Gebäude Nr.
Gebäude Nr.
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Braun, Hirsch gen. Hermann
Geb. 27. 7. 1892 in Niederstetten
Kaufmann
Heirat: 19. 1. 1920 in Niederstetten
Ehefrau: Clara geb. Braun, geb. 9. 3. 1895, gest. 1. 1959 in USA
Eltern:
Baruch Braun, geb. 24. 3. 1839, gest. 1919, fr. Metzger in Niederstetten
Luise Adler, geb. 10. 2. 1854 in Gosemannsdorf, gest. 1938
Kinder:
Betty, geb. 26. 8. 1921. Seit 1943 mit Julius Abraham, Kaufmann in New York 33, 186th Street verheiratet u. dort wohnhaft.
Teilnehmer Erster Weltkrieg. EK II
Vereine: Turnverein u. Gesangverein
Verhaftet Herbst 1937 KZ Welzheim 10 Tage. Nov. 1838 KZ Dachau 3 Wochen.
Auswanderung mit Ehefrau Mai 1940 in die USA
"Von 10. 11. - 25. 11. 1938 KL Welzheim
- 30. 12. 1939 KL Dachau
H. gab an, daß er anläßtlich des Judenpgroms am 25. 3. 1933 auf dem Rathaus in Niederstetten mit Stahlruten derart mißhandelt worden sei, daß ihm fast sämtliche Adern geplatzt seien. Seit dieser Zeit Nervenleiden und hoher Blutdruck"
"Inhaber einer Fellhandlung in Niederstetten. Aufgabe des Geschäfts im Jahre 1938 aus rassischen Gründen. Jährl. durchschnittliches Bruttoeinkommen ca. 6500 RM. In USA Verdienst (nach eigenen Angaben): 1951 3580 $, 1954 4238 4, 1956 4819 $ u. 1957 4710 $"
Wohnhaus Gebäude Nr. 237 in der langen Straße 105 qm 2 Stock Wohnhaus Brandversicheurngswert 9000 Rm. Steuerwert: 7200 RM
Verkauf Frühjahr 1939 an Bahnwärter Köhler, Niederstetten, jetzt in Igersheim um 6500 RM verkauft. Am 9. 4. 1945 durch Kriegseinwirkung zerstört.
"Genaue Auskunft über die Familie Hermann Braun kann Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6 geben. Sie war bei Braun Hausangstellte von 1920 bis 1940. Sie hat die ganze Schicksalszeit persönlich miterlebt.
Hermann Braun war besonders tüchtiger Kaufmann u. gewandter Fellhändler. Er machte große Umsätze. Er war als Fellhändler und auch menschlich mit den Bürgern der Gemeinde nicht so verbunden wie sein Schwiegervater Max Braun. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren geordnet, wie auch seine Fa. [?] Seine Fellhandlung betrieb er auf eigene Rechnung.
Er ist am 1. 5. 1940 nach New York USA ausgewandert u. lebt jetzt noch dort.
Seine Ehefrau ist am 7. 1. 1959 in New York gestorben."
Adresse: Hermann Braun, 506 West 186 th Street, New York 33, N.Y.Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-156 ff.
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Braun, Max
Geb. 19. 12. 1865 in Niederstetten
Fellhändler
Heirat: 7. 5. 1894 in Crailsheim
Ehefrau: Jette geb. Selling, geb. 26. 2. 1874 in Kolmberg
Kinder:
Clara, geb. 9. 3. 1895 in Niederstetten. Ehefrau des Hirsch gen. Hermann Braun, Fellhändler in Niederstetten, gest. 8. 1. 1957 in New York
Auguste, geb. 28. 10. 1902 in Niederstetten, Ehefrau des Dr. med. Theodor Kron aus Cassel, jetzt wohnhaft in New York
Deportation Juni 1941 nach Theresienstadt. Ehemann am 22. 9. 1942 u. Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein u. Gesangverein
"Betrieb zusammen mit s. Bruder Wolf eine Fellhandlung i. Niederstetten"
1/2 am Gebäude Nr. 211 u. [?] 240 qm Wohnhaus und Magazingebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 5700.- M. Steuerwert ca. 5500 RM.
Der Grundbesitz wurde durch Kriegseinwirkung vernichtet.
