Männergesangverein

Männergesangverein

  • 5. Februar 1934. Musikkapelle des Kreises und der Ortsgruppe der NSDAP. Konzertbericht

    Niederstetten, 5. Febr. (Konzert der Musikkapelle des Kreises und der Ortsgruppe Niederstetten.) Die neugegründete Kreismusikkapelle veranstaltete am Sonntag in der Turnhalle unter Leitung von Chormeister Fleckenstein, Bad Mergentheim, ihr erstes Konzert. Das Konzert nahm mit militärischer Pünktlichkeit seinen Anfang mit drei flott gespielten Märschen. Die in das Programm eingeflochtenen Gesangsvorträge des Männergesangvereins Niederstetten, ebenfalls unter der bewährten Leitung seines Chormeisters Fleckenstein, weiteten das Konzert zu einem vollen Erfolge aus, was sich auch äußerlich durch den spontanen Beifall, den die Vortragenden erzielten und durch die wiederholten Hervorrufe, auswies. Ortsgruppenleiter Fr. Thomas begrüßte in einer Ansprache die seiner Einladung so überaus zahlreich gefolgten Volks- und Parteigenossen und deutete darauf hin, wie die Kreismusikkapelle entstanden sei aus der Sturmkapelle Oberstetten, zum Danke für ihre geleistete Arbeit in den Kampfjahren, auf besonderen Wunsch des stellv. Gauleiters Schmidt. Zum Gedenken des ersten Jahrestages der Machtübernahme der nationalsozialistischen Bewegung sangen die Anwesenden das Deutschland- und das Horst Wessel-Lied. Den Besuchern des Konzertes, besonders auch den vielen Gästen aus nah und fern, wird der Abend lange Zeit in Erinnerung bleiben und gerne werden sie den ferneren Einladungen zu Konzertbesuchen der Kreismusikkapelle Folge leisten. Als letzte Programmnummer folgte eine Tanzunterhaltung. Auch hier bewies die Kapelle ihr Können und lud damit zahlreiche Tanzlustige zu längerem Verweilen ein.

    Der Franke, Nr. 30, 6. 2. 1934

  • 5. Mai 1936. Brief aus Niederstetten

    Brief aus Niederstetten
    Der April zeigte sich auch bei uns als ein ganz unwirtlicher Gast und richtete durch das kalte Wetter und den Schnee großen Schaden an den Obstbäumen an. Der Anfang des Wonnemonats war nicht gerade seinem Namen entsprechend, aber wir dürfen jetzt doch Hoffnung haben, daß er all das nachholt, was bis jetzt noch zurückblieb. — Einen schweren Unfall erlitt legte Woche eine Bauersfrau durch den Sturz von der Hühnerleiter, sie brach die Hand und erlitt Kopfverletzungen. — Die NS.-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" brachte mit der "Palette" einen genußreichen Abend, welcher leider sehr schlecht besucht war. Die Leistungen der Künstler waren über alles Lob erhaben und ernteten damit verdienten Beifall. Die Ansage von Max Maier-Naß, der auch die Leitung hatte, und die Kurzspiele erregte ununterbrochene Stürme der Heiterkeit, sodaß tatsächlich zwei Stunden Lachen die Parole wurde. Ganz besonders hervorgehoben verdienen die Tänze von Marg. Temi. — Der Nationalfeiertag zeigte unsere Stadt in reichem Fahnen- und Grünschmuck. Wenn auch das Wetter sehr zu wünschen übrig ließ, so wurde doch der Tag der Volksgemeinschaft würdig begangen, Der Festzug war überaus reichhaltig, kein Beruf fehlte mit einer Gruppe und den würdigen Symbolen des Handwerks. Besonders den Erstellern der Festwagen, die sinnvoll ausgeschmückt und besetzt waren, sei Dank gesagt, denn sie hatten keine Mühe gescheut, um den Festzug lebendig zu gestalten. Der Maikönig und die Maikönigin thronten stolz auf ihrem festlichen Wagen. — Ortsgruppenleiter Thomas hielt auf der Festwiese die Ansprache zum Gedenken des Tages und konnte drei Ehrenurkunden für besonders gute Leistungen im Reichsberufswettkampf an Marie Thürauf, Adolf Roth und Hans Weigel übergeben. Der BdM. führte um den prächtigen Maibaum Tänze und Reigen auf; die HJ. erfreute durch Spiele und Lieder. Die Kreismusikkapelle mit ihren flotten Weisen und der Männergesangverein mit volksnahen Chören wetteiferten miteinander, die zahlreichen Volksgenossen zu unterhalten. — Herr Flaschnermeister Georg Freier beging gestern seinen 80, Geburtstag. Wir wünschen ihm alles Gute und einen heiteren, gesunden Lebensabend.

