Weinbergarbeiten
Weinbergarbeiten
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13. Juli 1932. Versteigerung Wohnhaus Witwe Gerner, Erbsengasse
() Niederstetten, 13. Juli. Bei der gestrigen Versteigerung auf dem Rathause des Wohnhauses der verstorbenen Witwe Gerner in der Erbsengasse blieb Frau Witwe Dümmler von hier mit 3400 RM Meistbietende. Wie man erfährt, ist der Zuschlag erfolgt.
() Niederstetten, 13. Juli. Das sonnige Wetter der letzten Wochen hat die Weinberge sehr vorwärts gebracht. Der Behang ist verschieden, in vielen Lagen sogar sehr reich. Die Blüte ist fast beendet.
(Vaterlandsfreund, Nr. 162, 14. 7. 1932)
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15. September 1932. Situation in der Landwirtschaft
() Niederstetten, 15. Sept. Nach dem andauernden schönen Wetter war der Regen der letzten Tage den Landwirten sehr willkommen. Können sie jetzt doch das beginnende Herbstgeschäft ausführen und ihre Winterfrucht aussäen. Auch für die Weinberge kam der Regen gelegen, da die Trauben jetzt quellen können. Der Stand der Weinberge ist sehr schön und gesund. Der Ertrag ist nicht so gleichmäßig wie im Vorjahr, doch wird mit einem guten Ertrag gerechnet.
(Vaterlandsfreund, Nr. 217, 16. 9. 1932)
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30. Mai 1932. Weinbergarbeiten. Instandhaltung der Straßen
() Niederstetten, 30. Mai. Die Frühjahrsarbeiten des Weingärtners haben trotz des nassen Frühjahrs einen guten Fortgang genommen. Das Schneiden der Reben, das mühevolle Hacken, das Pfählestecken ist geschafft und jetzt ist das Brachen an der Reihe. Schließlich kommt dann noch das Binden. Als Arbeit für den Sommer bleibt dann noch das Spritzen. Freilich nimmt das Spritzen den Weingärtner jetzt viel mehr in Anspruch als in früheren Jahren. Nachdem der Wert des Spritzens allgemein anerkannt und sichtbar ist, werden die Weinberge je nach der Witterung oft fünf und sechsmal gespritzt, während früher nur einmal gespritzt wurde. Ueber den Stand der Weinberge ist zu sagen, daß sie, mit einigen Ausnahmen, den Winter recht gut überstanden haben. Gute Hoffnungen läßt auch der Fruchtansatz zu. Freilich gibt es hier große Unterschiede; während manche Weingärtner sich sehr zufrieden äußern, sagen andere, daß der Fruchtansatz zu wünschen übrig lasse. Immerhin scheinen die Grundlagen für ein mittleres Ertragsjahr vorhanden zu sein. — Im vorigen Jahre wurden die Straßen unserer Stadt mit Kaltasphalt behandelt. Im Allgemeinen haben sich die Straßen sehr gut gehalten, sodaß über deren Zustand nur lobenswertes zu hören ist. An einigen Stellen, hauptsächlich solche, welche während des Regens behandelt wurden, haben sich aber Schäden gezeigt. Da die Stadt eine einjährige Garantie hatte und für diese Stellen von der Unternehmerfirma bereitwilligst zugesagt wurde, so beschloß der Gemeinderat, die sämtlichen Straßen, mit Ausnahme der Vorbachzimmernerstraße in diesem Jahr nochmals mit Kaltasphalt überholen zu lassen, um dauerhafte gute Straßen zu erzielen. Diese Arbeiten werden in dieser Woche ausgeführt.
(Vaterlandsfreund, Nr. 124, 31. 5. 1932)
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5. August 1932. 80. Geburtstag Berthold Fetzer. Weinbergschäden. Verkauf Domäne Niederstetten
() Niederstetten, 5. Aug. Am kommenden Sonntag vollendet unser Mitbürger Herr Berthold Fetzer sein 80. Lebensjahr. Sein ganzes Leben hindurch war Herr Fetzer ein fleißiger, friedlicher und freundlicher Mann, dem alle Bürger unserer Stadt wohlgesinnt sind. Der in voller geistiger und körperlicher Frische stehende Mann arbeitet auch noch heute vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Mögen ihm noch viele Jahre eines schönen Lebensabends beschieden sein.
Niederstetten, 5. Aug. Die anhaltend schlechte Witterung, besonders aber die warmen Nächte der letzten Tage verursachen in den Weinbergen beträchtlichen Schaden. Während man noch am vergangenen Sonntag beinahe an keinem Weinstock die Peronospora beobachten konnte, greift die Krankheit nun um sich und hat teilweise auch schon die angesetzten Trauben ergriffen. – Von der früheren Domäne Niederstetten wurden am Mittwoch ca. 130 Morgen an Landwirte von hier und der Umgebung auf dem Wege der Versteigerung veräußert. Es wurden durchschnittlich pro Morgen ca. 300 RM erzielt. Ein wertvoller Komplex und die Schäfereigerechtigkeit ging für 30 000 RM an die Stadtgemeinde Niederstetten über.
(Vaterlandsfreund, Nr. 182, 6. 8. 1932)