Das Kriegerdenkmal von 1922

Zur Erinnerung an die Einweihung des Kriegerdenkmals für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erschien 1922 folgende Broschüre:

Das Vorwort von Stadtschultheiß Schroth berichtet über die Entstehungsgeschichte:

"Aus Dankbarkeit für die Treue und für die unaussprechlichen Leistungen, die unsere am Weltkrieg beteiligten Helden der Heimat zulieb vollbrachten, und besonders denen zur Ehre, die ihr Leben auf blutiger Walstatt dem Vaterland opferten, und um den kommenden Geschlechtern ein bleibendes Erinnerungszeichen an die schwere Zeit zu schaffen, hat die Gesamtgemeinde Niederstetten ein Ehrenmal errichtet.

Eine edle Stifterin hat schon während des Krieges in dem Gedanken, den gefallenen Männern und Jünglingen hiesiger Stadt ein dauerndes Denkmal zu schaffen, ein Grundstück an dem dem Friedhof gegenüber gelegenen Hang gestiftet, um dort für jeden Gefallenen eine Eiche zu pflanzen und diese Anlage als Hain auszugestalten. Die Ausführung dieses guten Gedankens scheiterte jedoch an der immer größer werdenden Zahl unserer Gefallenen, die bis Kriegsende auf 60 anschwoll. Es mußte deshalb dieser Gedanke verlassen und neue Pläne ersonnen werden. Eine Hauptfrage war nun die Platzfrage. In verschiedenen Gemeindeversammlungen wurde die Frage eingehend besprochen und die Entscheidung hierüber durch Abstimmung bewirkt. Die weitaus meisten Zeichner entschieden sich für den Platz rechts vor dem Friedhofeingang. Reichlich und von Herzen flossen die freiwilligen Gaben; galt es doch, denen einen Gegenstand zu erweisen, welche für die Sicherheit und Unversehrtheit der heimatlichen Fluren gekämpft und geblutet haben.

Die Lieferung des Denkmals wurde von Herrn Bildhauer Schumm hier um den Betrag von 21.700 Mk übertragen.

Infolge der ungünstigen Witterung in diesem Frühjahr mußte sich die Enthüllung bis zum 22. Mai 1922 hinausziehen. Nachdem die von Herrn Eisenbahningenieur Clauß hier entworfenen und von den beiden hiesigen Gärtnern, Herrn Schneider und Rüger, ausgeführten Anlagen um das Denkmal fertiggestellt waren, fand die feierliche Einweihung desselben von schönstem Maienwetter begünstigt statt.

Mittags ½ 1 Uhr sammelte sich der Trauerzug zur Aufstellung vor dem Rathaus. Voran die Vertretung der Gesamtgemeinde – der Gemeinderat –, hierauf die Angehörigen der Gefallenen, die Vertreter der 3 Konfessionen – evangelischer Kirchengemeinderat, katholischer Kirchenstiftungsrat, israelitisches Kirchenvorsteheramt –, der Männergesangverein, der gemischte Chor, die übrigen Vereine und die Einwohnerschaft. Um 1 Uhr setzte sich der stattliche Trauerzug, der ein feierliches, eindrucksvolles Bild bot, in Bewegung und zog unter Glockengeläute durch die Hauptstraße vor den Friedhof zum verhüllten Denkmal, dessen Umgebung mit Blumen und Tannengrün festlich geschmückt war. Die Aufstellung um das Denkmal vollzog sich in rascher und vollkommener Ordnung, während die Friedhofmauern und die terrassenförmigen Höhen rings um den Platz von Hunderten von Teilnehmern von nah und fern bereits besetzt waren.

In der vorgesehenen Weise vollzog sich die feierliche Einweihung des Denkmals, die sich zu einer in allen Teilen würdigen und ergreifenden Feier gestaltete. Wir werden nie diesen denkwürdigen Tag vergessen!

Damit aber auch fernerhin diese Feier unvergessen sein möge, wurde dieses Büchlein zusammengestellt. Möge es in jeder Familie unserer Gemeinde Eingang und einen würdigen Platz finden.

Niederstetten im Juli 1922. Stadtschultheiß Schroth."

Die Broschüre hat insgesamt 22 Seiten und enthält neben dem Vorwort noch folgende Beiträge:
Chor: Heldenklage
Ansprache von Herrn Stadtschultheiß Schroth
Chor: Altdeutsches Grablied
Ansprache von Herrn Stadtpfarrer Hahn
Chor: Gebet uns die ewige Ruhe
Unseren gefallenen Helden. Vorgetragen von Willi Keppler
Mutter und Kind. Vorgetragen von Frida Barthelmäs
Ansprache von Herrn Stadtpfarrverweser Schmitt
Krieger Grab. Vorgetragen von Frieda Balbach
Der Deutschen Gebet. Vorgetragen von Karl Rupp
Ansprache von Herrn Hauptlehrer Oberndörffer
Niederstetten von Max Stern, vorgetragen von Justin Stern
Chor: Trost
Kranzspendungsworte (Stadtschultheiß Schroth, Kriegerverein-vorstand Neubert, Männergesangverein-vorstand Abendschein, Turnverein-Ehrenvorstand Keppler, Familienverein Apotheker Mayerhausen, für Standesherrschaft Hohenlohe-Jagstberg Rentamtm Loew, Hausfrauenverein Frau Ziegler)
Ansprache von Herrn Richard Knenlein
Chor: der treue Kamerad

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.