Stadtkapelle

Stadtkapelle

  • 15. Juli 1929. Bericht vom Gauschießen

    () Niederstetten, 15. Juli. Es war kein großes, aber ein gemütliches und gelungenes Fest, welches gestern der Schützenverein Niederstetten aus Anlaß des Gausschießens der Kleinkaliberschützen hier abhielt. Im Hofgarten sammelte sich der Festzug. Die fremden und hiesigen Vereine zogen, begleitet von den fröhlichen Marschweisen der Stadtkapelle, nach dem im Vorbachtale idyllisch gelegenen Schießplatz. Dort angekommen ergriff der Vorstand des Schützenvereins Niederstetten, Herr Kaminfegermeister Weimer, das Wort. Er begrüßte herzlich die vielen fremden Gäste, darunter die Vertreter der Sportverbände. Im weiteren Verlauf seiner Rede nahm Herr Weimer Bezug auf die Zeitgeschehnisse, besonders auf den Schandfrieden von Versailles. Nach der Begrüßungsrede wurde eifrig dem Schießsport gehuldigt. Zahlreiche schöne Preise boten Anregung zu eifriger Betätigung. Nachstehend einige Resultate: Gruppenschießen: 1. Kirchberg, 128 Ringe, 2. Herrentierbach, 120| Ringe, 3. Billingsbach, 109 Ringe, 4. Wiesenbach, 108 Ringe. Gaufahne: Billingsbach 136 Ringe. Klassenschießen: 1. Saam-Kirchberg, 43 Ringe, 2. Geismann-Schwarzenbronn, 42 Ringe, 3. Kellermann-Schwarzenbronn, 41 Ringe, 4. Gebert-Weikersheim, 40 Ringe. Vergnügungsschießen: 1. Hartmann-Creglingen, 34 Ringe, 2. Hüttner-Wildenthierbach, 33 Ringe, 3. Ruck-Wachbach, 32 Ringe und Fach-Niederstetten, 32 Ringe. Nach der Preisverteilung zogen die Festteilnehmer geschlossen zur Stadt zurück. Abends traf sich die Jugend im Löwensaale, wo eine wohlgelungene musikalische Unterhaltung der Stadtkapelle das Fest beschloß. Das Fest war besonders auch vom Wetter begünstigt. Der Schützenverein, welcher sich außerordentlich um das Gelingen des Festes bemüht und alles auf das Beste vorbereitet hatte, darf auf den schönen Verlauf des Festes mit Stolz zurückblicken.

    Vaterlandsfreund, Nr. 165, 16. 7. 1929

  • 16. August 1938. Beratungen mit den Beigeordneten und Ratsherren

    Niederstetten, 16. Aug. (Beratung mit den Beigeordneten und Ratsherren.) Das Lagerhaus beabsichtigt eine größere Bauarbeit durchzuführen und benötigt zur Lagerung des anfallenden Abraums. einen Platz. Nach Besichtigung an Ort und Stelle wird dem Lagerhaus der notwendige Platz zugewiesen. — Die Beratung der Entwürfe für den neuen Brunnen bei der Apotheke und der örtlichen Besichtigung ergab, daß der Wasserauslauf in seiner geringen Höhe nicht berücksichtigt wurde. Die endgültige Beschlußfassung wurde daher zurückgestellt. — Der Randsteinsatz und die Anlage von Gehwegen an der Straße gegenüber dem Hofgarten und in der Vorbachzimmerstraße muß bis zum Jahre 1939 zurückgestellt werden, nachdem das Straßen- und Wasserbauamt mitgeteilt hat, daß im Jahre 1939 eine Bewalzung dieser Straßenstrecken und damit eine Aenderung des Straßenprofils erfolge. – Der hiesigen Stadtkapelle wird wie 1937 auch für 1938 ein Betrag von 300 RM. verwilligt. — Die Belohnung des Straßenkehrers wird infolge Vermehrung der zu reinigenden Straßenstrecken ab 1. Juli ds. Js. neu geregelt. — Der Bürgermeister berichtet über die derzeitigen Gemeindearbeiten: (Wegverbesserungen in Sichertshausen, Teerung der Gehwege, Bewalzung des Kelterplatzes mit anschließender Teerung, Verbesserung im Friedhof usw.). — Die Anschaffung einer Motorspritze zu Feuerlöschzwecken ist umgänglich. Der Kauf der Motorspritze erfolgt, sobald die Zusage der Zentralkasse für das Feuerlöschwesen zur Gewährung eines Beitrages eintrifft. — Amtliche Schätzung und Verwaltungsangelegenheiten.