Am 16. 2. 1955 hat Karl Melber, Bauer in Niederstetten das Ruinengrundstück von den Kindern u. Erben Clara Braun u. Dr. med. Auguste Kron, beide in New York zusammen mit 1/2 von des Wolf Braun um 1320 DM erworben
"Als Bürgermeister der Gemeinde Niederstetten von 1917-1937 kannte ich, der ich für die Dokumentenstelle die Aufzeichnungen über die Schicksale der jüdischen Familien als Bürgermeister a. D. Schroth mache, auch die Familie Max Braun. Max Braun hat als Fellhändler sich [?] und fleißig seinem Beruf gewidmet. Er war verträglich u. hatte mit allen Mitbürgern gute Beziehungen. Er war durchaus [?] wie auch seine ganze Familie. Seine wirtschaftlichen Verhätnisse waren immer geordnet. Sein Fellhandel gemeinsam mit Wolf war sehr [?]. Der Fellhandel ging nach 1933 ständig zurück u. hat wohl bis 1938 ganz aufgehört, wie auch Frl. Maria Dinkel auf Seite 3 schon angegeben hat. Diese ist über die Familie Braun, bei der sie angestellt war bezw. bei der Tochter Clara Brau, geb. Braun Ehefrau des Hermann Braun gut orientiert. Die Eheleute Braun wurden im Juni 1941 nach Theresienstadt deportiert und sind lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen Abt. I. der Ehemann am 22. 9. 1942 u. die Ehefrau am 21. 4. 1943 in Theresienstadt gestorben.
Herr Hermann Emmert, Küferei und Weinhandlung hier Hauptstr. 4 hat die Familie Braun gut gekannt."
Adresse; Fr. Auguste Kron-Braun, 1628 University Ave., Bronx, New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-162 ff.
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Braun, Sofie gen. Saly, geb. Wiesenbacher
Geb. 7. 9. 1878 in Niederstetten
Heirat: 29. 5. 1900 in Niederstetten
Ehemann: Samuel Braun, geb. 18. 1. 1870, gest. 20. 11. 1932
Kinder:
Auguste, geb. 15. 3. 1903, verh. seit 19. 6. 1921 mit Sally Leiter, geb. 15. 3. 1903, Fabrikant in Söflingen, jetzt in New York
Umzug Frühjahr 1939 nach Stuttgart
13. 9. 1939 - Ende Nov. 1939 Inhaftierung in Landesstrafanstalt Bruchsal u. KZ Ravensbrück.
"Führte nach dem Tod ihres Mannes die Fellhandlung Samuel Braun in Niederstetten fort.
August 1934 Geschäftsaufgabe infolge der Boykottmaßnahmen
Jahreseinkommen bis dahin etwa 4000.- RM
In USA von Schwiegersohn u. Tochter (1 Jahr vorher ausgewandert) unterstützt.
Juva [Judenvermögensabgabe] angeblich 17500 RM."
Wohnhaus Gebäude Nr. 225 u 214 B (Schuppen) 158 qm in der Ledergasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 10000 M. Steuerwert 8000 M.
8. 5. 1940 an Otto Bauer, Kaufmann hier um 6000 RM. Am 9. 4. 45 durch Kriegseinwirkung zerstört. Das Ruinengrundstück wurde von der Stadtgemeide 1953 um 5000 DM erworben - Rückerstattung!
"Witwe Braun 1938 nach U.S.A. freiwillig ausgewandert zu ihrer Tochter Auguste Leiter"
"Samule Braun und seine Ehefrau Sofie genannt Saly Braun geb. Wiesenbacher sind beide in Niederstetten geboren und aufgewachsen. u. Braun lernte als Kaufmann u. wurde in tüchtiger Fellhändler. Er betrieb [?] Fellhandlung in Niederstetten. Seine Ehefrau unterstützte ihn im Beruf und war eine tüchtige Hausfrau. Auf den Tod des Ehemannes im Jahr 1932 führte die Witwe das Geschäft bis zur Auflösung bezw. ihrer Auswanderung 1938 nach New York weiter. Die einzige Tochter ist mit Lally Leiter, Fabrikant in Söflingen bei Ulm verheiratet u. wohnt jetzt in New York."
Ausgewandert Januar 1940 in die USA, in New York gest. am 15. 7. 1956 in Jackson Heights NYQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-168 ff.
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Braun, Wolf
Geb. 13. 2. 1874 in Niederstetten
Fellhändler und Wirt
Heirat: 14. 5. 1907 in Niederstetten
Ehefrau: Nelly geb. Löwenthal, geb. 14. 1. 1883 in Mühringen, gest. 17. 9. 1943 Theresienstadt
Kinder:
Julius, geb. 5. 10. 1908. Dieser kam lt. Maria Dinkel in eine Lehre des Holzhandels u. wandaerte schon 1935 nach U.S.A aus, wo er heute noch lebt.