    Der Franke, Nr.103, 5. 5. 1936

  • 5. November 1936. Einzug Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg und Gemahlin auf Schloß Haltenbergstetten

    Niederstetten, 5, Nov. Am Dienstag Nachmittag hielt das neuvermählte Fürstenpaar, Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg und dessen angetraute Gemahlin, Fürstin Sissi, geb. Gräfin Geldern-Egmont auf Schloß Haltenbergstetten feierlichen Einzug, An dem festlich und mit viel Liebe und Sorgfalt geschmückten Schloßhofe entbot den ersten Willkommgruß Rentamtmann Fischer namens der Verwaltung. Im Namen der Schloßkirchengemeinde begrüßte sodann Stadtpfarrer Maier das junge Paar, Bürgermeister Schroth war mit den Ratsherren und Beigeordneten erschienen, um die Glückwünsche der Stadt Niederstetten darzubringen. Die drei Gratulanten ließen je durch ein kleines Mädchen der aufziehenden Fürstin einen Rosenstrauß überreichen, Ortsgruppenleiter Thomas der NSDAP, überbracht seinem Parteigenossen Fürst Albrecht zu Hohenlohe die Glückwünsche der Ortsgruppe. Das Fürstenpaar war über den schlichten, aber doch sehr herzlich gewidmeten Empfang gerührt und der Fürst dankte den begrüßenden Herren in kurzen Worten. Abends um 9 Uhr brachte der Männergesangverein Niederstetten in Anwesenheit einer überaus großen Zahl von hiesigen Gemeindebürgern im Schloßhof einige passende Lieder dar, der Schloßhof bot im Scheine der Fackeln und der Dekoration ein prächtiges Bild, das dem Ständchen ein schönes und feierliches Gepräge gab. Für die Ehrung dankte der Fürst auch namens seiner jungen Frau in geziemenden Worten. Dem jungen Fürstenpaar möge ein glückliches und freudiges Eheleben auf Schloß Haltenbergstetten beschieden sein.

    Der Franke, Nr. 259, 5. 11. 1936

  • 7. Oktober 1935. Herbstfest

    Innenminister Dr. Schmid beim Niederstetter Herbstfest

    Niederstetten, 7. Okt. Das diesjährige Erntedank- und Herbstfest wurde durch den Festzug um 12 Uhr eingeleitet. Voraus das Jungvolk mit den Fanfaren und Landknechtstrommeln, dann HJ. und BDM. mit bändergeschmücktem Erntekranz, die Pol. Leiter, Abordnungen der SA., NSKK., Sanitätskolonne, Kyffhäuserbund, Männergesangverein und dann die Bauern in ihrer Arbeitskleidung mit Arbeitsgeräten. Zum Schlusse drei Festwagen: Ein Wagen mit Früchten des Feldes und Schnittern, ein Winzerwagen, vollbehangen mit köstlichen Trauben und ein Wagen mit Geräten zur Flachsgewinnung bis zum Spinnrad, von fleißigen Händen in Tätigkeit vorgeführt. Auf dem Festplatze angekommen, sprach Bürgermeister Schroth zu den sehr zahlreichen Anwesenden Worte des Dankes für alle die bäuerlichen Helfer und nicht zuletzt dem Bauern selbst für alle die Mühen des Jahres und der Vorsehung, daß wir ein Erntedankfest feiern können. Für langjährige treue Dienste einer Anzahl Gefolgschaftsmitglieder konnte Bürgermeister Schroth im Auftrage des Ortsbauernführers Ehrenurkunden und Geschenke übergeben.