    Der Franke, 16. 8. 1936

  • 16. März 1931. Das Rote Kreuz in Niederstetten

    Das „Rote Kreuz in Niederstetten.
    () Niederstetten, 16. März. Unsere vor ein und einem halben Jahr gegründete Sanitätsabteilung vom „Roten Kreuz“ hatte am Sonntag ihre Prüfung zu bestehen, um ihre Aufnahmewürdigkeit als Sanitätskolonne in den Württ. Landesverband der freiwilligen Sanitätskolonnen zu beweisen. Zu diesem Ehrentag der jungen Kolonne waren viele Gäste erschienen. Vom Landesverband vom Roten Kreuz war Herr Inspektor Zorn von Stuttgart gekommen, ferner der Bezirksvorsitzende des Jagstkreises Herr Oberlehrer Köhler Gmünd, sehr gut vertreten war auch die Mutterkolonne Bad Mergentheim mit ihrem Führer Herrn Kaufmann Schell und dem prüfenden Arzt Herrn Dr. Sambeth, teils durch große Abteilungen, teils durch Abordnungen waren vertreten die Sanitätskolonnen Künzelsau, Oehringen, Ellwangen, Crailsheim, Heidenheim, Unterkochen und die neugegründete Sanitätsabteilung Weikersheim, außerdem hatten durch ihr persönliches Erscheinen die Herren Landrat Wöhrle-Gerabronn und Landrat Geisler-Mergentheim ihr Interesse bekundet. Vormittags um 10 Uhr nahm Herr Inspektor Zorn die fachliche und wirtschaftliche Prüfung der hiesigen Sanitätskolonne vor, welche zur besten Zufriedenheit ausfiel. Besonderes Lob spendete Herr Zorn den Uniformröcken, welche ganz und gar ein Produkt hiesiger Handwerksarbeit sind. Angefertigt sind die Röcke von den hiesigen Schneidermeistern, der Stoff ist Anfertigung der hiesigen Tuchmacherei J. Zink. Diese Tatsachen müssen aus Anlaß der Handwerkerwoche wohl hervorgehoben werden, Kurz vor zwei Uhr traten alle Sanitätskolonnen vor dem Rathaus an. Nach dem erfolgten Alarm fand man alle Sanitäter auf dem sehr glücklich gewählten Uebungsfeld an der neuen Wildentierbacherstraße. Da lagen denn Leicht- und Schwerverletzte recht erbarmungswürdig herum und die Sanitäter der hiesigen Kolonne nahmen sich ihrer an. Jeder Verletzte trug auf einem Zettel seine Wunden verzeichnet. Ein Sanitätsauto schaffte die Verwundeten nach der Streitberger'schen Dreschhalle, wo die theoretische Prüfung an Hand der Verwundungen und der geleisteten Hilfe stattfand. Herr Dr. Sambeth nahm die Prüfung vor. Wer dieser Prüfung in ihrer Sachlichkeit und Gründlichkeit beigewohnt hat, für den steht der Segen des „Roten Kreuzes“ außer Frage. Von den jungen Sanitätern wird wirklich weitgehendes Wissen auf dem Gebiete der ersten Hilfe verlangt. Jeder einzelne Fall wurde durchgegangen, auf Ursache und Wirkung geprüft, jeder Verband wurde besichtigt und Aufklärung darüber verlangt, warum gerade so u. nicht anders im ersten Augenblick gehandelt werden mußte. Erfreut war Herr Dr. Sambeth schon durch den schnellen Anmarsch, die Hilfsbereitschaft der Kolonne. Dann war bemerkenswert. daß die Hilfeleistung nicht übereilt erfolgte, sondern daß die Ausführung der Verbände sicher und ruhig erfolgte. Herr Dr. Sambeth stellte der jungen Kolonne ein sehr gutes Zeugnis aus. Herr Inspektor Zorn-Stuttgart erklärte namens des Präsidiums vom Württ. Landesverein vom „Roten Kreuz” auf Grund des glänzenden Ausfalls der heutigen Prüfung die hiesige Sanitätskolonne als in den Bezirk IV des Verbandes für aufgenommen. An die Prüfung schloß sich ein Marsch aller Sanitätskolonnen durch unsere Stadt unter Vorantritt der Stadtkapelle. Dann fand eine offizielle Feier im Postsaale statt, welche Herr Kolonnenführer Wild eröffnete. Den Reigen der Redner eröffnete Herr Bürgermeister Schroth, welcher für den Kolonnenführer das Wort ergriff und namens der Sanitätskolonne Niederstetten u. namens der Stadtgemeinde den Willkommgruß entbot. Dann galt es für die rege Förderung des Werdens der Kolonne zu danken. In erster Linie war es das Präsidium in Stuttgart, dann der eifrige Förderer der Sache, Herr Landrat Wöhrle, der unermüdliche Führer der Mutterkolonne Bad Mergentheim, Herr Schell, die hiesige Gemeinderat, der Kriegerverein und der Ortskrankenkasse Gerabronn, welchen dieser Dank zu Teil wurde. Besonderen Dank spendete Herr Bürgermeister Schroth auch dem Herrn Dr. Sambeth Bad Mergentheim und dem früheren Arzt der Kolonne, Herrn Dr. med. Spatz (jetzt in Bopfingen) und dem jetzigen Leiter Hrn. Dr. med. Dörr. Dann erinnerte Hr. Bürgermeister Schroth an die vielen Schwierigkeiten, welche im Wege des Aufbaues einer Sanitätskolonne liegen. Er hoffe, daß die Mitglieder ihr die Treue halten und neue Mitglieder werben. Im weiteren überbrachte Herr Bürgermeister Schroth die Grüße des Fürsten Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg und des Prinzen Friedrich von Hohenlohe, welche leider am Erscheinen verhindert waren. Auch Fürst Ernst zu Hohenlohe-Langenburg hatte brieflich sein Bedauern ausgedrückt, nicht erscheinen zu können. Der Bezirksvorstand vom „Roten Kreuz“, Herr Landrat Wöhrle, entbot seine Glückwünsche. Wenn er der neuen Sanitätskolonne wünsche, daß sie immer ihre Aufgabe erfüllen möge, denke er nicht an Krieg. Wer heute die Zeitungen liest, welche von Verkehrsunfällen, Erdbeben und sonstigen Naturereignissen in Fülle berichten, weiß, daß die Sanitätskolonnen einen weiten Wirkungskreis haben. Herr Inspektor Zorn erklärte, er werde in Stuttgart mit Freuden dem Präsidenten von dem schönen Erfolg der hiesigen Sanitätskolonne berichten. Herr Stadtrat Stern überbrachte dis Glückwünsche des Gemeinderats. Die Großtaten des Roten Kreuzes im Kriege werden der heutigen Generation zeitlebens unvergeßlich sein. Erfreulich sei der frische Zug zu friedlicher Tat, welcher heute das Rote Kreuz belebe. Was unsere jungen Leute in der Sanitätskolonne lernen, sei etwas Bleibendes, welches allen Menschen zu Gute komme und täglich im Leben geübt werden könne. Herr Bezirksvorsitzender Oberlehrer Köhler-Gmünd führte aus: „Wenn es so viele Glückwünsche gibt, muß wohl ein Fest gefeiert werden und das heutige Fest sei ein Familienfest, denn die Sanitätskolonne Bad Mergentheim habe durch ihre Tochterkolonne Niederstetten Familienzuwachs bekommen, welcher durch die Sanitätsabteilung Weikersheim bald weiterer Zuwachs folgen werde. Aber nicht nur in den Verband der Sanitätskolonnen soll die hiesige Kolonne aufgenommen werden, sondern auch in den Kreis und Geist der Kameradschaft. Er wünsche, daß auch die hiesige Kolonne diesen Geist pflegen möge. Herr Kolonnenführer Schell-Bad Mergentheim drückt die Freude seiner Kolonne über so guten Zuwachs aus und hofft, daß die Tochter der Mutter zur Ehre gereichen möge. Herr Dr. Sambeth kleidete seinen Glückwunsch in einen poetischen Vergleich. Das Samenkorn, welches hier vor längerer Zeit der Erde anvertraut worden sei, habe lange geschlummert. Erst als der richtige Gärtner gekommen sei, sei das Samenkorn erwacht u. zu einem schmucken Bäumchen gediehen. welches heute in das Eden, den Verband vom Roten Kreuz verpflanzt worden sei. Möge dieses Bäumchen im Boden der Nächstenliebe kräftig Wurzel fassen. Zum Schlusse dankte Herr Bürgermeister Schroth namens der Sanitätskolonne für alle Ehre des Tages. Hierauf schloß Hr. Bezirksvorsitzender Köhler-Gmünd das vom Geist der Kameradschaft und der Nächstenliebe getragene Bankett. Die Stadtkapelle hatte zwischen den Reden den Verlauf des Festes durch gut gespielte Musikstücke gehoben. Möge die hiesige Sanitätskolonne ihre Begeisterung für die gute Sache sich allezeit bewahren, nach dem Wahlspruch der Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“