Deportiert Juni 1941 nach Theresienstadt
Gest. 30. 3. 1944 in Theresienstadt
Ehefrau lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Ebenso der Ehemann lt. sicherer [?] der früheren hier noch wohnhaften Hausangestellten Marie Dinkel, ledig u. wohnh. in Niederstetten, Frickentalstr. 6
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein
"Betrieb mit seinem Bruder Max zusammen eine Fellhandlung u. führte mit seiner Frau eine Gastwirtschaft"
Haus: 1/2 an Gebäude Nr. 211. 240 qm Wohnhaus und Magazin. Gebäude an der langen Gasse in Niederstetten. Brandversicherungswert 6160 M. Steuerwert ca. 5800 - mit Max Braun
Der ganze Grundbesitz wurde durch Krieseinwirkung vernichtet.
Das Ruinengrundstück wurde von dem Sohne u. Erben Julius Braun am 16. 2. 1955 von Karl Melber, Bauer in Niederstetten, um 1320 DM erworben.
"Frl. Maria Dinkel, früher Angestellte bei den Familien Braun jetzt Rentnerin in Niederstetten, Frickentalstr. 6 kennt die Verhältnisse genau.
Wolf Braun ist im Fellhandel ausgebildet u. hat mit Max Braun eine gut gehende Fellhandlung betrieben sowie allein eine jüdische Speisewirtschaft, die in der Hauptstraße die Hausfrau besorgte. Wolf Braun war ein fleißiger Geschäftsmann u. hatte mit seinem Bruder Max Braun gute Erfolge im Fellhandel. In seiner Art u. Umgang mit seinen Mitbürgern war nicht so beliebt, wie Compagnon Max Braun. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren bis 1933 durchaus gesichert. Von da ab ging der Handel zurück u. hörte mit der Deportierung ganz auf. In seiner hiesigen Wirtschaft [?] Juden. Aber auch sonstige Mitbürger pflgten immer dort einzukehren.
Die Ehefrau ist lt. Mitteilung des Standesamts Arolsen am 17. 9. 1943 in Theresienstadt gestorben. Der Ehemann soll ebenfalls lt. Frl. Dinkel dort gestorben sein."
Adresse; Julius Braun, 621 West Street, New York 33. NYQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-171 ff.
Erwähnung bei Bruno Stern, So war es, S. 113 (Foto)
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Ehrenberg, Max
Geb. 13. 1. 1895 in Creglingen
Kaufmann
Heirat: 12. 8. 1923 in Niederstetten
Ehefrau: Berta geb. Thalheimer, geb. 3. 4. 1891 in Niederstetten
Eltern:
Gustav Ehrenberg, geb. 24. 3. 1865, gest. 17. 12. 1929
Zionie geb. Oberndorfer, geb. 10. 2. 1862
Kinder:
Ruth, geb. 19. 5. 1927
Vereine: [?] u. Gesangverein
15. 11. - 12. 12. 1938 KZ Dachau ("Entlassung aufgrund seines Frontkämpfertums")
Auswanderung mit Ehefrau und Tochter August 1939 über Antwerpen in die USA
"Betrieb Handelsgeschäft mit Wein und Landesprodukten.
Einkommen 1931/32 ca. 3000 RM jährlich
1933 Rückgang auf RM 1300.-
1935 noch einmal Anstief auf 3500.- RM
Im Frühjahr 1939 Entzug der Handelserlaubnis.
In USA:
Arbeitet bei Fa. Chapin Owen, Co, Rochester
Zuerst wegen seiner mangelnden Sprachkenntnisse als Lastwagenchauffeur, jetzt im Lagerhaus der Fa.
Dego-Abgabe: 2500 RM."
Gebäude Nr. 208, 230/2, 205 - 2072 qm. Wohnhaus und Scheune. Brandversicherungswert 16.560 RM. Steuerwert 13.000 RM.
Am 3. 4. 1939 an Otto Blumenstock [?] Küfer in Niederstetten um 10.015 RM verkauft. Dieser ist im Kriege gefallen. Der Hausbesitz wurde am 9 4 1945 durch Kriegseinwirkung vernichtet. Das Ruinengrundstück wurde an Ehrenberg zurückerstattet, der es an [?] Jöchner um 1.360 RM wiederverkauft hat.
"Herr Fritz Emmert, Kaufmann in Niederstetten Hauptstr. 4 u. Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstr. 6 können, falls nötig, noch weitere Aussagen über die Familie u. die wirtschaftlichen Verhältnisse machen.