    Da brach die herbstliche Sonne in wärmenden Strahlen durch das Grau des Himmels und mit offenen Herzen lauschten alle Festteilnehmer den Worten des Führers vom Bückeberg und spontan fielen die Zuhörer in den Beifall ein, der durch die Lautsprecheranlage drang, wenn besonders markante Sätze aus des Führers Munde erklangen. Ortsgruppenleiter Thomas sprach anschließend zu den Anwesenden und mit dankbarem Gefühle ertönte der Choral: „Nun danket alle Gott“, aus hunderten von Kehlen über den weiten Platz. Sprechchöre des JV., der HJ, und BDM. füllten den Nachmittag.

    Mittags war schon eine freudige Ueberraschung bekannt, geworden: Innenminister Dr. Schmid war erschienen und versprach gegen Abend nochmals zu kommen, da er am Nachmittag die Orte Riedbach und Brettheim aufsuchen wollte. Innenminister Dr. Schmid hielt sein Wort; kurz vor Beginn des Winzertanzes zeigten Fanfarenklänge sein Kommen an, in seiner Begleitung waren Landrat Wöhrle, Kreisleiter Niklas, Kreisgeschäftsführer Walter und Bürgermeister Wiedmann-Gerabronn. Nach Abschreiten der Front, der im Viereck aufgestellten Festzugteilnehmer, begrüßte Bürgerm. Schroth Innenminister Dr. Schmid und überreichte ihm als Willkommgruß einen Becher, gefüllt mit 1934er Niederstetter Weines und einen Korb einheimischer Früchte und Trauben. Innenminister Dr. Schmid bedankte sich in herzlichen Worten für die Gaben und trank auf das Wohl der Gemeinde. Den gesanglichen Darbietungen des Männergesangvereins und der Vorführung des Winzertanzes zollte der Minister lebhaften Beifall. Zum Schlusse wurde ein Hammeltanz aufgeführt, der aber unter dem Mangel der Beteiligung etwas litt, sodaß nur ein Geldpreis ausbezahlt werden konnte. Der Traubenmarkt fand lebhaften Anklang und restlosen Absatz der vorhandenen Vorräte. Ein Tanzabend in der Turnhalle brachte noch einen schönen Ausklang des Erntedankfestes. — Am Samstag Abend hatte sich der Jahrgang 1895 zu einer Vierzigerfeier im Saale des Gasthauses Melber zusammengefunden. Da auch viele auswärtige Schulkameraden der Einladung hierzu Folge geleistet halten, so kam eine frohe Stimmung beim Austausch alter Jugenderinnerungen auf. Altersgenosse Sattlermeister Gottlob Schmidt begrüßte die Erschienenen und gerade der in der Ferne weilenden Schulkameraden und derer, die nicht mehr unter den Lebenden sind. Bürgermeister Schroth gab in einer längeren Ausführung einen Ueberblick über die Entwicklung der Gemeinde in den letzten 25 Jahren und vieles war selbst für die hiesigen Anwesenden von Interesse, da man vieles schon wieder vergessen oder in manches keinen Einblick erhalten hatte. Zum festlichen Gepräge des Abends trug ein gut Teil Chormeister Fleckenstein mit Tochter bei durch ihre musikalischen Darbietungen, welche durch gesangliche Vorträge eines Doppelquartetts des Männergesangvereins abgelöst wurden. Zum Gedenken an die im Weltkriege gefallenen Kameraden und der sonst vom Tode ereilten Altersgenossen legten die Vierziger am Sonntagmorgen am Ehrenmale der Gefallenen einen Kranz nieder.