    Vaterlandsfreund, Nr. 63, 17. 3. 1931

  • 18. Mai 1931. Gauwanderung der Turner - Eröffnung des städt. Freibades

    () Niederstetten, 18. Mai. Ueber Höhen und Täler, durch das grünende und blühende Hohenlohe-Franken führte am Sonntag der Weg die Scharen munterer Turner und Turnerinnen in das Vorbachtal nach Niederstetten. Veranlassung war die Gauwanderung des oberen Hohenloher Gaues, welche unsere Stadt zum Ziele hatte. Von allen Seiten kamen die fröhlichen Züge, frisch und munter, ohne eine Spur von den gehabten Anstrengungen hierher, mit Gesang, mit Zupfgeigen und Violinen, mit Trommlern und Pfeifern, mit eigener Musikkapelle. Hier wurde ihnen ein turnerischer Willkommgruß entboten und dann fanden die Wanderer in ihren Quartieren kurze Rast. Denn der Tag stellte ihnen auch turnerische Anforderungen. Gegen 2 Uhr zog ein anmutiger, jugendfrischer Festzug durch die Stadt zum Festplatz. Der musikalische Teil des Tages war vom hiesigen Turnverein der Stadtkapelle Schmid übertragen, welche ihre Aufgabe sehr gut erfüllte. Auf dem Festplatz ging ein kurzer rednerischer Festakt dem Turnen voraus. Der Vorstand des Männerturnvereins Niederstetten, Herr K. Streitberger, entbot den Willkomm des hiesigen Vereins. Besonders begrüßte Herr Streitberger die Gauleitung, vertreten durch Gaumännerturnwart Heck-Laudenbach, Gaupressewart Hauptlehrer Gerheißer-Niederstetten und Gauehrenausschußmitglied Fritz-Gerabronn. sowie alle sonstigen Gäste. Turnerinnen u. Turnern und Turnfreunden galt der Gruß der Stadt, entgegenbracht durch Herrn Bürgermeister Schroth. Dieser drückte seine Freude darüber aus, auch so viele alte Turnfreunde, darunter unseren turn- und wanderbegeisterten Herrn Landrat Wöhrle, hier zu sehen. Das Wandern am schönen Maientag sei geeignet, die Jugend mit gesundem Geist zu erfüllen. Das Turnen habe ja den Lebenszweck, die Jugend zu körperlicher Kraft und zu geistiger Höhe heranzuziehen. Hr. Bürgermeister Schroth sprach die Hoffnung aus, daß alle Gäste Niederstetten mit gutem Andenken verlassen mögen. Für die Gauleitung sprach Herr Gaupressewart Gerheißer. Das Wandern habe für den Turner dreifache Bedeutung, sportlich, historisch und erzieherisch. Schon Turnvater Jahn habe ganz Deutschland durchwandert und sei an schönen Tagen mit seiner Jugend aufs Land gezogen. Die Wanderfahrt sei der Bienenflug zum Tau des Lebens. Die Natur sei der Urquell aller Kraft und durch das Wandern komme man zu dieser Quelle. Die Wanderung habe auch das Ziel der sportlichen Kräftigung. Schließlich verlas Hr. Hauptlehrer Gerheißer eine Kundgebung der Gauleitung. Diese bemerkenswerte Kundgebung besagte inhaltlich: Turner und Turnerinnen mögen immer treu zu ihrer Sache stehen. Turnen sei nicht allein als Körpersport und Leistungssteigerung zu betrachten, sondern auch als feines Mittel zur Bildung offener und ehrlicher, deutscher Gesinnung, die unter Verzicht auf eigene, ehrgeizige Ziele und ohne politische Bindung nur an das große deutsche Volksbewußtsein denkt. Der Jugend soll es unbenommen bleiben auf eigenen Wegen ihre guten Ziele zu erreichen, sie wird aber auch der größeren Reife und Erfahrung der Aelteren nicht entraten können. Die Kräfte können ruhig in verschiedener Weise wirksam sein, wenn sie sich nur zum Schlusse in einem Punkte finden. Frohsinn ist die Seele jeder gedeihlichen Arbeit. Die Maiensonne soll in die Herzen strahlen, damit der Glaube an ein Wiederaufwärtskommen uns bleibe. Die Kundgebung schloß mit einem Aufruf, daß bei der kommenden Gauturnfahrt nach Crailsheim jeder Turner und jede Turnerin ein Bekenntnis zur Deutschen Turnerschaft ablegen solle. Nach dem Begrüßungsakt gab es auf allen Seiten unseres großangelegten Sportplatzes viele turnerische und sportliche Leistungen zu bewundern. An den Geräten zeigten die besten Turner unseres oberen Gaues ihr Können. Die Turnerinnen führten die Freiübungen vor, welche für die Gauturnfahrt vorgeschrieben sind. Großes Interesse fand das hier zum erstenmale gezeigte Florettfechten der Gruppen der Männerturnvereine Bad Mergentheim u. Weikersheim. (Auch Turnerinnen waren daran beteiligt). Fechtwart Jäger-Weikersheim wußte diese Uebung dadurch besonders interessant zu gestalten, daß er vor Beginn sowohl über das Fechtinstrument selbst als auch über die Art der Anwendung Aufschluß gab. Gauehrenausschußmitglied Fritz-Gerobronn brachte mit seinen Gerabronner u. hies. Turnerinnen Volkstänze zur Aufführung. Zwischen verschiedenen Vereinen kamen Faustballspiele zur Durchführung und die Handballmannschaft des Männerturnvereins Niederstetten spielte gegen eine kombinierte Mannschaft mit dem Erfolg 8:0 für Niederstetten. Die Stadtkapelle konzertierte daneben unermüdlich und unsere Gäste konnten nicht oft genug [beweisen?] wie gut es ihnen hier gefalle. Die turnerische [Leitung?] des Tages hatte Herr Männerturnwart [Heck-Lauden]bach inne, welchem für die ruhige turnerische und [?]lich vorzügliche Durchführung besonderer Dank [gebührt?]. Den Dank der Gäste brachte Herr Gauauschußehrenmitglied Fritz-Gerabronn in warmherzigen Worten zum Ausdruck. Den Beschluß des Nachmittags bildete ein Ball in der Turnhalle. Der hiesige Männerturnverein hatte seine Wanderung am Himmelfahrtstage durch den Gemeindewald nach Wermutshausen unternommen. An der gestrigen Wanderung hatten teilgenommen: [?] Männer, 153 Frauen, 93 Jugendl., zurückgelegt wurden insgesamt 267 Kilometer.

