Domäne Niederstetten
Domäne Niederstetten
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12. September 1932. Grundstücksversteigerung Domäne Niederstetten
Niederstetten, 12. Sept. Bei der heute im Gasthof zur Post hier vorgenommenen Grundstücksversteigerung wurden ausschließlich Feldgrundstücke der früheren Domäne Niederstetten aufgeworfen. Erlöst wurden pro Morgen 300-450 RM. Für die etwa 70 Ar große Frickenwiese wurden 3 550 RM erlöst. Die heutige Verkaufsverhandlung verlief ruhig. Die Nachfrage nach Einzelgrundstücken war lebhaft. Teilweise wurden die Grundstückspreise der bereits vorausgegangenen Versteigerung durch Nachgebote erhöht. Am kommenden Montag sollen vier Scheune-Gebäulichkeiten ebenfalls an die Meistbietenden veräußert werden. Für die Grundstücke auf der Hardt waren auch Liebhaber aus Vorbachzimmern und Pfitzingen anwesend. Die auf Markung Niederstetten ebenfalls liegende fürstliche Domäne Eichhof wurde für Siedlungszwecke für 73 000 RM abgegeben. T[au[b[e]rztg.
(Vaterlandsfreund, Nr. 216, 15. 9. 1932)
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5. August 1932. 80. Geburtstag Berthold Fetzer. Weinbergschäden. Verkauf Domäne Niederstetten
() Niederstetten, 5. Aug. Am kommenden Sonntag vollendet unser Mitbürger Herr Berthold Fetzer sein 80. Lebensjahr. Sein ganzes Leben hindurch war Herr Fetzer ein fleißiger, friedlicher und freundlicher Mann, dem alle Bürger unserer Stadt wohlgesinnt sind. Der in voller geistiger und körperlicher Frische stehende Mann arbeitet auch noch heute vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Mögen ihm noch viele Jahre eines schönen Lebensabends beschieden sein.
Niederstetten, 5. Aug. Die anhaltend schlechte Witterung, besonders aber die warmen Nächte der letzten Tage verursachen in den Weinbergen beträchtlichen Schaden. Während man noch am vergangenen Sonntag beinahe an keinem Weinstock die Peronospora beobachten konnte, greift die Krankheit nun um sich und hat teilweise auch schon die angesetzten Trauben ergriffen. – Von der früheren Domäne Niederstetten wurden am Mittwoch ca. 130 Morgen an Landwirte von hier und der Umgebung auf dem Wege der Versteigerung veräußert. Es wurden durchschnittlich pro Morgen ca. 300 RM erzielt. Ein wertvoller Komplex und die Schäfereigerechtigkeit ging für 30 000 RM an die Stadtgemeinde Niederstetten über.
(Vaterlandsfreund, Nr. 182, 6. 8. 1932)