    Der Franke, Nr. 235, 8. 10. 1935

  • 7./8. April 1930. Einzug Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg - Vortrag zu Zeileis-Methode

    () Niederstetten, 7. April. Seine Durchlaucht Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg hielt heute seinen Einzug auf Schloß Haltenbergstetten. Das Schloß und seine Umgebung waren beflaggt, auf dem Schloß weht die rot-weiße Standarte. Am Vormittag fand ein feierlicher Gottesdienst in der katholischen Kirche statt, an welchem sich verschiedene Audienzen u. a. des Stadtvorstandes u. der Vertreter der Konfessionen anschlossen. Bei dem Empfang des Herrn Stadtschultheißen Schroth überreichte der Fürst demselben die hohe Summe von 500 M für die Armen der Stadt Niederstetten ohne Unterschied der Konfession. Heute abend wird der Männergesangverein eine Serenade im Schloßhofe darbringen.

    () Niederstetten, 8. April. Wie aus unserem Anzeigenteil der letzten Tage ersichtlich, wirft Zeileis bis hierher seinen Schatten. Bekanntlich hat in der letzten Zeit eine große Aktion der- Aerzte gegen Zeileis eingesetzt. Herr Gistel, München, Ridlerstraße 28, von der Sanolux-Gesellschaft hatte es nun unternommen, uns etwas von Zeileis zu erzählen. Zeileis nennt Erdstahlkraft und Sonnenstahlkraft die Elemente des Lebens. Nimmt der Mensch zu wenig von beiden auf, so kann er seine Funktionen nicht mehr erfüllen, besonders die Arbeitszellen im Zellengewebe kommen ihrer Tätigkeit, das Blut zu reinigen nicht mehr nach. Zeileis stellt den Menschen daher unter Strom und wo die Röhre beim Vorbeistreifen am Körper nicht aufleuchtet, ist ein krankes Organ. Darauf beruht die blitzschnelle Diagnose Zeileis'. Die Behandlung ist daher bei allen Patienten gleich und wegen der Höhe der Spannung ist die Bestrahlung nur von kurzer Dauer. So führte der Redner in das Wesen der Hochfrequenzapparate ein. Am Sana-Lux-Apparat demonstrierte der Redner dann die vielseitige Verwendbarkeit der Apparate. Der gute Vortrag hätte ein zahlreicheres Publikum verdient. Da aber nachmittags die Körnerversammlung und der Gewerbeschulschluß stattfanden und das benachbarte Oberstetten einen Bezirkskriegertag hatte, so war der schwache Besuch nicht zu verwundern.

    Der Vaterlandsfreund, Nr. 83, 9. 4. 1930

  • 9. März 1930. Generalversammlung des Männergesangvereins

    * Niederstetten, 9. März. Der Männergesangverein hielt am Samstag abend im Melberschen Saal seine Generalversammlung ab. Vorstand Julius Schneider eröffnete und begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder. Den Tätigkeitsberichten ist zu entnehmen, daß der Verein 65 Singproben, die von den Sängern sehr zahlreich besucht waren, abgehalten hat. Oeffentlich ließ sich der Verein in 3 Konzerten hören. Seine Hauptarbeit galt dem Wertungsgesang beim Schwäbischen Liederfest in Ulm, bei dem die Sängerschar im erschwerten Volksgesang einen sehr guten Erfolg hatte. Der Mitgliederstand beträgt zur Zeit 170, davon sind 50 aktive Sänger. Im abgelaufenen Vereinsjahr hatte die Kasse einen Umsatz von 1 900 M. Ein Piano kann der Verein sein eigen nennen. Als nächstes Ziel sieht der Arbeitsplan ein Konzert im hiesigen Löwensaale vor und am 18. Mai die Beteiligung der Sänger mit den Vereinen Sängerkranz Mergentheim und Lauda zusammen bei einem Konzert in Bad Mergentheim. Der Verein hat sich unter der tüchtigen Leitung von Chormeister Fleckenstein auf eine gesangliche Höhe gearbeitet, die er zuvor noch nicht erreicht hatte.

    Vaterlandsfreund, Nr. 58, 11. 3. 1930

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