Ehrenberg kommt aus Creglingen u. hat in die Familie Thalheimer, Weinhandlung eingeheiratet. Er erweiterte das Geschäft durch eine Getreidehandlung. Er war ein tüchtiger Kauf- u. Geschäftsmann. Die familiären Verhältnisse waren harmonisch u. geordnet. Die Familie genoß allgemeine Achtung. Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren bis 1933 noch gut. Von da ab das Geschäft durch die nationalsozialistischen Einschränkungen immer mehr zurück u. lösten den Verkauf des Besitzes u. die Auswanderung der Familie nach U.S.A. aus.
Die Familie wohnt in Rochester NY/USA. Die Eltern sind noch am Leben. Die Tochter hat sich dort verheiratet."
Adresse: 103 Sylvan Road, Rochester 18, New YorkQuelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-176 ff.
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Kahn, Max
Geb. 22. 11. 1895 in Niederstetten
Metzger
Heirat: 2. 8. 1926 in Niederstetten
Ehefrau: Johanna geb. Hänlein, geb. 2. 12. 1905 in Pappenheim
Kinder:
Siegbert, geb. 9. 8. 1927 in Niederstetten, für tot erklärt 8. 5. 1945
Gertrud, geb. 28. 4. 1933 in Niederstetten, für tot erklärt 8. 5. 1945
Deportiert mit Familie 27. 11. 1941 nach Riga
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein u. Gesangverein
"Betrieb in Niederstetten eine Metzgerei mit einem Jahreseinkommen von RM 2500.- Geschäft ging seit April 1933 stark zurück und wurde Ende 1935 eingestellt. Lebte bis zur Deportation vom Vermögen."
Wohnhaus mit Metzgerei u. Scheuer Nr. 13 Bahnhofstraße. 2 a 50qm. Brandversicherungswert 7500 RM. Steuerwert 6000 RM
14. 7. 1939 an Malermeister Wilhelm Dod in Niederstetten um 7000 RM verkauft. Nach dem Rückerstattungsgesetz ist ein Vergleich hierüber mit den Erben Steven Siegfried Kahn erfolgt.
"Laut Auskunft von Maria Dinkel hat Kahn schon ab 1935 nicht mehr geschlachtet, sondern hat als Taglöhner bei der Stadtgemeinde gearbeitet, um leben zu können."
"Frl. Maria Dinkel, Niederstetten, Frickentalstr. 6 und die Nachbarn der Familie Max Kahn Wilhelm Friedrich, Schuhmachermeister; Otto Baumann, Baumeister u. Messerschmied [Heinrich] Schönemann können erforderlichenfalls Auskünfte geben.
Schon die Eltern Seligmann Kahn, Eheleute, die beide gestorben sind, haben diese Metzgerei betrieben. Auf den Tod des Vaters 1908 übernahm die Witwe u. Mutter mit dem Sohn den Betrieb u. führten ihn bis 1926. Von da ab übernahm der Sohn Max Kahn mit seiner Frau denselben. Max war ein fleißiger und geachteter Mann, wie auch seine Frau. Er hat den Metzgergeruf erlernt u. hat sich wirtschaftlich so viel er konnte, sich erhalten. Da Niederstetten damals durchschnittlich 6-7 Metzgereien hatte, hatte Kahn schwer zu tun, sich durchzusetzen. Es blieb deshalb das Geschäft klein u. [schlecht lesbare Passage}. Das Verhältnis zu den Mitbürgern war gut."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-205ff.
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Kirchheimer, Max
Geb. 30. 1. 1884 in Hollenbach
Textilkaufmann
Heirat: 16. 6. 1913 in Niederstetten
Ehefrau: Zilli geb. Rosenthal, geb. 28. 11. 1888 in Laudenbach
Kinder:
Rosa, geb. 23. 3. 1914 in Niederstetten, verh. 29. 8. 1935 mit Siegfried Heidelberger, Landwirt in Mergentheim. Ausgewandert nach Palästina 1935.
Else, geb. 2. 1. 1916 in Niederstetten 1934 nach USA ausgewandert
Herbert Dümmler, "unehelicher Sohn, Mischling"
Mitglied Turnverein, Gesangverein
12. 11. 1938 - 12. 12. 1938 im KZ Dachau inhaftiert
Gebäude Nr. 205. 2,85 ar Wohnhaus, Stall u. [?] in der Bahnhofstraße. Brandversicherungswert 12.580 M. Steuerwert 10.300 M.
Verkauf 29. 10. 1940/10. 6. 1941 an Martin Groß, Zimmermeister u. Ehefrau Hermine geb. Schmieg in Niederstetten, um 9.000 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich erfolgt."