    () Niederstetten, 18. Mai Das Frühjahr gibt dem Berichterstatter immer einigen Anlaß, sich zu [besinnen?]. Die ersten Staren und Schwalben, die die Besc[hälplatte?] beziehenden Hengste, die ersten Bienenschwärme (in Wildentierbach Gutsbesitzer Schürger, in Niederstetten [Gärt?]nereibesitzer Striffler), die wunderbare Obstbaumblüte, wie sie gerade in diesen Tagen das Auge entzückt - alles das sind Veranlassungen genug, größere oder kleinere Berichte zu schreiben und den Leser der Zeitung auf den erwachenden oder erwachten Frühling hinzuweisen. Als ein Zeichen, daß es wirklich Frühling geworden ist, auf das viele gewartet haben, ist die Eröffnung des herrlichen Niederstettener Städtischen Freibades. Schon gestern am Eröffnungstage haben viele fremde Turner u. Turnerinnen das Städt. Freibad benützt, um sich von den Mühen der Wanderung zu erholen. Die Stadtverwaltung ist andauernd bemüht, die Einrichtungen des Bades zu verbessern und zu verschönern. Es ist daher zu hoffen, daß sich auch in diesem Jahre der Badebetrieb lebhaft gestalten wird. Vaterlandsfreund, Nr. 114, 19. 5. 1931

  • 19. Februar 1931. Hunde- und Geflügelmarkt

    () Niederstetten, 19. Febr. Der Geflügel- und Kleintierzuchtverein veranstaltete am Dienstag einen sehr gut besuchten Hunde- und Geflügelmarkt. Eine große Anzahl schöner Hunde, viele reinrassige Tauben, auch Kaninchen standen zum Verkauf und wurde viel gehandelt. Die Stadtkapelle spielte flotte Märsche. Ein Preisrichterkollegium begutachtete mit ernsten Mienen die vorgeführten Hunde. Der Prämierung folgte ein Hunderennen, es war also alles da. Die folgenden Preise wurden zuerkannt:
    Jagdhunde: 1. Pr.: Ludwig Neubert, Neubronn; 2. Pr.: Johann Hachtel, Vorbachzimmern; 3. Pr.: Hermann Markert, Wildentierbach.
    Dachshunde: 1. Pr.: Hermann Anton, Schrozberg, 2. Pr.: Johann Wagner, Neubronn, Johann Hahn, Oberstetten, Philipp Gerner, Herbsthausen.
    Schafhunde: 2. Pr.: , Niederstetten, Alfred Benz, Niederstetten.
    Rottweiler Rasse: 1. Pr.: Christian Dietrich, Hachtel.
    Boxer: 2. Pr.: Friedrich Maier, Wiesenbach.
    Schnauzer: 2. Pr.: Heinrich Pfannenkuch, Oberstetten, Hermann Gröner, Haagen, Heinrich Ruck, Niederstetten; 3, Pr.: Wilhelm Vogt, Wildentierbach, Adolf Kühlwein, Wildentierbach, Georg Schöller, Wildentierbach, Johann Albert, Rinderfeld, Johann Gleiter, Klopfhof, Alfons Wolf, Rot, Richard Krämer, Rot.
    Spitzer: 1. Pr.: Karl Wild sr., Niederstetten; 2. Pr.: Friedrich Schürger, Wildentierbach, Max Stern, Niederstetten.
    Pinscher: 3. Pr.: Josef Röder, Haagen, Johann Marquardt, Untereichenrot.
    Foxterrier: Eugen Betz, Dörtel, Josef Mayer, Niederstetten, Josef Wunderlich, Rot.
    Persische Windhunde: 2. Pr.: Erich Sieger, Niederstetten, für Aby, derselbe für Greenhonds-Teufele, Eug. Fexer, Niederstetten, für Greenhonds; 3. Pr.: Erich Sieger, Niederstetten, für Chayon.
    Schottische Hirschhunde: 1. Pr.: Erich Sieger, Niederstetten, für Buskar; 3. Pr.: derselbe, für Banabe.

