermutshausen. IV. Preise: Wm. Ehrmann-Wittmersklingen, Joseph Metzger-Steigerbach, Wittwe Balbach-Oberndorf, Gg. Kleider-Oberndorf, Karl Hermann-Standorf, Jak. Horn-Oberndorf. Warmblut: Gebrauchspferde. I. Preis: Gg. Kellermann-Schirmbach. II. Preise: Fr. Gaggstatter-Könbronn, Ldw. Münz-Herrentierbach. III. Preise: Bürgermeister Wunderlich-Herbsthausen, G. Hesser-Amlishagen, Ernst Fischer-Herbsthausen, Gg. Kellermann-Schirmbach, Fr. Wirth-Rinderfeld. IV: Preise: Fr. Kellermann-Mittelbach, Aug, Meinigheim-Adolzhausen, Ld. Beck-Rinderfeld, Fr. Wolz-Niederweiler, Gg. Geißler-Adolzhausen, Michael Wucherer-Niederweiler, Ld. Horlacher-Blaufelden, Fr. Ziegler-Schrozberg, Johann Dümmler-Schrozberg, Gg. Bach-Adolzhausen. Fr. Grün-Heuchlingen, Fr. Veh-Dunzendorf. Familien: einen Preis: Wilh. Leidig-Rechenhausen. Fohlen: Warmblut. I. Preis: Gg. Bach-Adolzhausen. II. Preis: Bd. Schmieg-Ochsenthal. III. Preise: Ant. Dietz-Schönbühl, Joh. Preuninger-Rehhof-Niederstetten, Karl Neubert-Bronn, Lw. Ehrmann-Bronn. Fohlen: Kaltblut. I. Preis: Fr. Rollmann-Streichental. II. Preis: Fr. Brenner-Heimberg. III. Preise: Gg. Martin-Rüsselhausen, Johann Horn-Wermutshausen.Vaterlandsfreund, 20. 1. 1933
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