"Fräulein Maria Dinkel, Niederstetten kann, falls erforderlich, weitere Auskunft über die Familie Max Kirchheimer geben.
Die Eheleute Kirchheimer haben nach ihrer Verheiratung im Geb. Nr. 205 der Bahnhofstraße hier ein Textilgeschäft mittleren Umfangs betrieben. Der Ehemann ging meistens noch auf Hausierhandel u. die Ehefrau versah den Laden, der infolge seiner Lage keine Starke Frequenz hatte. Die Eheleute lebten stets in bescheidenen Verhältnissen. Der Ehemann war gelernter Kaufmann. Die wirtschaftlichen Verhältnisse ware nicht günstig. Von 1933 ab ganz ungünstig u. wirkten sich immer schlimmer aus, sodaß zuletzt eine trostlose Lage Platz gegriffen hatte, die mit der Deportation am 26. 4. 1942 nach Izbica Polen endete, wo sie umkamen."
Deportiert 26. 4. 1942 von hier nach Izbica. Beide Eheleute sind dort umgekommen
"Max Kirchheimer betrieb in Niederstetten ein kleines Ladengeschäft."
Adresse: Elsie Risch, 1266 Grand concourse, Bronx 56, New Yorkhttp://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-245
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Löwenstein, Julius
Geb. 18. 6. 1891 in Niederstetten
Kaufmann
Ledig
Berufsverbot 1935
"Er arbeitete bei der Stadt Niederstetten alle vorkommenden Arbeiten."
Nach Riga deportiert
Gebäude Nr. 104 u. 359. Wohnhaus, Scheune, Magazin u. Hofraum - 297 qm in der Hauptstraße. Brandversicherungswert: 11940 M. Steuerwert: 9400 M.
Zwangsenteignung 1943. Verkauf 8. 6. 1943 Stadtgemeinde Niederstetten um 1600 M zum Abbruch
"Herr Hermann Emmert, Küfermeister u. Weinhandlung in Niederstetten; Geschwister Bartholomäs als Nachbarn gegenüber u. Frau Hilde Ribout geb. Härterich in Niederstetten können erforderlichenfalls weitere Aussagen machen.
Julius Löwenstein war ein war ein ehrlicher u körperlich presthafter Mensch, der niemand etwas zu Leid tat, sondern täglich auf seinen Handel mit Textilien über Land ging. Er führte mit seinen beiden Schwestern ein kärgliches Dasein.
Die wirtschaftlichen und die Einkommensverhältnisse waren gering u. zwangen zum einfachen Leben.
Die Geschwister Lösenstein waren aber unter ihren Mitbürgern trotzdem geachtet." -
Neu, Jakob
Geb. 19. 1. 1885 in Niederstetten
Viehhändler
Ledig
Schwester: Betty Schönwalter geb. Neu, geb. 29. 8. 1894
Bruder: Benny Neu
Teilnehmer Erster Weltkrieg
1938/391938/39 Umzug nach Karlsruhe
"Lt. Aussage von Frl. Maria Dinkel hat ihr die Schwester Betty Schönwalter anl. ihres Hierseins vor 3 Jahren (1960) mitgeteilt, daß ihr Bruder Jakob Neu 1938 zu ihr nach Carlsruhe kam u. nach einigen Tagen Aufenthalt bei ihr verhaftet u. mit einem Transport Juden abdeportiert wurde, wohin ist unbekannt."
Deportation am 22. 10. 1940 nach Gurs, 10. 8. 1942 nach Auschwitz
Gest. 31. 8. 1942 Konzentrationslager Auschwitz, für tot erklärt, vergast
Wohnhaus Geb. Nr. 88 mit Scheuer u. Hofraum 194 qm in der Erbsengasse. Brandversicherungswert 8780 M. Steuerwert: 7100 M.
Verkauf 24. 3. 1939 an Heinrich Frank, Landwirt in Niederstetten um 5700 RM. - Rückerstattung ist erfolgt.
Adresse: Betty Schoenwalter geb. Neu 16 Leeland Way, London N.W. 10
"Volljude: Nach dem 1. Weltkrieg erweiterte er erheblich das väterliche Geschäft-Viehhandel in Niederstetten. Er belieferte im grossen Stiel den Viehmarkt in Mannheim. Im Jahr 1938 verlor er seine Handelserlaubnis und musste sein Geschäft aufgeben. Er zog nach Karlsruhe zurück und wurde später, am 22. 10. 40 nach Gurs in Frankreich deportiert. Von dort aus kam er am 10. 8. 42 nach Auschwitz und ist dort umgekommen.