    Vaterlandsfreund, Nr. 32, 20. 2. 1931

  • 19. Januar 1933. Bericht Roßmarkt

    () Niederstetten, 19. Jan. Die traditionelle Anziehungskraft des hiesigen, unbestrittenen ältesten Roßmarktes der Gegend, hat sich auch wieder bewährt. Vom frühen Morgen, bis in den späten Nachmittag dauerte der Zugang an Marktbesuchern. Straßen und Wirtschaften waren von einer sich drängenden Menge erfüllt. Die Zufuhr wies 65 Händlerpferde und sehr viele Züchterpferde und sonstige Bauernpferde auf. Es kamen denn auch sehr viele Käufe zum Abschluß, wobei berücksichtigt werden muß, daß viele heute angeregte Käufe erst in den nächsten Tagen ihren Abschluß finden werden. Außer von Landwirten war der Markt auch von vielen Geschäftstreibenden der weiten Umgebung besucht. Sehr wirkungsvoll war der große Umzug mit der bedeutenden Anzahl schöner Pferde, an der Spitze die Stadtkapelle (Schmidt) und die Roßmarktfahne. Die Preisrichter hatten viel Mühe, ihre Entscheidungen zu treffen, und sie haben in der Tat kein beneidenswertes Amt. Um 3 Uhr nahm Herr Bürgermeister Schroth mit einer kleinen Ansprache die Preisverteilung vor. Im ganzen konnten 375 RM. an Preisen verteilt werden. Das rege Marktleben hielt bis in den späten Abend an.
    Die Preisverteilung gestaltete sich wie folgt: Kaltblut: Gebrauchspferde. I. Preis: Ld. Nagel-Rinderfeld. II. Preise: Fr. Gaggstatter-Könbronn, Ldw. Wohlfahrt- Ettenhausen. III. Preise: Jos. Hitzfelder-Apfelbach, Fr. Stahl-Münster, G. Hesser-Amlishagen, Ld. Horn-Wermutshausen. IV. Preise: Wm. Ehrmann-Wittmersklingen, Joseph Metzger-Steigerbach, Wittwe Balbach-Oberndorf, Gg. Kleider-Oberndorf, Karl Hermann-Standorf, Jak. Horn-Oberndorf. Warmblut: Gebrauchspferde. I. Preis: Gg. Kellermann-Schirmbach. II. Preise: Fr. Gaggstatter-Könbronn, Ldw. Münz-Herrentierbach. III. Preise: Bürgermeister Wunderlich-Herbsthausen, G. Hesser-Amlishagen, Ernst Fischer-Herbsthausen, Gg. Kellermann-Schirmbach, Fr. Wirth-Rinderfeld. IV: Preise: Fr. Kellermann-Mittelbach, Aug, Meinigheim-Adolzhausen, Ld. Beck-Rinderfeld, Fr. Wolz-Niederweiler, Gg. Geißler-Adolzhausen, Michael Wucherer-Niederweiler, Ld. Horlacher-Blaufelden, Fr. Ziegler-Schrozberg, Johann Dümmler-Schrozberg, Gg. Bach-Adolzhausen. Fr. Grün-Heuchlingen, Fr. Veh-Dunzendorf. Familien: einen Preis: Wilh. Leidig-Rechenhausen. Fohlen: Warmblut. I. Preis: Gg. Bach-Adolzhausen. II. Preis: Bd. Schmieg-Ochsenthal. III. Preise: Ant. Dietz-Schönbühl, Joh. Preuninger-Rehhof-Niederstetten, Karl Neubert-Bronn, Lw. Ehrmann-Bronn. Fohlen: Kaltblut. I. Preis: Fr. Rollmann-Streichental. II. Preis: Fr. Brenner-Heimberg. III. Preise: Gg. Martin-Rüsselhausen, Johann Horn-Wermutshausen.

