Wohnhaus Nr.
Wohnhaus Nr.
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Kahn, Meta
Geb. 14. 4. 1893 in Hollenbach
Gest. 12. 8. 1935 (Wirbelmetastagen mit Querschnittslähmung laut Leicheschau und Registratur)
Wohnhaus Nr. 235. 1 ar 39 qm in der langen Straße. Brandversicherungswert 5700 M. Steuerwert 4500 RM
Verkauf 24. 3. 1938 an Sofie u. Friederike Pflüger, led. u. vollj. Haustöchter in Niederstetten um 3200 RM. Dieses Gebäude ist am 9. 4. 1945 ganz durch Kriegseinwirkung zerstört worden.
"Herr Hermann Scharpf, Bäckermeister in Niederstetten, Herr Eugen Nörr, Gast- + Landwirt in Niederstetten, welche Nachbarn von Frl. Meta Kahn waren, können erforderlichenfalls weiter Auskünfte machen. Frl. Kahn ist mit ihren Eltern etwa 1900 hierher von Hollenbach umgezogen. Sie führte zunächst mit ihrer Mutter Jette Kahn ein kleines Ladengeschäft (Textilien). Der Vater ist als Handelsmann auswärts gegangen u. hat Ware vertrieben. Er ist am 19. 5. 1902 in Niederstetten gestorben. Etwa 1930 kaufte Frl. Kahn das Wohnhaus Nr. 235. in der langen Straße. Das Ladengeschäft in der Manggasse verkaufte die Mutter u. zog mit der Tochter in die lange Straße.
Frl. Kahn war viel krank u. verstarb nach jahrelangem Leiden am 12. 8. 1935."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-208 ff.
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Schloßberger, Julius
Geb. 8. 8. 1860 in Hollenbach
Viehhändler
Heirat: 5. 8. 1884 in Hollenbach
Ehefrau: Ernestine geb. Schloßberger, geb. 11. 12. 1860 in Wachbach, gest. 21. 12. 1930 in Niederstetten
Gest. 11. 12. 1939 in Niederstetten(Zuckerkrankheit)
Kinder:
1) Wolf, geb. 4. 4. 1887 in Hollenbach, nach USA ausgwandert
2) Berthold, geb. 8. 2. 1889 in Hollenbach
3) Isidor, geb. 3. 4. 1890 in Hollenbach, 1937 nach USA ausgewandert
4) Lina, geb. 24. 9. 1892 in Hollenbach
5) Johanna, geb. 23. 11. 1893 in Hollenbach, verh. mit Leo Loeb, Kaufmann in Vallendar seit 19. 10. 1925
6) Rosa, geb. 15. 3. 1895 in Hollenbach
7) Leopold, geb. 6. 3. 1896 in Hollenbach
Gebäude Nr. 312: 274 qm Wohnhaus u. Scheune u. Hofraum, ferner Parz. 304. Gemüsegarten - 54 qm an der Straße Vorbachzimmern.
Verkauf 7. 2. 1953 an Erich Kappes u. Ehefrau Erika geb. Hörner, Mechanikermeisters Eleleute in [?} um 10000 DM.
Bevollmächtigter: Dr. Rudolf Heinemann, 854 West 181 st. Street, New York 33, NY
"Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstraße 6 kann falls nötig weitere Aussagen machen. Julius Schloßberger war Viehhandelsmann. Er war eine geachtete Person u. genoß allgemeines Ansehen. Seine wirtschaftlichen, persönlichen und Familienverhältnisse waren geordnet. Zu seinen Mitbürgern hatte er gute Verhältnisse. Sein Geschäft hatte mittleren Umfang. Das Geschäft ging von 1933 ab von Jahr zu Jahr zurück u. mußte zuletzt ganz aufgegeben werden."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-404 ff.
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Schwerin, Zerline gen. Selma, geb. Reichenberger
Geb. 12. 2. 1879 in Niederstetten
"Kaufmanns Ehefrau"
Heirat: 11. 2. 1908 in Niederstetten
Ehemann: Friedrich Schwerin, Kaufmann aus Tauberbischofsheim, geb. 10. 8. 1879 in Tauberbischofsheim
"Diese Ehe wurde durch rechtskräftiges Urteil der II. Zivilkammer des Großh. Landgerichts Mosbach vom 22./24. 11. 1913 geschieden. - Das Verschulden ist auf Seiten der Ehefrau."
Deportiert Juni 1941 nach Theresienstadt. "Wahrscheinlich umgekommen mit ihrer Tochter"
Wohnhaus Nr. 308: 78 qm u. Gemüsegarten. Lage 315. 39 qm. An der Bahnhofstraße in Niederstetten: [?]"
Besitzer: gemischte Warenhandlung
Verkauf 7. 12. 1942. Stadtgemeinde Niederstetten um 5500 RM.
Zwangsenteignung durch Oberfinanzpräsident Stuttgart und in dessen Auftrag Finanzamt Mergentheim"
Berufsverbot ab 1937
Wirtschaftliche Ereignisse nach Berufsverbot: "ganz darniederliegend"
"Frau Anna Keicher geb. Frank u. Kaufmann Nörr, Eheleute können, falls nötig, als Nachbarn Aussagen machen.
Die Frau Schwerin geb. Reichenberger lebte nach ihrer Ehescheidung mit ihrem Kinde mit der Mutter [?] Reichenberger (*) zusammen und betrieben gemeinsam das Handelsgeschäft in Kurz- Weiß- u. Wollwaren in geringem Umfange bis etwa 1937. Frau Schwerin war als Haustochter ohne Berufsausbildung erzogen. Ebenso ihre eigene Tochter.
Sie lebten sehr zurückgezogen u. waren von der Bevölkerung geachtet.
Im Juni 1941 wurden Mutter u. Tochter mit einem größeren Transport nach Theresienstadt deportiert. Seither ist in Niederstetten nichts mehr bekannt geworden. Sie sind jedenfalls dort umgekommen."(*) Reichenberger, Klara, geb. 28. 4. 1845, + 29. 9. 1937 in Niederstetten
Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-424
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Strauß, Moritz
Geb. 15. 3. 1847 in Niederstetten
Metzger
Gemeinderat
Gest. 5. 5. 1934 in Niederstetten (Altersschwäche)
Heirat 22. 11. 1870 in Niederstetten
Ehefrau: Therese geb. Wiesenbacher, geb. 25. 1. 1849 in Niederstetten, gest. 23. 11. 1922
Wohnhaus Nr. 215 mit Scheune, Stall und Hofraum in der Ledergasse mit Gemüsegarten 552 qm.
Verkauf 4. 12. 1935 an Kaspar Korder, Land? ? Eheleute für um 7.600 RM.
"Frau Anna Ohr, in Niederstetten, Hollenbacherstraße kann, falls nötig, weitere Aussagen machen.
Moriz Strauß war eine angesehene, einflußreiche u. geachtete Persönlichkeit. Er betrieb früher eine gute gehende Metzgerei u. hat den Beruf als Metzger erlernt. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren gut. Zu seinen Mitbürgern hatte er immer ein gutes Verhältnis."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-459 ff.