Verdienstausfall f.d.Zeit vom 1. 7. 34 - 31. 8. 42 - einfacher Dienst = 3.547,- DM"
"Rückerstattung:
Rest K 5950 Rest K 5722 BRK 228 Wertpapiere, Bankguthaben, Hausrat und Wertsachen
Erben nach Jakob Neu sind:
Seine Geschwister bezw. Abkömmlinge derselben:
1. Betty Schoenwalter geb. Neu, Ehefrau des Albert Schoenwalter, kaufmann, wohnhaft in London NW 2, England
2. Benny Neu, zuletzt wohnhaft in Karlsruhe gewesen
3. Ruth Rosenstock geb. Scherer, wohnhaft in Haifa Mount Carmel, Ahusa Maneh Hill Street 22
4. Paul Josef Scheurer, Prof., wohnhaft in Honolulu 134 T.H./USA University of Hawaii
5.Kurt Scheurer, wohnhaft in Kfar Menachem. Kwuzath, Hzair Tel-Aviv / Israel
6. William Kurt Schoenwalter, wohnhaft in St. Louis 17 / Mo 7015 Wise Avenue Richmond Heights, USA
"Wilhelm Protzer, Bundesbahnangestellter i. R. und Hermann Horn, Kraftwagenfahrer beide Nachbarn von Neu können evt. weiter erforderliche Aussagen machen.
Jakob Neu betrieb hier eine sehr gut gehende Viehhandlung, der sich durch größte Solidität u. Sparsamkeit ein beträchtliches Vermögen erwarb. Er wird eines der größten Einkommen erzielt haben. Er war allgemein beliebt u. [?]. Er führte als Junggeselle ein zurückgezogenes Leben für sich. Er war äußerst genügsam und führte ein bescheidenes Leben. Über sein Schicksal nach seinem Weggang von Niederstetten wird wohl am besten seine Schwester Betty Schönwalter, in 31 Melrose Ave, London, N.W. 2 Auskunft geben können."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-301 ff.
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Ney, Hermann
Geb. 13. 1. 1889 in Niederstetten
Weinhändler
Heirat: 26. 10. 1919 in Buttenwiesen
Ehefrau: Cilly geb. Schloß, geb. 15. 2. 1894 in Buttenwiesen
Kinder:
Heinz Albrecht, geb. 4. 10. 1920 in Niederstetten
Manfred: 23. 2. 1925 in Niederstetten
Gest. 22. 12. 1937, Leberkrebs und Nierenentzündung
Auswanderung: 1938 Witwe mit den beiden Kindern nach New York
Haus- und Grundbesitz: Wohnhaus Geb. Nr. 306. – 194 qm Hofraumanteil, Geb. Nr. 315, Scheuer – 226 qm, Parz. Nr. 226 – Gemüsegarten 98 qm, zus. 518 qm an der Bahnhofstraße. Brand-Vers. Wert 13000 M. Steuerwert: 10400 M.
Zwangsversteigerung durch Konkurs am 14. 11. 1938 um 11250 RM an Karl Thomas, Kaufmann in Niederstetten, Bahnhofstraße
Lebensunterhalt: "Unterhalt durch befreundete Familien bis zur Auswanderung."
"Infolge Konkurses völlig verarmt."
"Der frühere Nachbar Karl Waldmann, Landwirt kann, wenn nötig, weitere u. nähere Aussagen machen. Ney hatte anfänglich auf den Tod seines Vaters ein recht gutes Weinhandlungsgeschäft hier betrieben. Ney hat wohl auch unter ungünstigen Verhältnissen und der großen Conkurrenz im Weinhandel gelitten. Als die nationalsozialistische Partei zur Regierung kam u. die einschränkenden Maßnahmen Platz griffen, ging das ? ? stark zurück. Ney war zudem gesundheitlich nicht auf der Höhe, so daß der Betrieb ganz zum Erliegen kam u. der Konkurs angemeldet werden mußte.
Die Familie Ney genoß unter ihren Mitbürgern allgemeines Ansehen und Beliebtheit."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-324 ff.
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Reichenberger, Klara (Geitel) geb. Rosenthal
Geb. 28. 4. 1845 in Michelbach/Lücke
Hausfrau
Heirat: 7. 7. 1873 in Weikersheim
Ehemann: Jesajas Reichenberger, Handelsmann, geb. 14. 8. 1844 u. gest. 26. 4. 1922 in Niederstetten
Gest. 29. 9. 1937 in Niederstetten (Altersschwäche)
Kinder:
Zerline gen. Selma, geb. 12. 2. 1879, verheiratete Schwerin
Wohnhaus Gebäude Nr. 308. 78 qm u. Gemüsegarten Parz 315. 39 qm an der Bahnhofstraße. Brandvers. 6800 M. Steueraufk. 5500 M.