    Vaterlandsfreund, 20. 1. 1933

  • 21. Januar 1932. Bericht über diesjährigen Roßmarkt

    () Niederstetten, 21. Jan. Unser Roßmarkt hat auch in diesem Jahr seine alte Anziehungskraft bewiesen. Von überall her aus dem Hohenloher Land und auch über dessen Grenzen hinaus waren Landwirte und Händler gekommen. Freilich, ganz so groß wie in früheren Jahren war die Besucherzahl nicht, denn die wirtschaftliche Notzeit macht sich auch hier bemerkbar. Erfreulich war die große Anzahl von Interessenten für gutes Pferdematerial, so daß eine große Anzahl von Kaufsabschlüssen zu stande kam. Pferdehändler und Pferdezüchter hatten sehr schönes Material auf den Markt gebracht. Die Preise für Pferde sind noch hoch und an dem Mißverhältnis der Pferdepreise zu den Viehpreisen scheiterte mancher Kauf. Der Pferdemarktzug unter Vorantritt der Stadtkapelle (Schmidt) fand unter sehr großer Beteiligung statt. Den Pferdehändlern wurde von der Stadt, um die Händler im Handel nicht aufzuhalten, eine Auftriebsprämie gereicht. Die Prämierung ergab folgende Resultate:
    Warmblut (Gebrauchspferde):
    1. Preise à 15 Mk.: Otto Markert-Herrenzimmern, Michael Wucherer-Niederweiler.
    2. Preise à 10 Mk.: Fr. Beeh-Dunzendorf, Leonhard Stein-Lichtel, Friedrich Kellermann-Mittelbach, Wilhelm Meder-Neubronn, Gottlob Hesser-Amlishagen.
    3. Preise à 5 Mk: Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg, Fritz Bauer-Gerabronn, Robert Müller Bartenstein, Wilhelm Leidig-Rechenhausen, Hugo Schamann-Neubronn.
    Kaltblut (Gebrauchspferde):
    1. Preise à 15 Mk.: Franz Haas-Groß-Almerspann, Friedrich Gaggstatter-Könbronn.
    2. Preise à 10 Mk.: Fritz Stahl-Münster, Georg Bauer-Queckbronn, Felix Heckelmann-Gütbach, Fritz Abendschein-Neubronn, Gg. Leidenberger-Wildentierbach.
    3. Preise à 5 Mk: Hermann Bachmaier-Atzenrod, Leonhard Balbach-Oberndorf, Witwe Hörner-Dunzendorf, Gottlob Hesser-Amlishagen, Friedrich Knorr-Niederstetten, Friedrich Klenk-Wermutshausen, Eugen Nörr-Niederstetten.
    Familien:
    1. Preise à 15 Mk.: Wilhelm Leidig-Rechenhausen, Friedrich Wolz-Niederweiler.
    2. Preis à 10 Mk.: Georg Gröner-Oberndorf.
    Fohlen (Warmblut):
    1. Preis à 15 Mk.: Karl Balbach-Rinderfeld.
    2. Preis à 10 Mk.: Gg. Bach-Adolzhausen.
    Fohlen (Kaltblut):
    2. Preis à 10 Mk.: Gg. Ströbel-Blumweiler.
    2. Preise à 5 Mk.: Fritz Rollmann-Streichental, Gg. Gleiter-Oberndorf, Gottlob Hesser-Amlishagen, Johann Hermann-Ermershausen.
    Eine Lotterie fand in diesem Jahr nicht statt.

    (Vaterlandsfreund, Nr. 17, 22. 1. 1932)

  • 22. Januar 1931. Roßmarkt

    () Niederstetten, 22. Jan. Es war heute nicht das richtige Glatteisroßmarktswetter, aber der Hohenloher Bauer und die Landwirte der an Württemberg grenzenden Gebiete von Bayern und Baden lassen es sich doch nicht nehmen, den Niederstettener Roßmarkt, wohl den ältesten Roßmarkt weit und breit, zu besuchen. So herrschte denn heute wieder auf den Straßen und in den Wirtschaften ein großes Gedränge. Besonders auf den Straßen war es durch die vorgeführten Pferde und den Autoverkehr oft recht ungemütlich, aber so wollen es ja die Niederstettener haben. Recht zahlreiche Losverkäufer versuchten zwischenhinein, auch den Rest der Lose an den Mann zu bringen. Ganz dürfte das nicht gelungen sein. Schon vom frühen Morgen an walteten die Preisrichter ihres schwierigen Amtes. Die Zufuhr an Pferden vom Lande war sehr groß, außerdem hatten die bekannten Händlerfirmen 52 sehr schöne Pferde zum Markte gebracht. Von einer Prämiierung der Händlerpferde hat der Gemeinderat in diesem Jahr abgesehen, um jede Unzufriedenheit zu vermeiden. Dagegen wurde für jedes zum Markte- gebrachte Händlerpferd eine Auftriebprämie von 3 RM. bezahlt. Es ist für die Händler auch besser, wenn ihre Pferde durch die doch immerhin einige Stunden dauernde Prämierung nicht festgehalten werden. — Um 10 Uhr fand der Ankauf der Pferde für die Lotterie statt. Der Festzug hatte durch die große Beteiligung ein sehr stattliches Ansehen. Die Stadtkapelle spielte flott voraus, Vorreiter und Stadtfahne vervollständigten das Bild. Der Handel war besser als in den Vorjahren, es wechselten viele Pferde den Besitzer. Im allgemeinen zeigte sich große Nachfrage nach mittelwertigen, jungen Arbeitspferden. Für hochwertige Pferde wurden den Händlern oft nur Verlustpreise geboten. — Die Prämiierung fand um drei Uhr vor dem Rathause durch Herrn Bürgermeister Schroth statt. Nachstehend die Resultate der Prämiierung: [Rest des Artikels fehlt]

    Vaterlandsfreund, Nr. 18, 23. 1. 1931

  • 22. Juli 1929. Konzert des Gesangvereins im Hofgarten

    () Niederstetten, 22. Juli. Nach dem schönen Erfolg auf dem schwäbischen Liederfest in Ulm, dem Landesfest des württembergischen Männergesanges, hatte der hiesige Männergesangverein das Bedürfnis, sein Können auch seinen hiesigen Gönnern zu zeigen. Aus diesem Grunde veranstaltete der Verein gestern ein Gartenkonzert, zu welchem er auch die Vereine der Umgebung eingeladen hatte. Das Gartenkonzert fand infolge des dankenswerten Entgegenkommens der Standesherrschaft im Hofgarten statt. Nach dem Festzug begrüßte der Vorstand des Männergesangvereins Niederstetten, Herr Julius Schneider, die Sänger u. Sangesfreunde. Das Gartenkonzert sei der Abschluß einer für die aktiven Sänger des Vereins recht arbeitsreichen Zeit. Der Erfolg sei ja auch nicht ausgeblieben. Dieser Erfolg sei aber in der Hauptsache das Verdienst des Herrn Chormeisters Fleckenstein-Mergentheim, des Dirigenten des Vereins. Diesem Herren galt dann auch das Hoch des Redners. — Im weiteren Verlauf seiner Rede dankte Herr Schneider der Standesherrschaft für die Ueberlassung des Hofgartens. — Im ersten Teil des Programms brachte dann der Verein die Ulmer Pflichtchöre zum Vortrag. Ueber diese Chöre des Weiteren zu sprechen erübrigt sich. Anläßlich des Ulmer Festes fanden sie in unseren Spalten ausführliche Behandlung. Dann trug der Verein „seinen“ Preischor „Korsarenfahrt“ vor — ein Lied von hinreisender Gewalt und großer Schönheit im Ton. All dementsprechend war auch der Vortrag (in Ulm soll er sogar noch besser gewesen sein) und so war der Beifall der Zuhörer stürmisch und fast nicht endenwollend. Dann folgte noch ein Kranz schöner Lieder, in welchen auch der Gesangverein Vorbachzimmern unter Leitung seines verdienten Dirigenten, Herrn Schultheiß Striffler, seine Blumen einfügte. Die Stadtkapelle füllte mit E Märschen die Pausen. Der Abend fand dann fast die gesamte Einwohnerschaft unter magischer Beleuchtung vieler farbiger Lampions wieder im Hofgarten. Musik u. Gesang hielt sie noch lange beisammen — nach der tropische Tageshitze — Stunden wohliger Kühle. — Es war ein schöner Tag, welchen uns ab der Männergesangverein geboten hat. Es sei noch erwähnt, daß die Fahne des Vereins mit der Ulmer Ehrenmünze geschmückt war.