Verkauf 7. 12. 1942 Stadtgemeinde Niederstetten, 5500 RM u. am 15. 2. 1950 um 6750 DM erworben.
Zwangsenteignung durch Oberfinanzpräsident Stuttgart u. in dessen Auftrag Finanzamt Mergentheim
"Frau Anna Keicher, geb. Frank u. Kaufmann Friedrich Nörr, Eheleute können falls nötig, als dauernde Nachbarn Aussagen machen. Familien Reichenberger ist schon zeitlebens in Niederstetten ansässig gewesen u. hat in der Bahnhofstraße einen Handel mit Kur- Weiß und Wollwaren kleinen Umfangs betrieben. Der Ehemann ging, solange er lebte auf Hausierhandel. Die Frau versah den Laden u. später zusammen mit der Tochter Selma verh. Schwerin.
Das Verhältnis mit den Mitbürgern war gut."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-339 ff.
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Reis, Otto
Geb. 2./5. 5. 1889 in Niederstetten
Weinhändler
Heirat:
28. 10. 1929 in Schwabach, Mina geb. Feuchtwanger, geb. 23. 9. 1903 in Schwabach
17. 4. 1946 in New York, Eva Else geb. Seelig, geb. 9. 2. 1906
Kinder:
Emil, geb. 11. 9. 1930 in Niederstetten
Walter, geb. 13. 1. 1932 in Niederstetten
Julius, geb. 5. 11. 1935 in Würzburg
Bertha Flora, geb. 5. 3. 1947 in Philadelphia Pa.
Auswanderung des Ehemanns August 1940 USA
Deportation der Ehefrau u. Kinder nach KZ Riga und seither verschollen.
Auf Antrag des Ehemannes erfolgte durch rechtskräftigen Bewschluß des Amtsgerichts Bad Mergentheim am 14. 12. 1946 die Toderklärung auf 31. 12. 1945
Teilnehmer Erster Weltkrieg
Mitglied Turnverein u. Gesangverein
"Übernahm die Weingrosshandlung von seinem Vater, sie war eine der bedeutendsten im Gebiet von Bad Mergentheim. Jahreseinkommen etwa RM 8000 . Betrieb Ende Mai 1938 eingestellt.
In den USA Arbeiter. 1941 unter $ 1000,- 1942 $ 1200,- 1943 $ 1600, 1944-1950 über $ 2000,- 1951-1953 um $ 3000.-
Seit Okt. 1957 erhielt er Berufsschadensrente (gehobener Dienst) rückwirkend ab 1. 11. 1953. War damals bereits erwerbsunfähig.
Witwe und Waise erhalten jetzt hieraus die zustehenden Renten."
In Niederstetten Wohnhaus Gebäude Nr. 232, jetzt Nr. 23. [...] Brandvers. 22.800 M. Steuerertrag 18500 M.
Zwangsenteignung und Verkauf 7. 12. 1942 Stadtgemeinde Niederstetten durch Oberfinanzpräsident Stuttgart und im Auftrag Finanzamt Mergentheim.
"Maria Dinkel, Frickentalstraße 6 und Landwirt und Nachbar Albert Weber + Frau können allenfalls Aussagen machen.
Otto Reis besaß hier eine gut geleitete u. gut gesunde Weinhandlung. Er war ein fleißiger, umsichtiger und sparsamer Geschäftsmann, der allgemeines Ansehen u. Achter unter seinen Mitbürgern genoß.
Seine Familienverhältnisse waren sehr geordnet. Es war eine der besten und angesehensten Familien. Otto Reis war ausgebildeter Kaufmann. Er befindet sich jetzt in Philadephia. - USA - u. hat sich dort wiederverheiratet."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-360 ff.
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Schlessinger, Siegfried
Geb. 27. 6. 1897 in Crailsheim
Kaufmann
Heirat: 4. 3. 1923 in Niederstetten
Ehefrau: Cordula geb. Wiesenbacher, geb. 30. 4. 1893 in Niederstetten
"März 1933 mit den anderen jüdischen Männern von Niederstetten auf das Rathaus gebracht und dort von 20 auswärtigen SA-Leuten mit Stahlruten mißhandelt."