    Vaterlandsfreund, Nr. 172, 24. Juli 1929

  • 22. November 1931. Gedenken für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs

    () Niederstetten, 22. Nov. Unsere Gefallenen in Weltkriege wurden auch in unserer Stadt in würdiger Weise geehrt. In den Gotteshäusern der drei Konfessionen fanden Trauergottesdienste statt. Um 11 Uhr bildete sich vor dem Rathause ein höchst ansehnlicher Zug. Der Musik folgten alle Vereine mit umflorten Fahnen, die Vertreter der Konfessionen, der Stadtvorstand mit dem Gemeinderat, die Angehörigen der Gefallenen, die Beamtenschaft, ein Teil der Schuljugend und der größte Teil der Bürgerschaft. Vor dem Kriegerdenkmal sang der Männergesangverein ein stimmungsvolles Lied. Dann hielt Herr Bürgermeister Schroth eine Gedenkrede, welche durch den aus tiefster Ueberzeugung kommenden Vortrag und durch die Tiefe ihres Inhaltes gewaltigen Eindruck auf alle Zuhörer machte. In der Hoffnung, auf ein einiges, großes Deutschland, legte der Redner einen Kranz im Namen der Gesamtgemeinde an der Gedenkstätte unserer teueren Gefallenen nieder. — Mit dem gemeinsamen Gesang des Liedes: „Ich hatt' einen Kameraden“ schloß die Feier und wiederum unter Vorantritt der Stadtkapelle zog der Zug zum Rathaus zurück.

    Vaterlandsfreund, Nr. 274, 23. 11. 1931

  • 27. Mai 1933, Schlageter-Feier

    Niederstetten, 27. Mai. Zur Erinnerung an das heldenhafte Sterben des unerschrocken, mutigen Kämpfers für Recht, deutsche Freiheit und deutsche Ehre, Albert Leo Schlageter - die Stadt war aus diesem Anlaß reich beflaggt - veranstaltete die Ortsgruppe der NSDAP. eine würdige Schlageter-Feier. Es beteiligten sich daran[,] SA., HJ., der freiwillige Arbeitsdienst vom Lager Eichhof, der Gesangverein, die Sanitätskolonne sowie je eine Fahnensektion der übrigen Vereine und der größte Teil der hiesigen Bevölkerung. Kirchenglocken läuteten die Feier ein. Im Schein der Fackeln, unter den Klängen der Stadtkapelle, setzte sich ein langer Zug zum Kriegerdenkmal in Bewegung. Der Gesangverein eröffnete die Feier mit dem Chor: "Das Land meiner Väter". Nun ergriff der Führer der Ortsgruppe der NSDAP, Fr. Thomas, das Wort. Adolf Hitler wolle nicht, daß es den Toten des dritten Reiches gerade so gehe wie den Toten des Weltkrieges, daß ihre Heldentaten vergessen und nicht gewürdigt würden. Horst Wessels Geisterdivision, deren erster einer Albert Schlageter ist, soll nicht umsonst gekämpft haben. Die 10jährige Wiederkehr des Tages, an dem Albert Leo Schlageter auf der Golzheimer Heide starb, sei für uns eine Gelegenheit, ein neues Treuegelöbnis für die Helden des 3. Reiches abzulegen. In diesem Sinne legte er den für Schlageter gewidmeten Kranz nieder. Die Fahnen senkten sich und die Stadtkapelle stimmte das Lied vom guten Kameraden an. Mit dem Horst Wessel-Lied fand die Feier am Kriegerdenkmal ihren Abschluß. In geschlossenem Zug gings zurück zum Marktplatz, wo der Gesangverein unter Leitung von Chormeister Fleckenstein[,] noch verschiedene vaterländische Lieder in gewohnt vorzüglicher Weise zum Vortrag brachte.

    (Vaterlandsfreund, Gerabronn, Nr. 122, 29. 5. 19 1933, S. 4)

  • 28. April 1930. Frühlingsfeier des Turnvereins

    () Niederstetten, 28. April. Gestern abend hielt der Turnverein seine diesjährige Frühlingsfeier ab. Die Veranstaltung war gut besucht. Den Abend leiteten einige flotte Weisen der Stadtmusik ein. Hierauf begrüßte Herr Vorstand Streitberger im Namen des Turnvereins die Erschienenen. Alsdann wurde eine sehr schöne Humoreske „Der Erbonkel“ von E. Henle aufgeführt. In wahrhaft vorzüglicher Weise haben alle Spieler hier gewirkt. Besonders zu erwähnen ist noch die neue Bühnenausstattung, die die Wirkung des Stückes noch wesentlich erhöhte. Nach der so schön verlaufenen Feier wurde noch bis früh in den Morgen hinein getanzt. Mit dieser Feier hat uns der Turnverein gezeigt, daß er nicht nur in turnerischen Sachen auf der Höhe steht, sondern daß er auch in mustergiltiger Weise die Geselligkeit pflegt.

    Der Vaterlandsfreund, Nr. 98, 29. 4. 1930

  • 30. September 1929. Herbstfest

    () Niederstetten, 30. Sept, Wenn die sommerliche Ernte eingeheimst ist und eine gute Ernte in den Weinbergen der Lese harrt, dann feiert der Niederstettener sein Herbstfest. Nicht als ob der Niederstettener Bauer und Gewerbetreibende besonders gerne über die Schnur haue. Es gibt wohl kaum einen mäßigeren Bürger wie den Niederstettener. Aber nach den vielen Mühen des Säens und Erntens lohnt es sich eine Stunde des Festes und der Einkehr zu feiern. Diesen Standpunkt betonte Herr Stadtschultheiß Schroth in seiner Festrede zum gestrigen Herbstfest. Außerdem führte Herr Stadtschultheiß Schroth aus, solle dieses Fest die Einigkeit aller Stände und Konfessionen in unserer Stadt bekunden. Der Redner dankte dann allen Einzelpersonen und Vereinen, welche sich um das Gelingen des Festes verdient gemacht hatten und begrüßte Se. Durchlaucht den Fürsten Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg. Auch für die Anwesenden „40er“ und besonders den Zeppeliningenieur, Herrn Albert Sammt hatte Herr Stadtschultheiß Schroth warme Worte der Begrüßung. Dann nahm das Fest, welches durch Wecken seitens der Stadtkapelle und einen Festzug eingeleitet wurde, seinen Verlauf. Vom Himmel strahlte hell und warm die Sonne, was besonders dem Wirtschaftszelt und dem Kaffeezelt (letzteres eingerichtet vom Landw. Hausfrauenverein) zu gute kam. Aber es war auch erfreulich, daß die vielen Darbietungen bei so schönem Wetter von statten gehen konnten. Zunächst bot der Männergesangverein eine Reihe schöner Weisen. Dann fand ein Handballspiel (Würzburg-Niederstetten) und ein Fußballspiel (Gerabronn-Niederstetten) statt. Kurz sei vermerkt, daß beide Spiele für Niederstetten negativ verliefen. Wie schon in den Vorjahren, so bildete auch in diesem Jahr der historische Winzertanz den Glanzpunkt des Festes. Den Tänzerinnen und Tänzern sowie dem Einpauker, Herrn Rich. Knenlein, machten die glänzende Durchführung alle Ehre. Nach Eintritt der Dunkelheit fand eine bengalische Schloßbeleuchtung statt. Fast anschließend an das Fest fand in der Turnhalle ein Festball statt, welcher einen schönen Abschluß des Festes bildete. Sehr viele Fremde hatte der gestrige Tag unserer Stadt zugeführt, ein Zeichen, daß unsere Stadt immer mehr zum beliebten Mittelpunkt eines weiten Kreises wird.

    Vaterlandsfreund, Nr. 231, 1. 10. 1929

  • 7. Januar 1932. Weihnachtsfeier des Kriegervereins

    () Niederstetten, 7. Jan. Trotz der raschen Aufeinanderfolge der vielen Veranstaltungen, war doch gestern die Weihnachtsfeier des Kriegervereins sehr gut besucht. Die Turnhalle war wieder voll besetzt. Das zeigt, daß der Kriegerverein unter Wahrung bester vaterländischer Tradition bei Vermeidung aller Politik alle Kreise unserer Einwohnerschaft in sich vereinigt. Die Stadtkapelle (Schmidt) leitete mit einem Marsch „Hurra! Du deutsche Fahne“ den Abend wirkungsvoll ein und hatte weiterhin durch flottes Spiel ihren wohlgemessenen Anteil an dem Erfolg der Feier. Herr Vorstand R. Knenlein sprach einige Worte der Begrüßung und verlas dann eine Neujahrskundgebung des Präsidiums des Württ. Kriegerbundes. Das Präsidium wies auf die Notwendigkeit der Einigkeit aller Deutschen gegenüber den unerhörten Forderungen unserer ehemaligen Kriegsgegner hin. Im Anschluß daran wurden folgende Ehrungen bekanntgegeben: Es erhielten vom Präsidium des Württ. Kriegerbundes für 25jährige Mitgliedschaft den Ehrenschild nebst Urkunde die Herren: Alois Burkert, Friedrich Ehrle, Johann Steinmetz, Johann Schmidt, Schuhmachermeister, Christian Rupp, Karl Wild sr. Ferner wurde Herr Karl Wild sr. für über 30jährige Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Vom Bürgermeisteramt waren Einzeichnungslisten dem Verein überlassen, in welchen die Unterzeichner einer Resolution in Bezug auf die Abrüstungsfrage volle Gleichberechtigung für Deutschland verlangten. Die Listen fanden sehr viele Unterschriften. Den Hauptteil der Vortragsfolge bildeten zwei lustige Einakter. In dem ersten Einakter „Besetzt“ führt die dreifache Vermietung eines möblierten Zimmers zu recht heiklen Situationen. Aber die Darsteller verstanden es mit Humor und Zartgefühl das Stück zu geben. Dies war auch bei dem zweiten Stück „Das Geburtstagspaket“ der Fall, welches allen Vätern und Müttern aus der Seele gesprochen ist, welche jahraus, jahrein Pakete an ihre Kinder in der Fremde senden müssen. Also alle Darsteller verdienen volles Lob. Gut war auch die Szenerie, vorzüglich die Masken, welche der Meisterschaft des Herrn Friseurmeisters Karl Wild ihre Ausführung verdanken. Das Vaterlandslied „Deutschland über alles“ wurde stehend gesungen. Eine reich ausgestattete Lotterie wurde abgehalten. Die ganze Zuhörerschaft war von Anfang bis zum Ende in bester Stimmung. Diese hielt auch bei dem folgenden Ball an. Der Kriegerverein, seine Mitglieder und seine Freunde können mit dem Verlauf des gestrigen Abends zufrieden sein.

    (Vaterlandsfreund, Nr. 5, 8. 1. 1932)

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