Umzug 1. 12. 1933 nach Schwäbisch Gmünd
Auswanderung Juni 1937 mit Ehefrau in die USA
Adresse: 6836 Paxton Avenue, Chicago 49/Ill.
"Die Eheleute Schlessinger betrieben in Niederstetten ein kleines Textilgeschäft. Während die Frau das Ladengeschäft besorgte, ging der Mann auf Hausierhandel.
Nach der Mißhandlung des Ehemannes im März 1933 gaben sie das Geschäft auf und verzogen nach Schwäbisch Gmünd, wo sie ein gleiches Geschäft eröffneten. 1937 mußten sie es ebenfalls aus rassischen Gründen aufgeben.
Sie wanderten nach den USA aus. Dort war Herr Schlessinger zuerst Hilfsarbeiter, nach zwei Jahren nahm er wieder den Reiseverkauf auf. Die Ehefrau versah nur mehr den Haushalt."
Wohnhaus u. Laden Geb. Nr. 38, jetzt 18 - 130 qm in der Hauptstraße. Brandvers.-Wert: 9900 RM. Steueranschlag: 7900 RM.
Verkauf 13. 2. 1933 an Otto Dierolf, Kaufmann in Schwäb. Hall um 10500 RM.
"Fritz Emmert, Kaufmann u. Wilh. Rück, Kaufmann, beide als Nachbarn können allenfalls weitere Aussagen machen.
Die Familie Schlessinger betrieb hier ein mittleres Textilgeschäft. Der Ehemeann ging fast täglich auf Reisen, während die Ehefrau den Laden u. Haushalt besorgte. Das Geschäft ging schon in den Jahren vor 1933 sehr zurück. Aus diesem Grund dürfte auch der Verkauf desselben erfolgt sein.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren nicht günstig. Unter den Mitbürgern waren sie geachtet.
Über das weitere Schicksal der Familie ist hier nichts bekannt."Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-386 ff.
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Schlossberger, Berthold
Geb. 8. 2. 1899 in Hollenbach
Kaufmann
Heirat: 10. 11. 1930 in Niederstetten
Ehefrau: Leoni geb. Laub, geb. 25. 12. 1893 in Gleicherwiesen
1938 oder August 1941 mit Ehefrau nach New York ausgewandert
9. 11. - 28. 12. 1938 "Schutzhaft" Dachau
Adresse: c/o Hospital für Chronic Sick 1776 Clay Avenue, Bronx, New York
Gest. 2. 12. 1961 dort verstorben
"Bis Ende Okt. 38 Inhaber der Fa. Berthold Schlossberger, Manufakturwarengeschäft in Niederstetten. Eigentümer des Hausgrundstücks.
Dann Geschäftsaufgabe (Verschleuderung) aus Verfolgungsgründen. Er hatte seine Manufakturwaren auch als ambulanter Gewerbetreibender vertrieben.
Angabe Vorverfolgungseinkommen 4000,- RM.
USA 1942 wieder Arbeit als Gehilfe von verschiedenen Firmen.
1942: 850 Dollar
1945: 1350 Dollar
1955: 1650 Dollar
1957 50% erwerbsbeschränkt. Social Security 75 Dollar mtl."
Gebäude Nr. 116, 1,01 ar u. [...] Nr. 61 25 qm Gemüsegarten beim Röhrenbrunnen. Brandversicherungswert 5.400 RM. Steuerwert 4.400 RM
Verkauf 31. 10. 1938 an Helene Brumm, led. Hausangestellte in Niederstetten um 5200 RM. Rückerstattung ist durch Vergleich am 14./15. 3. 1950 erfolgt.
"Frl. Maria Dinkel, in Niederstetten, Frickentalstraße 6, kann, falls nötig Aussagen machen.
Berthold Schloßberger betrieb hier ein kleines Tuchwarengeschäft. Den Laden versah die Ehefrau, während der Ehemann täglich auf den Hausierhandel ging. Schloßberger war ein [?] [?], aber fleißiger Mann, der nur seinem Erwerb nachging, um leben zu können. Das Verhältnis mit seinen Mitbürgern war gut.. Er war [?], wenn er von niemand ange[?] wurde. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse waren gering. Nach 1933 kam der Handel infolge der nationalsoz. Maßnahmen immer mehr zum Erliegen; ides veranlaßte ihn ger[?} falles zum Verkauf u. zur Auswanderung nach New York (U.S.A.)"Quelle: Erhebungen über die jüdischen Einzelschicksale in alphabetischer Folge der Wohnorte: Nellingen – Niederstetten, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-465466-401 ff.